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BodenWert Immobilien AG sagt, Hypo Festzins-Anleihen seien besser als eine Anlage in Holz

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Neoqlassical / Pixabay

Wenn man sich auf der Suchseite der in Deutschland beliebtesten Internet-Suchseite aufhält, fallen einem ständig interessante Werbungen auf. Wie die oben genannte Werbung der BodenWert Immobilien AG. Wir halten diese Aussage für möglicherweise irreführend, wie wir Ihnen gleich zeigen wollen. Doch zuerst der Inhalt der Werbung:

„Was genau ist der HYPO FESTZINS?

Der HYPO FESTZINS wird seit 2014 von der BodenWert Immobilien AG, München, angeboten. Über 6 Millionen Euro investierten Anleger bisher in elf HYPO FESTZINS-Kapitalanlagen. Der Erfolg dieser Immobilien-Kapitalanlage, die in Form einer Anleihe (Inhaberschuldverschreibung) konzipiert ist, liegt in der Kombination eines Festzinses mit einer 100%-Besicherung des Kapitals.

Die Höhe des Zinses ist vorher verbindlich festgelegt und je nach Anleihe unterschiedlich hoch. Die Höhe ist u.a. abhängig von der Laufzeit und der Immobilie, die als Besicherung dient. Wobei die Höhe des Zinses immer mindestens 4,0% pro Jahr beträgt. Das Besondere am HYPO FESTZINS ist die 100%-Besicherung des Anlegerkapitals durch die Eintragung einer Grundschuld bzw. Hypothek zu Gunsten der Kapitalanleger.

Diese Grundschuld bzw. Hypothek wird im amtlichen Grundbuch einer Immobilie eingetragen und bei einem Notar beurkundet. Damit wird das Kapital der Anleger zu 100% besichert: Bei einem Anlagebetrag von 20.000 Euro wird eine Grundschuld bzw. Hypothek von auch 20.000 Euro über einen Treuhänder zu Gunsten des Anlegers eingetragen. Die Besicherung beträgt also 100% des Anlagebetrags.“

Diesem Text nach scheint es, als sei die Anlage eine tolle und sichere Sache. Nun ja, es handelt sich ja auch um eine Werbung. In der Realität sieht dies aus unserer Sicht ganz anders aus. Zunächst einmal müsste ein IHK-vereidigter Gutachter den Wert der Immobilie feststellen, bei der die Grundschuld im Grundbuch eingetragen wird. Dann darf man davon eigentlich nur maximal 70% als sicheren Wert im Falle einer Verwertung ansehen. Mal angenommen, das Unternehmen gerät in wirtschaftliche Schieflage und die Immobilie müsste verwertet werden, damit die Anleger ihr Geld zurückbekommen, dann würde bei einem Zwangsversteigerungstermin im ersten Termin die sogenannte 7/10 Grenze gelten.

Das heißt, dass ab einem 70%-Gebot des von einem Gerichtsgutachter festgestellten Verkehrswertes üblicherweise ein Zuschlag an einen Bieter erteilt wird. Davon müssen dann aber noch alle Kosten in Abzug gebracht werden, die mit einem solchen Prozedere im Zusammenhang stehen.

Hinzu kommt, dass nicht der Anleger direkt ins Grundbuch eingetragen wird, sondern dies über einen Treuhänder als eine Art „Sammelgrundschuld“ erfolgt. Dabei muss man sich dann genau die Treuhandverträge anschauen, denn auch da kann es Fallstricke geben. Theoretisch kann hier ein Wert im Grundbuch „beliehen“ werden, der bei einer Verwertung der Immobilie niemals erreicht werden kann. Bleiben sie bitte bei solchen vermeintlich sicheren Angeboten besonders kritisch. Manchmal ist ein X dann doch ein U.

Auf die aus unserer Sicht katastrophale Bilanz des Unternehmens hatten wir an anderer Stelle schon hingewiesen. Vielleicht ist ja HOLZ dann doch besser als Investment…

FireShot Capture 132 – Hypo Festzins – Hypo Festzins – www.hypo-festzins.de

FireShot Capture 131 – Life Forestry – Google-Suche – www.google.de

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