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Windpark AbensBlersum 2025: 12,68 Millionen Euro Verbindlichkeiten – Jahresabschluss enthält auffällige Zahlenabweichungen
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Windpark AbensBlersum 2025: 12,68 Millionen Euro Verbindlichkeiten – Jahresabschluss enthält auffällige Zahlenabweichungen

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Der am 29. Juni 2026 festgestellte Jahresabschluss der Windpark AbensBlersum GmbH & Co. KG zeigt ein Unternehmen mit weiterhin erheblichem Anlagevermögen und einer vergleichsweise hohen Fremdfinanzierung.

Die Bilanzsumme sank von 19,87 Millionen Euro auf 17,77 Millionen Euro.

Das entspricht rechnerisch einem Rückgang um rund 2,10 Millionen Euro beziehungsweise 10,6 Prozent.

Anlagevermögen sinkt um gut zwei Millionen Euro

Der größte Vermögensposten bleibt das Anlagevermögen.

Zum 31. Dezember 2025 waren dort 12,89 Millionen Euro ausgewiesen. Ende 2024 waren es noch 14,95 Millionen Euro.

Der Rückgang beträgt damit rund 2,06 Millionen Euro beziehungsweise 13,8 Prozent.

Fast das gesamte Anlagevermögen entfällt auf Sachanlagen. Diese gingen von 14,88 Millionen Euro auf 12,82 Millionen Euro zurück.

Die Finanzanlagen blieben dagegen unverändert bei 75.000 Euro.

Der Jahresabschluss erläutert, dass abnutzbares Sachanlagevermögen linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben wird. Aus den vorgelegten Bilanzangaben allein lässt sich allerdings nicht feststellen, in welchem Umfang der Rückgang ausschließlich auf planmäßige Abschreibungen oder gegebenenfalls auf weitere Veränderungen des Anlagenbestandes zurückzuführen ist.

Umlaufvermögen bleibt nahezu konstant

Das Umlaufvermögen veränderte sich in der Summe kaum.

Ende 2024 waren 4,526 Millionen Euro ausgewiesen, Ende 2025 waren es 4,529 Millionen Euro.

Innerhalb dieses Postens kam es jedoch zu erheblichen Verschiebungen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen von 1,23 Millionen Euro auf 2,25 Millionen Euro.

Das ist ein Zuwachs um rund 1,02 Millionen Euro beziehungsweise 82,7 Prozent.

Gleichzeitig gingen die liquiden Mittel deutlich zurück.

Bankguthaben sinken um mehr als eine Million Euro

Zum Jahresende 2025 verfügte die Gesellschaft laut Bilanz über liquide Mittel von 2.276.238 Euro.

Ein Jahr zuvor waren es noch 3.292.381 Euro.

Damit verringerte sich dieser Posten um rund 1,02 Millionen Euro beziehungsweise 30,9 Prozent.

Bemerkenswert ist die gegenläufige Entwicklung: Während die liquiden Mittel um gut eine Million Euro abnahmen, nahmen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in ungefähr derselben Größenordnung zu.

Aus der Bilanz allein lässt sich allerdings nicht ableiten, ob zwischen diesen Entwicklungen ein unmittelbarer Zusammenhang besteht.

Auch über die Zusammensetzung der Forderungen enthält der vorgelegte Abschluss keine weitergehende Aufschlüsselung.

Eigenkapital unverändert bei 4,63 Millionen Euro

Das ausgewiesene Eigenkapital beträgt unverändert 4,63 Millionen Euro.

Es besteht vollständig aus den Kapitalanteilen der Kommanditisten.

Ein Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust wird sowohl für 2024 als auch für 2025 mit 0 Euro angegeben.

Daraus darf allerdings nicht geschlossen werden, dass die Gesellschaft 2025 weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet hat.

Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit Umsätzen, Stromerlösen, Betriebskosten, Abschreibungen, Zinsaufwendungen und Jahresergebnis ist in den vorgelegten Angaben nicht enthalten. Der mit null ausgewiesene Bilanzgewinn ist daher nicht mit einem Jahresergebnis von null gleichzusetzen.

Gemessen an der Bilanzsumme ergibt sich zum 31. Dezember 2025 rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 26,1 Prozent.

Im Vorjahr lag sie aufgrund der höheren Bilanzsumme rechnerisch bei etwa 23,3 Prozent.

Die Quote hat sich damit verbessert, obwohl der absolute Eigenkapitalbetrag unverändert blieb.

Verbindlichkeiten sinken um gut 2,1 Millionen Euro

Auf der Passivseite fällt insbesondere der Rückgang der Verbindlichkeiten auf.

