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Serafin Wealth Family Heritage: Starkes Plus bei Fondsvermögen, aber ordentlicher Ertrag bleibt negativ

Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main veröffentlicht den Jahresbericht für den Fonds Serafin Wealth Family Heritage. Im Berichtsjahr vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 legte das Fondsvermögen deutlich zu, gleichzeitig blieb das laufende Ergebnis vor Veräußerungsgewinnen negativ. Für Anleger ist das wichtig, weil die Erträge des Fonds nicht aus dem Tagesgeschäft, sondern vor allem aus Kursgewinnen und umgeschichteten Positionen kamen.

Als externer Portfolioverwalter wird im Bericht die Corum Vermögensverwaltung (Deutschland) GmbH genannt. Sie verantwortete im Berichtszeitraum die Portfolioverwaltung. Die Anteilklassen des Fonds waren zum Stichtag als Thesaurierer ausgestaltet; Ausschüttungen erfolgten also nicht.

Vermögen und Wertentwicklung

Das Fondsvermögen stieg im Geschäftsjahr von 56,27 Mio. Euro auf 72,89 Mio. Euro. Treiber waren neben der positiven Wertentwicklung auch Nettozuflüsse von 6,48 Mio. Euro; die Mittel kamen aus Anteilschein-Verkäufen in Höhe von 12,00 Mio. Euro, während Rücknahmen 5,52 Mio. Euro ausmachten. Das zeigt: Der Fonds hat nicht nur vom Markt, sondern auch von frischem Anlegergeld profitiert.

Der Anteilwert entwickelte sich ebenfalls erfreulich. Für die Anteilklasse FF stieg er von 130,27 Euro auf 150,60 Euro, für H von 113,88 Euro auf 131,65 Euro und für PW von 106,36 Euro auf 122,39 Euro. Die vom Fonds ausgewiesene Wertentwicklung lag im Berichtszeitraum bei 15,61 % für FF, 15,60 % für H und 15,07 % für PW. Aus Anlegersicht ist das ein solides Ergebnis, zumal es ohne Ausgabeaufschlag berechnet wurde.

Werttreiber waren laut Bericht vor allem realisierte Gewinne aus ausländischen Investmentanteilen. Der positive Ergebnisbeitrag stammt also nicht nur aus Buchgewinnen, sondern auch aus tatsächlich realisierten Veräußerungen. Zugleich blieb das ordentliche Nettoergebnis negativ: Der Fonds erwirtschaftete laufend weniger Erträge, als für Verwaltung und Strukturkosten anfielen.

Kosten

Die Kosten sind je nach Anteilklasse unterschiedlich relevant. Für die Klassen FF und H liegt die Gesamtkostenquote bei 0,99 %, für PW bei 1,47 %. Im Vergleich dazu sind die laufenden Erträge eher überschaubar: Im Gesamtfonds standen 156.660,53 Euro Erträgen 321.202,86 Euro Aufwendungen gegenüber. Daraus ergibt sich ein ordentliches Nettoergebnis von minus 164.542,33 Euro.

Die Verwaltungsvergütung betrug im Gesamtfonds 274.872,98 Euro, dazu kamen 31.042,45 Euro für die Verwahrstelle sowie weitere Prüfungs-, Veröffentlichungs- und sonstige Kosten. Eine separate Beratervergütung wurde nicht ausgewiesen. Für Anleger ist auffällig: Das laufende Ertragsprofil deckt die Kosten nicht; die Gesamtrendite musste daher vor allem über Kursbewegungen und Verkäufe entstehen. Zusätzlich fielen Transaktionskosten von 63.463,78 Euro an, die bei hoher Umschlagshäufigkeit die Nettoergebnisse belasten können.

Portfolio und größte Positionen

Das Portfolio blieb klar von Investmentanteilen geprägt. Sie machten zum 30. Juni 2026 rund 90,83 % des Fondsvermögens aus. Hinzu kamen Derivate mit 2,80 %, Zertifikate mit 2,18 % und Bankguthaben mit 4,24 %. Der Fonds ist damit stark über Zielfonds und ETFs gesteuert und nur in begrenztem Umfang direkt in Einzeltitel investiert.

