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Italien verschärft Regeln gegen Handy am Steuer – Tausende Führerscheine bereits entzogen

Bertsz (CC0), Pixabay

Italien geht seit Ende 2024 mit neuen, scharfen Verkehrsregeln gezielt gegen Ablenkung am Steuer vor – mit deutlich sichtbaren Folgen. Vor allem Autofahrerinnen und Autofahrer, die während der Fahrt zum Smartphone greifen, bekommen nun die ganze Härte des Gesetzes zu spüren. Die erste Bilanz der neuen Verkehrsordnung („Codice della strada“) fällt eindrucksvoll aus: In den ersten drei Monaten nach Inkrafttreten der Verschärfung wurden 17.607 Führerscheine eingezogen – rund 8.900 davon allein wegen Handynutzung am Steuer.

Das bedeutet, dass im Schnitt jeden Tag mehr als 100 Menschen ihre Fahrerlaubnis verloren, weil sie während der Fahrt telefonierten, Nachrichten schrieben oder ihr Gerät anderweitig benutzten. Damit ist das Smartphone-Vergehen inzwischen einer der häufigsten Gründe für Führerscheinentzug in Italien.

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anstieg der verhängten Fahrverbote markant: 2024 wurden insgesamt 38.283 Führerscheine eingezogen. Damit hat sich die Zahl der Entzüge in den ersten drei Monaten des neuen Jahres fast halb so hoch entwickelt wie im gesamten Vorjahr – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Polizei die neuen Regelungen konsequent umsetzt.

Neben dem Entzug der Fahrerlaubnis drohen empfindliche Geldbußen. Wer beim ersten Verstoß mit dem Handy am Steuer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld zwischen 250 und 1.000 Euro rechnen. Bei wiederholtem Fehlverhalten erhöht sich der Betrag auf bis zu 1.400 Euro. Vor allem für Wiederholungstäter hat das spürbare Konsequenzen – auch hinsichtlich der Punkte im Verkehrszentralregister.

Trotz der hohen Zahlen betont das Innenministerium, es handele sich nicht um eine gezielte Maßnahme gegen Autofahrer, sondern um eine gezielte Reaktion auf ein besonders riskantes Verhalten im Straßenverkehr. Bei anderen Verkehrsverstößen wie Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss seien die Zahlen im Vergleich zu früheren Zeiträumen nahezu konstant geblieben.

Die Maßnahme scheint jedoch Wirkung zu zeigen: Laut Angaben des Ministeriums ist die Zahl der Verkehrstoten im Zeitraum von Mitte Dezember 2024 bis Mitte März 2025 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um über 20 Prozent gesunken – umgerechnet wurden somit 61 Menschenleben gerettet. Auch die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle nahm um 5,5 Prozent ab, die Zahl der Verletzten um fast 9 Prozent.

Italien stellt mit dieser Entwicklung klar: Die Nutzung von Handys am Steuer wird nicht länger als Kavaliersdelikt behandelt. Vielmehr geht es um den Schutz aller Verkehrsteilnehmer – und um das Signal, dass Rücksichtslosigkeit am Steuer unmittelbare Konsequenzen hat.

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