Die Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main legt als Kapitalverwaltungsgesellschaft den Jahresbericht für den Fonds L&H Aktien Global UI vor; als externer Fondsmanager oder Anlageberater wird im Bericht kein weiterer Akteur genannt. Für Anleger ist vor allem wichtig: Das Fondsvermögen ist im Geschäftsjahr 2025/2026 von 9,38 Millionen Euro auf 16,47 Millionen Euro gestiegen, gleichzeitig blieb die Wertentwicklung zwar klar positiv, fiel aber hinter die eigene Benchmark zurück.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum 30. Juni 2026 wies der Fonds ein Vermögen von 16.474.014,63 Euro aus, der Anteilwert lag bei 114,15 Euro und der Ausgabepreis bei 119,86 Euro. Gegenüber dem Vorjahr mit 100,84 Euro je Anteil ergibt sich damit ein spürbarer Zuwachs; nach Angaben des Berichts lag die Wertentwicklung im Berichtszeitraum bei 13,20 Prozent. Aus Anlegersicht ist auffällig, dass das Ergebnis nicht gleichmäßig über das Jahr kam: Im zweiten Halbjahr 2025 betrug der Zuwachs 4,2 Prozent und lag damit hinter der Benchmarkentwicklung, im ersten Halbjahr 2026 kam der Fonds dann auf rund 9 Prozent. Die Mittelzuflüsse waren mit netto 5,29 Millionen Euro deutlich positiv, was den Anstieg des Fondsvolumens zusätzlich gestützt hat.
Die Wertentwicklung wurde laut Bericht vor allem durch drei Faktoren beeinflusst: abgesicherte Positionen auf den DAX belasteten das Ergebnis zu Jahresbeginn, einzelne Titel wie SAP, Scout24, Novo Nordisk, Accenture und Carrier Global enttäuschten, und der schwache US-Dollar bremste die Rendite, weil der US-Aktienanteil zeitweise über 40 Prozent lag. Positiv wirkten dagegen unter anderem Banco Santander, Alphabet, Broadcom und Agnico Eagle. Der Fonds war zum Stichtag in 52 Positionen investiert.
Erträge, Kosten und Ergebnisqualität
Die laufenden Erträge fielen im Geschäftsjahr mit 187.315,21 Euro moderat aus. Davon stammten 65.344,14 Euro aus inländischen und 117.137,80 Euro aus ausländischen Dividenden; zusätzlich kamen 26.072,74 Euro Zinsen aus Liquiditätsanlagen hinzu. Dem standen Aufwendungen von 175.330,99 Euro gegenüber, davon allein 143.788,11 Euro Verwaltungsvergütung und 8.387,65 Euro Verwahrstellenvergütung. Der ordentliche Nettoertrag blieb mit 11.984,21 Euro zwar positiv, war aber gemessen am Fondsvolumen klein. Für Anleger heißt das: Das Jahresergebnis wurde nicht aus laufenden Erträgen getragen, sondern vor allem aus Kursgewinnen und Bewertungsgewinnen.
Besonders deutlich wird das bei den Veräußerungsgeschäften: Realisierte Gewinne von 759.892,57 Euro standen realisierten Verlusten von 1.096.317,84 Euro gegenüber. Daraus ergab sich ein negatives realisiertes Ergebnis von minus 324.441,06 Euro. Dieses Minus wurde jedoch durch nicht realisierte Kursgewinne von 2.254.978,19 Euro überkompensiert; nach Gegenrechnung der nicht realisierten Verluste von 151.662,95 Euro blieb ein nicht realisiertes Ergebnis von 2.103.315,24 Euro. Unter dem Strich steht ein Geschäftsjahresergebnis von 1.778.874,18 Euro. Aus Anlegersicht bedeutet das: Der Fonds hat im Wesentlichen von gestiegenen Marktwerten profitiert, nicht von einem robusten laufenden Ertragspolster.