Zu den größten Einzelpositionen zählten unter anderem der StSt SPDR S&P US Div.Arist.UE mit 11,12 %, die MUL Amundi Emerg ex-China UCITS ETF mit 5,89 %, der Plenum CAT Bd Dyn.Fd mit 5,66 %, der MUL-AMUNDI MSCI Japan U.ETF mit 5,59 %, der Solidum Cat Bond Fund mit 5,54 % sowie der SSSEE2-St.S.E 600SRI U.ETF mit 5,22 %. Hinzu kam die eigene Zielfondsposition Tungsten Multiple Return mit 4,05 %. Aus Anlegerperspektive ist die Streuung über Regionen und Themen breit, zugleich aber auch spürbar auf Aktien- und Spezialstrategien konzentriert.

Regional dominierte der Euro-Raum beziehungsweise europäische Anlagen; daneben waren die USA mit rund 22,25 % in US-Dollar-Aktien und weitere Dollarpositionen stark vertreten. Der Fonds setzte zudem auf Japan, Schwellenländer, Rohstoffe, Cat-Bonds sowie marktneutrale und absolute-return-orientierte Strategien. Der Anteil der Bankguthaben sank gegenüber dem Vorjahr von 8,52 % auf 4,24 %, was auf eine stärkere Investitionsquote hindeutet.

Risiken und Auffälligkeiten

Der Bericht nennt als wesentliche Risiken allgemeine Marktpreisrisiken, Risiken aus Zielfonds, Währungsrisiken und Derivate-Risiken. Besonders relevant ist aus Anlegersicht der hohe Einsatz von Zielfonds: Die Wertentwicklung hängt damit nicht nur vom Fonds selbst, sondern auch von den Chancen und Risiken der jeweils gehaltenen Fonds ab. Der Bericht weist außerdem auf die Risiken von Optionen und Terminkontrakten hin, inklusive Hebelwirkung und möglicher Verluste bis hin zur Wertlosigkeit einzelner Positionen.

Auffällig ist der hohe Umschlag: Die Portfolio-Turnover-Rate lag bei 216,11 %. Das spricht für aktive Umschichtungen und kann Kosten und Ergebnisvolatilität erhöhen. Im Berichtsjahr wurden außerdem Derivate neu eingesetzt; zum Stichtag bestand eine Long-Put-Position auf den S&P 500 zur Absicherung. Eine Änderung der Anlagephilosophie soll dies laut Bericht nicht gewesen sein, wohl aber eine konsequente Umsetzung der Absicherungsstrategie.

Positiv hervorzuheben ist, dass im Berichtszeitraum keine Rücknahmebeschränkungen oder Verlängerungen der Rücknahmefrist angewendet wurden. Zudem gab es laut Bericht keine Wertpapierfinanzierungsgeschäfte oder Total Return Swaps. Negative Auffälligkeiten im engeren Sinn sind eher die dauerhaft negativen laufenden Erträge und die im Verhältnis zu diesen Erträgen spürbaren Kosten.

Fazit für Anleger

Der Jahresbericht zeigt einen Fonds, der im Geschäftsjahr 2025/2026 klar gewachsen ist und mit rund 15 % bis 16 % je Anteilklasse ein erfreuliches Plus erzielt hat. Dieses Ergebnis beruhte jedoch nicht auf laufenden Erträgen, sondern vor allem auf realisierten Gewinnen und Bewertungszuwächsen. Für Anleger bleibt deshalb wichtig: Das Produkt ist aktiv gemanagt, kostenintensiver als ein reiner Standard-ETF und aufgrund der Mischung aus Zielfonds, Währungen, Spezialthemen und Derivaten vergleichsweise komplex.

Der Abschlussprüfer bestätigt in einem Satz, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.

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