Sie verminderten sich von

14.783.371 Euro Ende 2024

auf

12.677.942 Euro Ende 2025.

Das entspricht einem Rückgang um rund 2,11 Millionen Euro beziehungsweise 14,2 Prozent.

Die Rückstellungen blieben mit 461.080 Euro nahezu unverändert.

Damit ist der Rückgang der Bilanzsumme im Wesentlichen von einem niedrigeren Anlagevermögen auf der Aktivseite und geringeren Verbindlichkeiten auf der Passivseite geprägt.

Mehr als zehn Millionen Euro langfristige Verbindlichkeiten – laut Bilanz

Die Bilanz selbst weist von den insgesamt 12,68 Millionen Euro Verbindlichkeiten 10.093.807,50 Euro mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr aus.

Weitere 2.584.134,52 Euro sollen eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr besitzen.

Rechnerisch ergeben diese beiden Positionen exakt die gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten von 12.677.942,02 Euro.

Im Vorjahr waren laut Bilanz noch 12.222.493,50 Euro länger als ein Jahr gebunden.

Die längerfristigen Verbindlichkeiten gingen nach diesen Bilanzangaben somit um rund 2,13 Millionen Euro beziehungsweise 17,4 Prozent zurück.

Aber der Anhang nennt andere Restlaufzeiten

An dieser Stelle fällt eine erhebliche Abweichung innerhalb des veröffentlichten Jahresabschlusses auf.

Im Anhang heißt es beim gesonderten „Restlaufzeitvermerk“, die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr hätten zum Jahresende lediglich 2.312.941,63 Euro betragen.

Für Verbindlichkeiten mit mehr als einem Jahr Restlaufzeit werden dort 7.965.121,50 Euro genannt.

Zusammen ergeben diese beiden Beträge lediglich:

10.278.063,13 Euro.

Das sind rund 2,40 Millionen Euro weniger als die in der Bilanz ausgewiesenen gesamten Verbindlichkeiten von 12.677.942,02 Euro.

Bemerkenswert ist außerdem, dass diese 10.278.063,13 Euro exakt dem Betrag entsprechen, den der Anhang unmittelbar zuvor als durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherte Verbindlichkeiten bezeichnet.

Ob diese Übereinstimmung die Abweichung erklärt oder ob den Angaben eine andere Abgrenzung zugrunde liegt, wird im vorgelegten Abschluss nicht erläutert.

Eine eigenständige Korrektur oder Interpretation wäre deshalb nicht angebracht.

Auch die Vorjahreswerte passen nicht zusammen

Dasselbe Problem zeigt sich bei den Vorjahresangaben.

In der Bilanz werden zum 31. Dezember 2024 Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von 12.222.493,50 Euro ausgewiesen.

Im späteren Restlaufzeitvermerk des Anhangs steht für das Vorjahr dagegen ein Betrag von 10.093.807,50 Euro.

Auch hier besteht somit eine erhebliche Differenz.

Welche Zahlen für welche konkrete Abgrenzung gelten sollen, lässt sich aus dem vorgelegten Jahresabschluss nicht eindeutig erkennen.

Keine Verbindlichkeiten mehr mit mehr als fünf Jahren Restlaufzeit

Eine weitere auffällige Veränderung betrifft die besonders langfristigen Verpflichtungen.

Zum 31. Dezember 2024 bestanden laut Anhang noch bilanzierte Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren in Höhe von 1.579.063,50 Euro.

Für Ende 2025 wird dieser Betrag mit 0 Euro angegeben.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Verbindlichkeiten vollständig zurückgezahlt wurden. Sie könnten beispielsweise inzwischen aufgrund des Zeitablaufs in eine kürzere Restlaufzeitklasse gefallen sein.

Welche Entwicklung konkret dahintersteht, erläutert der vorgelegte Abschluss nicht.

10,28 Millionen Euro durch Sicherungsrechte abgesichert

Der Gesamtbetrag der Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder vergleichbare Rechte gesichert sind, wird mit 10.278.063,13 Euro angegeben.

Gemessen an den gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten von 12.677.942 Euro entspricht dies rechnerisch rund 81,1 Prozent.

Welche konkreten Vermögensgegenstände als Sicherheiten dienen und zugunsten welcher Gläubiger die Sicherungsrechte bestehen, wird in den vorgelegten Angaben nicht näher erläutert.

Besonders auffällig: Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern

Eine zweite erhebliche Unstimmigkeit betrifft die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

In der Bilanz werden zum 31. Dezember 2025 Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von

2.399.878,89 Euro

ausgewiesen.

