Der Jahresbericht des Earth Strategic Resources Fund wurde von der Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main veröffentlicht; sie ist zugleich die verwaltende Gesellschaft des Fonds. Ein externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht nicht genannt. Für Anleger fällt vor allem auf: Der Fonds hat im Geschäftsjahr 2025/2026 kräftig zugelegt, gleichzeitig blieb das Portfolio fast vollständig in Aktien aus dem Rohstoffsektor investiert und damit stark von der Preisentwicklung einzelner Metalle abhängig.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg im Berichtsjahr von 57,4 Millionen Euro auf 139,0 Millionen Euro. Dahinter standen nicht nur Wertzuwächse, sondern auch deutliche Nettomittelzuflüsse von 38,6 Millionen Euro beim Gesamtfonds; zusätzlich flossen in die beiden Anteilklassen netto weitere Mittel zu. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds wuchs schnell, und das nicht allein aus Markterfolg, sondern auch durch frisches Anlegergeld.
Die Anteilwerte legten stark zu. Die Klasse EUR R stieg von 170,95 Euro auf 287,21 Euro, die Klasse EUR I von 180,72 Euro auf 306,26 Euro. Der Bericht weist für das Geschäftsjahr eine Wertentwicklung von 68,01 Prozent für EUR R und 69,47 Prozent für EUR I aus. Das ist ein sehr gutes Ergebnis, allerdings ist es stark von den zuletzt günstigen Rohstoff- und Minenmarktbedingungen geprägt. Das positive Ergebnis stammt nur teilweise aus laufenden Erträgen: Das ordentliche Nettoergebnis war mit minus 929.398,12 Euro beim Gesamtfonds negativ. Der wesentliche Renditetreiber waren vielmehr realisierte Gewinne aus Aktienverkäufen sowie vor allem nicht realisierte Kursgewinne.
Im Gesamtfonds beliefen sich die Erträge auf 1,14 Millionen Euro, während die Aufwendungen 2,07 Millionen Euro ausmachten. Daraus ergibt sich ein negatives ordentliches Nettoergebnis, das durch Veräußerungsgewinne von 15,23 Millionen Euro und nicht realisierte Gewinne von 30,21 Millionen Euro mehr als ausgeglichen wurde. Für Anleger heißt das: Die Performance kam überwiegend aus Kurssteigerungen der gehaltenen Titel, nicht aus einem laufenden Ertragsstrom.
Kosten: spürbar, aber im Verhältnis zur Fondsstrategie erklärbar
Die laufenden Kosten sind für einen aktiven Spezialfonds nicht niedrig. Die Gesamtkostenquote liegt bei 2,26 Prozent für die Anteilklasse EUR R und bei 1,26 Prozent für EUR I. Hinzu kam auf Gesamtfondsebene eine Verwaltungsvergütung von 1,83 Millionen Euro. Verwahrstellenvergütung, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie sonstige Aufwendungen summierten sich zusätzlich auf mehr als 230.000 Euro. Transaktionskosten wurden mit 122.763,37 Euro ausgewiesen.
Auffällig aus Anlegersicht ist das Verhältnis von Kosten und Erträgen: Die laufenden Aufwendungen überstiegen die laufenden Erträge deutlich, das ordentliche Nettoergebnis blieb klar negativ. Der Fonds war also darauf angewiesen, Kursgewinne zu realisieren oder Buchgewinne zu halten, um unterm Strich ein positives Ergebnis zu erzielen. Bei der Klasse EUR R entspricht die Verwaltungsvergütung 2,2 Prozent pro Jahr, bei EUR I 1,2 Prozent; die günstigere institutionelle Tranche ist damit bei den laufenden Kosten deutlich vorteilhafter.
Portfolio und größte Positionen
Zum Stichtag bestand das Portfolio zu 98,11 Prozent aus Aktien, nur 2,30 Prozent lagen als Bankguthaben vor. Der Fonds war damit nahezu vollständig investiert. Regional dominierte Kanada mit 57,86 Prozent des Fondsvermögens, gefolgt von Australien mit 12,37 Prozent, Großbritannien mit 8,70 Prozent sowie Südafrika mit 5,61 Prozent. Die Hauptwährung der Anlagen war der kanadische Dollar; sein Anteil stieg auf 59 Prozent. Diese Konzentration macht den Fonds besonders empfindlich gegenüber Kursbewegungen einzelner Märkte und Währungen.
Schwerpunkte des Portfolios waren Gold-, Silber- und Industriemetalltitel. Die Gewichtung von Goldaktien sank von 36 auf 34 Prozent, Silberaktien von 15 auf 9 Prozent, Platinwerte von 7 auf 6 Prozent. Gleichzeitig erhöhte der Fonds die Industriemetallproduzenten von 37 auf 49 Prozent. Zu den größten Positionen gehörten unter anderem DPM Metals mit 5,90 Prozent, Hudbay Minerals mit 5,16 Prozent, Sandfire Resources mit 4,80 Prozent, Eldorado Gold mit 4,73 Prozent, Teck Resources mit 4,56 Prozent, Alamos Gold mit 3,05 Prozent und Greatland Resources mit 3,04 Prozent. Auch Valterra Platinum, Ero Copper, B2Gold, Taseko Mines und weitere Einzeltitel lagen jeweils im Bereich von rund 2 bis 4 Prozent.
Für Anleger bedeutet diese Struktur: Der Fonds ist kein breit gestreuter Rohstofffonds, sondern stark auf wenige Sektoren und Firmen spezialisiert. Das kann in starken Marktphasen hohe Erträge bringen, erhöht aber auch die Schwankungsanfälligkeit erheblich.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als zentrale Risiken allgemeine Marktpreisrisiken, Aktienrisiken und Währungsrisiken. Aus Anlegersicht ist dabei besonders relevant, dass der Fonds fast nur in Aktien investiert und in Fremdwährungen bilanziert wird. Fällt etwa der kanadische Dollar oder schwächeln Rohstoffpreise, kann das den Fonds schnell belasten. Die geopolitischen und makroökonomischen Unsicherheiten im Rohstoffsektor werden im Bericht ausdrücklich hervorgehoben. Positiv ist, dass im Berichtszeitraum keine Rücknahmebeschränkungen oder verlängerten Rücknahmefristen angewendet werden mussten.
Die auffälligste Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist das starke Wachstum des Fondsvermögens bei gleichzeitig höherer Aktienquote und deutlich verschobener Sektorstruktur zugunsten von Industriemetallen. Zudem blieb das ordentliche Nettoergebnis negativ. Das zeigt, dass die Ertragskraft des Fonds nicht aus laufenden Ausschüttungen kommt, sondern aus dem erfolgreichen Timing bei Aktienkursen und Rohstoffzyklen.
Fazit für Anleger
Beide Anteilklassen sind thesaurierend, Erträge wurden also wieder angelegt. Der Abschlussprüfer bescheinigt dem Jahresbericht, dass er in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und den einschlägigen europäischen Verordnungen entspricht. Insgesamt präsentiert sich der Fonds als spezialisierter, chancenreicher, aber auch stark zyklischer Rohstofffonds mit hoher Themenkonzentration und entsprechendem Risiko.