Die Gesamtkostenquote lag bei 1,16 Prozent. Das ist für einen aktiv gemanagten Aktienfonds nicht ungewöhnlich, aber sie frisst spürbar Rendite, zumal die laufenden Erträge mit 1,30 Euro je Anteil nur einen kleinen Teil der Kosten deckten. Hinzu kamen Transaktionskosten von 22.932,95 Euro. Eine erfolgsabhängige Vergütung fiel nicht an, und an die Verwaltungsgesellschaft oder Dritte wurden keine Pauschalvergütungen gezahlt. Die im Fonds ausgewiesene Verwaltungsvergütung von 143.788,11 Euro entsprach rund 1,00 Euro je Anteil.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio ist klar aktienlastig aufgebaut: Aktien machten zum 30. Juni 2026 86,51 Prozent des Fondsvermögens aus. Weitere 9,73 Prozent entfielen auf Investmentanteile, vor allem ETF-Bausteine mit ESG-Ausrichtung. Die Kassequote lag bei 4,06 Prozent, Derivate wirkten mit minus 0,26 Prozent leicht wertmindernd. Damit ist der Fonds investiert, hält aber eine gewisse Liquiditätsreserve vor.
Regional liegt der Schwerpunkt auf den USA mit 32,66 Prozent des Fondsvermögens; hinzu kommen 18,77 Prozent Deutschland, 5,30 Prozent Italien, 4,57 Prozent Niederlande, 4,01 Prozent Südkorea und weitere kleinere Ländergewichte. Branchenmäßig fällt vor allem der hohe IT-Anteil auf, den das Management im Bericht mit rund 30 Prozent beziffert. Zu den größten Einzelpositionen zählten Samsung Electronics mit 4,01 Prozent, Alphabet mit 3,61 Prozent, Microsoft mit 3,42 Prozent, E.ON mit 3,04 Prozent, Broadcom mit 2,97 Prozent, Republic Services mit 2,94 Prozent, iShares DAX ESG mit 2,88 Prozent, Prysmian mit 2,62 Prozent, Apple mit 1,80 Prozent und Allianz mit 2,51 Prozent. Diese Mischung zeigt einen konzentrierten, aber nicht extrem engen Titelmix mit Schwerpunkten in Technologie, Finanzwerten, Industrie und Infrastruktur.
Risiken und Auffälligkeiten
Als wesentliche Risiken nennt der Bericht allgemeine Marktpreisrisiken, Aktienrisiken, Risiken aus Zielfonds, Derivategeschäften und Währungsrisiken. Für Anleger ist besonders relevant, dass der Fonds teilweise mit Futures abgesichert wurde; die Absicherung kann zwar Schwankungen reduzieren, aber auch Renditechancen mindern. Genau das ist im Berichtsjahr sichtbar geworden: Die DAX-Hedge-Positionen belasteten das Ergebnis rückblickend. Auffällig ist außerdem, dass der Fonds zwar von einem wachsenden Volumen profitiert, aber im realisierten Ergebnis unter dem Strich ein Minus ausweist. Das zeigt, dass Wertzuwachs und Handelsgewinne nicht zwingend aus einer stabilen aktiven Titelauswahl stammen müssen, sondern auch stark von Marktbewegungen abhängen.
Veränderungen gegenüber dem Vorjahr sind vor allem der deutliche Vermögensanstieg, der höhere Aktienbestand, die Beimischung von Investmentanteilen und die breite internationale Streuung. Zudem wurde zum 16. April 2026 die Anlagebedingungen an neue gesetzliche Vorgaben angepasst. Liquiditätsmanagementinstrumente wurden zwar festgelegt, im Berichtszeitraum aber nicht eingesetzt.
Fazit für Anleger
Der Fonds hat 2025/2026 kräftig zugelegt und das Vermögen deutlich ausgeweitet, doch die Rendite kam vor allem aus gestiegenen Börsenkursen und nicht aus laufenden Erträgen. Für Anleger ist das positiv, weil der Anteilwert gestiegen ist; zugleich bleibt der Fonds abhängig von Aktienmärkten, Währungen und einzelnen Sektorwetten. Die Prüfung bestätigt den Jahresbericht ohne Einschränkung: Nach Ansicht des Abschlussprüfers entspricht er in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorgaben und vermittelt ein zutreffendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse des Sondervermögens.