Die Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. mit Sitz in Munsbach legt als Verwaltungsgesellschaft und Herausgeberin den geprüften Jahresbericht zum 30. Juni 2026 für den Fonds Bethmann HAL Classic Quality Dynamic XT vor. Im Berichtsjahr wurde der Fonds zudem bis zum 14. Juni 2026 von Lampe Asset Management GmbH, Düsseldorf, als Fondsmanager begleitet; seit dem 15. Juni 2026 übernimmt die ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch, Frankfurt am Main, die Funktion der Vertriebsstelle und des Anlageberaters. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb interessant, weil der Fonds zwar deutlich gewachsen ist und zweistellig zulegte, das Jahresergebnis aber nicht aus einem kräftigen operativen Überschuss, sondern im Wesentlichen aus Wertsteigerungen der Bestände kam.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg im Geschäftsjahr von 68,77 Millionen Euro auf 109,13 Millionen Euro. Der Anteilwert der Anteilklasse XT erhöhte sich von 99,36 Euro auf 117,95 Euro; das entspricht einer Wertentwicklung von 18,71 Prozent nach BVI-Methode ohne Verkaufsprovisionen. Die Anteile im Umlauf nahmen von 692.087 auf 925.234 Stück zu. Das zeigt: Neben der guten Börsenentwicklung flossen dem Fonds auch neue Gelder zu.
Per saldo verzeichnete der Fonds Mittelzuflüsse von 24,58 Millionen Euro. Davon standen 43,38 Millionen Euro aus Verkäufen von Anteilen 18,79 Millionen Euro aus Rückgaben gegenüber. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass der Fonds im Berichtsjahr nicht unter Rückgabedruck stand, sondern netto Mittel anziehen konnte. Zusätzlich wurde ein Ertrags- und Aufwandsausgleich von 456.116 Euro verbucht.
Beim Anlageergebnis ist die Einordnung wichtig: Der ordentliche Nettoertrag lag bei 756.608,84 Euro und kam aus Dividenden, Zinsen und Erträgen aus Investmentanteilen. Dem stand jedoch ein negatives Veräußerungsergebnis von 3,24 Millionen Euro gegenüber. Erst die starke Nettoveränderung der nicht realisierten Gewinne in Höhe von 15,96 Millionen Euro sowie der nicht realisierten Verluste von 1,85 Millionen Euro führten zu einem Ergebnis des Geschäftsjahres von 15,33 Millionen Euro. Aus Anlegersicht bedeutet das: Der Ertrag wurde überwiegend durch Kurssteigerungen im Portfolio getragen, nicht durch laufende Ausschüttungskraft.
Kosten
Die laufenden Kosten sind für einen aktiv gemanagten Aktienfonds moderat. Die Gesamtkostenquote betrug 0,21 Prozent. In der Ertragsrechnung stehen Verwaltungsvergütung von 54.579,28 Euro, Verwahrstellenvergütung von 36.001,69 Euro, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten von 21.154,50 Euro sowie sonstige Aufwendungen von 25.578,22 Euro. Hinzu kamen Transaktionskosten von 110.165,62 Euro. Bezogen auf die Gesamterträge von 896.124,67 Euro und den ordentlichen Nettoertrag von 756.608,84 Euro sind die laufenden Kosten relativ niedrig; sie haben das Jahresergebnis erkennbar belastet, aber nicht dominiert.
Eine Beratungsvergütung fällt laut Bericht für die Anteilklasse XT nicht an. Auch eine Performance Fee wird nicht erhoben. Für Anleger ist das positiv, weil die Kostenstruktur vergleichsweise klar und einfach bleibt.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio ist klar aktienorientiert. Aktien machten 66,15 Prozent des Fondsvermögens aus, Investmentanteile 33,04 Prozent; Bankguthaben lagen nur bei 0,82 Prozent. Damit ist der Fonds nahezu voll investiert und hält nur geringe Liquiditätsreserven. Die größten Einzelpositionen waren der Xtrackers MSCI USA ETF mit 17,32 Prozent, der iShares Core MSCI Europe ETF mit 9,50 Prozent, ASML mit 4,66 Prozent, NVIDIA mit 4,36 Prozent und Microsoft mit 3,68 Prozent des Nettofondsvermögens. Auch weitere große Positionen wie Alphabet, Amazon, Apple, Broadcom, JPMorgan, GE Vernova oder Eli Lilly zeigen eine starke Ausrichtung auf große internationale Qualitäts- und Wachstumswerte.
Regional war der Fonds im Jahresverlauf flexibel positioniert: Zunächst wurden nordamerikanische Aktien übergewichtet und europäische untergewichtet, später drehte die Verwaltung zeitweise zugunsten Europas, bevor zum Ende wieder Nordamerika stärker gewichtet wurde. An den Top-Positionen zeigt sich zugleich ein Klumpenrisiko in Richtung USA und Technologie- beziehungsweise Wachstumswerte. Neben Direktanlagen nutzt der Fonds auch Zielfonds, darunter eigene und fremde ETFs. Das reduziert nicht automatisch das Risiko, sondern verschiebt es teilweise in Fondsstrukturen und deren jeweilige Strategien.
Risiken und Auffälligkeiten
Aus Anlegersicht auffällig ist vor allem das negative realisierte Veräußerungsergebnis von 3,24 Millionen Euro. Das zeigt, dass Verkäufe im Berichtsjahr insgesamt nicht mit Gewinn abgeschlossen wurden. Positiv war dagegen die starke Aufwertung des Portfolios, die das Gesamtergebnis deutlich ins Plus zog. Die Risikohinweise des Berichts sind typisch für einen Aktienfonds, aber in dieser Konstellation besonders relevant: hohe Marktschwankungen, Währungsrisiken, Emittentenrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus der Nutzung von Zielfonds. Der Fonds setzte im Geschäftsjahr keine Derivate ein; das Derivate-Exposure lag bei null Euro, die durchschnittliche Value-at-Risk-Auslastung betrug 98,3 Prozent bei einer Bandbreite von 83,9 bis 105,3 Prozent relativ zum Vergleichsvermögen.
Verändert haben sich im Berichtsjahr zudem Name und Struktur: Aus „HAL Global Quality Dynamic“ wurde zunächst „HAL Classic Quality Dynamic“ und ab 15. Juni 2026 „Bethmann HAL Classic Quality Dynamic“. Gleichzeitig wurden Verkaufsprospekt und Anlagebedingungen angepasst. Solche Änderungen sind für Anleger vor allem deshalb wichtig, weil sie auf eine organisatorische Neuordnung und eine veränderte Zuordnung innerhalb der Gruppe hinweisen.
Fazit für Anleger
Der Fonds hat das Geschäftsjahr mit einem deutlichen Vermögenszuwachs und einer starken Wertentwicklung abgeschlossen. Die Kennzahlene zeigen jedoch auch, dass das Ergebnis wesentlich von Marktbewegungen und nicht von laufenden Erträgen getragen wurde. Thesauriert wurde nicht in dem Sinn, dass ein ausschüttungsfähiger Betrag blieb; vielmehr wurde das realisierte Ergebnis von minus 2,49 Millionen Euro vollständig aus dem Sondervermögen ausgeglichen, sodass für die Wiederanlage 0,00 Euro verfügbar waren. Der Abschlussprüfer erteilt ein uneingeschränktes Prüfungsurteil: Der Jahresbericht entspricht nach seiner Beurteilung in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB und vermittelt ein zutreffendes Bild der Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds.