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Bayern verschärft Kampf gegen Geldwäsche: Neue Zentralstelle soll kriminelles Vermögen aufspüren

Alexandra_Koch (CC0), Pixabay

In Bayern werden immer wieder hohe Summen an Bargeld, Goldbarren und Luxusgüter sichergestellt – oft aus Verbrechen stammend. Um solche kriminellen Gewinne noch gezielter zu bekämpfen, baut der Freistaat jetzt seine Strukturen gegen Geldwäsche deutlich aus.

Millionen, Gold und teure Uhren aus dunklen Geschäften

In den letzten Jahren haben bayerische Ermittler wiederholt wertvolle Gegenstände aus mutmaßlich illegalen Geschäften beschlagnahmt – etwa Bargeld in versteckten Autoverstecken, teure Uhren oder Sportwagen. Ein besonders auffälliger Fall: Im Jahr 2023 stoppte die Polizei bei Deggendorf ein Auto auf der A3. In professionell eingebauten Schmuggelverstecken fanden die Beamten fast 470.000 Euro in bar, über 3.000 Schweizer Franken und fast 57 Kilogramm Gold – mit einem Gesamtwert von etwa drei Millionen Euro.

Neue Zentralstelle für Geldwäschebekämpfung

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wollen solche Erfolge künftig noch häufiger möglich machen. Deshalb wurde zum 1. April 2025 die Zentralstelle Geldwäschebekämpfung und Vermögensabschöpfung (ZGV) geschaffen. Sie ist die Nachfolgerin der bisherigen Koordinierungsstelle für Vermögensabschöpfung.

Die neue Einheit soll besonders wichtige Fälle nicht nur unterstützen, sondern auch selbst übernehmen – zunächst in Südbayern, später bayernweit. Zwei zusätzliche Ermittler wurden bereits eingestellt. „Wir wollen Kriminelle dort treffen, wo es besonders weh tut – beim Geld“, sagt Eisenreich.

Geldwäsche ist kein Randproblem

Laut Schätzungen der Internationalen Energieagentur wird in Deutschland jedes Jahr ein Vermögen von bis zu 100 Milliarden Euro gewaschen. Geldwäsche ist dabei oft mit organisierter Kriminalität, Menschenhandel, Drogen- und Waffenschmuggel sowie Terrorismusfinanzierung verknüpft. Generalstaatsanwalt Reinhard Röttle erklärt: „Geldwäsche verwandelt illegales Geld in scheinbar sauberen Reichtum.“

Die neue ZGV wird von der erfahrenen Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl geleitet. Sie betont: Bayerns Autobahnen seien wichtige Strecken für den internationalen Warenverkehr – aber leider auch für kriminelle Transporte. Auf dem Hinweg werden oft illegale Waren gebracht, auf dem Rückweg wird das verdiente Geld ausgeführt – gut versteckt in Hohlräumen oder hinter Wandverkleidungen mit elektronischer Sicherung.

Polizei und Justiz sollen noch enger zusammenarbeiten

Im Jahr 2024 verzeichnete die bayerische Polizei rund 9.000 Verdachtsmeldungen wegen Geldwäsche. Dabei konnten etwa 71 Millionen Euro an Vermögenswerten gesichert werden. Innenminister Herrmann sieht darin einen klaren Beweis: „Verbrechen in Bayern lohnen sich nicht.“

Generalstaatsanwalt Röttle lobt die enge Zusammenarbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichten. Nur so könne man nicht nur Täter, sondern auch deren Hintermänner effektiv verfolgen – auch über Ländergrenzen hinweg. Die neue Zentralstelle sei international gut vernetzt und könne so bei grenzüberschreitenden Fällen helfen.

Kritik von der SPD

Die Opposition im Landtag begrüßt zwar die neue Einrichtung, kritisiert aber, dass sie zunächst nur im Oberlandesgerichtsbezirk München tätig wird. SPD-Rechtsexperte Horst Arnold fordert, dass die neue Struktur möglichst bald landesweit eingesetzt wird. „Nichts ist hinderlicher als Unsicherheit darüber, wer für welche Fälle zuständig ist“, sagt Arnold.

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