Für 2024 stehen dort

2.409.093,44 Euro.

Im Anhang befindet sich jedoch eine gesonderte Tabelle über Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Dort werden die Gesellschafterverbindlichkeiten für 2025 lediglich mit

6.073 Euro

und für 2024 mit

12.033,60 Euro

angegeben.

Damit besteht für 2025 zwischen Bilanz und Anhang eine Differenz von rund 2,394 Millionen Euro.

Das ist keine bloße Rundungsabweichung.

Ob unterschiedliche Definitionen, Zuordnungen oder sonstige bilanzielle Abgrenzungen dahinterstehen, wird anhand der vorliegenden Veröffentlichung nicht deutlich.

Gerade weil beide Angaben ausdrücklich auf Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern Bezug nehmen, wäre eine Erläuterung dieser Differenz für den Bilanzleser hilfreich.

Fortführung des Unternehmens angenommen

Der Jahresabschluss wurde ausdrücklich unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 1 HGB erstellt.

Die Gesellschaft erklärt zudem, dass die bisherigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen beibehalten wurden.

Ein grundlegender Methodenwechsel gegenüber dem Vorjahr habe nicht stattgefunden.

Aus dem vorgelegten Jahresabschluss ergeben sich damit keine Hinweise darauf, dass bei der Bilanzierung von der Fortführungsannahme abgewichen wurde.

Windparkgesellschaft mit 17,77 Millionen Euro Bilanzsumme

Zum Jahresende ergibt sich damit folgendes Bild:

Die Windpark AbensBlersum GmbH & Co. KG verfügte über eine Bilanzsumme von 17,77 Millionen Euro.

Davon entfielen 12,89 Millionen Euro auf Anlagevermögen und 4,53 Millionen Euro auf Umlaufvermögen.

Die Gesellschaft verfügte über 2,28 Millionen Euro liquide Mittel und wies 2,25 Millionen Euro Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände aus.

Dem standen 4,63 Millionen Euro Eigenkapital, rund 461.000 Euro Rückstellungen und 12,68 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber.

Persönlich haftende Gesellschafterin

Als persönlich haftende Gesellschafterin nennt der Jahresabschluss die Windpark AbensNord BeteiligungsGmbH mit Sitz in Wittmund-Burhafe.

Ihr gezeichnetes Kapital wird mit 25.871,37 Euro angegeben.

Unter der Unterschrift der Geschäftsführung werden Gerd Puse und Hajo de Buhr genannt.

Der Jahresabschluss wurde am 29. Juni 2026 festgestellt und am 29. September 2026 veröffentlicht.

Soliderer Verschuldungsgrad – aber offene Fragen im Anhang

Rein bilanziell hat sich die Kapitalstruktur gegenüber 2024 verbessert.

Die Verbindlichkeiten sind um rund 2,11 Millionen Euro zurückgegangen, während das Eigenkapital unverändert blieb. Dadurch erhöhte sich die rechnerische Eigenkapitalquote von rund 23,3 auf 26,1 Prozent.

Gleichzeitig sind die liquiden Mittel allerdings um gut eine Million Euro beziehungsweise knapp 31 Prozent gesunken. Die Forderungen haben sich dagegen um mehr als 80 Prozent erhöht.

Über die operative wirtschaftliche Entwicklung lässt sich anhand der vorliegenden Bilanz nur begrenzt urteilen. Insbesondere fehlen in den übermittelten Angaben Umsatzerlöse, Stromerträge, Zinsaufwand und Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag.

Besonderen Erklärungsbedarf erzeugen vielmehr die internen Abweichungen des veröffentlichten Zahlenwerks.

In der Bilanz stehen 12,68 Millionen Euro Gesamtverbindlichkeiten, während die im Anhang genannten kurz- und längerfristigen Beträge zusammen lediglich 10,28 Millionen Euro ergeben.

Noch deutlicher ist die Differenz bei den Gesellschafterverbindlichkeiten: 2,40 Millionen Euro laut Bilanz stehen lediglich 6.073 Euro in der entsprechenden Anhangtabelle gegenüber.

Ohne zusätzliche Erläuterungen der Gesellschaft lässt sich nicht seriös beurteilen, worauf diese Unterschiede beruhen.

Sie ändern nichts daran, dass die Bilanz selbst aufgeht. Für Leser des Jahresabschlusses erschweren sie jedoch die Beurteilung, wie die 12,68 Millionen Euro Verbindlichkeiten im Einzelnen strukturiert sind.

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