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Wer profitiert wirklich? Die finanziellen Gewinner und Verlierer der EM 2024 in Deutschland

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NoName_13 (CC0), Pixabay

Die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland verspricht ein großes Sportereignis zu werden, doch wer profitiert tatsächlich finanziell davon? Eine genaue Betrachtung zeigt, dass nicht alle Beteiligten von den erwarteten Einnahmen profitieren werden.
Ein Gewinner: Die UEFA

Der größte Gewinner der EM 2024 ist die UEFA. Laut dem neuen ARD-Podcast „Plusminus – Mehr als nur Wirtschaft“, der wöchentlich erscheint, erwartet die UEFA Einnahmen von 2,4 Milliarden Euro allein durch die EM, mit einem prognostizierten Gewinn von 1,75 Milliarden Euro. Der Hauptteil der Einnahmen stammt aus Ticketverkäufen und Lizenzgeschäften.
Städte und Gemeinden: Hohe Kosten, geringe Einnahmen

Für Städte und Gemeinden sieht die Bilanz weniger rosig aus. Trotz der Notwendigkeit, Infrastruktur bereitzustellen und für Sicherheit zu sorgen, bleibt der wirtschaftliche Nutzen gering. Public Viewing und andere Events werden nur eingeschränkt angeboten, und viele Stadien bleiben ungenutzt. Die finanziellen Aufwendungen übersteigen oft die potenziellen Einnahmen, und der sogenannte Verdrängungseffekt führt dazu, dass Nicht-Fußballfans andere Reiseziele wählen, wodurch die Einnahmen im Tourismus nicht steigen.
Privatwirtschaft: Gedämpfte Erwartungen

Auch die Privatwirtschaft zeigt nur verhaltenes Interesse. Die Buchungszahlen in der Hotellerie bleiben hinter den Erwartungen zurück, und weniger als ein Fünftel der Gastronomen rechnet mit Mehreinnahmen während der EM. Viele Ausgaben, die während der EM getätigt werden, kompensieren andere Ausgabenbereiche, was den Gesamteffekt auf die Wirtschaft minimiert.
Sponsoren: Mittleres Plus

Sponsoren wie Adidas und die Telekom können hingegen von der EM profitieren. Adidas stellt den offiziellen Ball und die Trikots, während die Telekom die Übertragung der Spiele übernimmt. Auch indirekt profitieren viele Branchen, darunter private Zimmervermittlungen, Sportwettanbieter, Essenslieferanten und Bezahldienstleister.
Steuerliche Aspekte

Die UEFA hat eine Steuerübereinkunft mit der Bundesregierung ausgehandelt, wodurch sie als Verein keine Steuern zahlen muss. Die eigens gegründete Euro 2024 GmbH wird jedoch circa 65 Millionen Euro Umsatzsteuern an die Bundesrepublik abführen. Dennoch bleibt der effektive Steuersatz auf den gesamten Gewinn der UEFA bei nur 3,8 Prozent.
Fazit

Während die EM 2024 ein sportliches Highlight darstellt, profitieren finanziell vor allem die UEFA und einige Sponsoren. Städte, Gemeinden und ein Großteil der Privatwirtschaft sehen sich hingegen mit hohen Kosten und begrenzten Einnahmen konfrontiert. Die wirtschaftlichen Vorteile für Deutschland insgesamt bleiben somit fraglich.

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