Die RheinEnergie-Stadtwerke Duisburg Windpark Verwaltungs-GmbH hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 vorgelegt. Die beim Amtsgericht Duisburg unter HRB 31869 eingetragene Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2024 eine Bilanzsumme von 23.264,58 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es 26.627,82 Euro.
Hinter der vergleichsweise kleinen Bilanz steht allerdings kein operativer Windparkbetrieb.
Gegenstand der Gesellschaft ist vielmehr die Beteiligung als persönlich haftende und geschäftsführende Gesellschafterin an Kommanditgesellschaften, die Anlagen im Bereich erneuerbarer Energien bauen, besitzen und betreiben.
Konkret betrifft dies die Windpark Koßdorf III GmbH & Co. KG, die Windpark Staustein GmbH & Co. KG und die Windpark Fleetmark II GmbH & Co. KG.
Jahresverlust sinkt von 6.242 auf 1.929 Euro
2024 erwirtschaftete die Verwaltungs-GmbH sonstige betriebliche Erträge von 3.750 Euro. Dieser Betrag war gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen dagegen deutlich zurück: von 9.992,09 Euro im Jahr 2023 auf 5.679,15 Euro im Jahr 2024.
Dadurch verringerte sich der Jahresfehlbetrag von 6.242,09 Euro auf 1.929,15 Euro.
Der Verlust fiel damit um rund 4.313 Euro beziehungsweise rechnerisch etwa 69 Prozent niedriger aus als im Vorjahr.
Nach Angaben der Geschäftsführung stammen die betrieblichen Erträge aus Haftungsvergütungen. In den Gesellschaftsverträgen der drei Kommanditgesellschaften sei hierfür eine Vergütung in Höhe von fünf Prozent ihres im Handelsregister eingetragenen Stammkapitals vereinbart.
Die betrieblichen Aufwendungen von rund 6.000 Euro entfielen laut Lagebericht größtenteils auf die Jahresabschlussprüfung und steuerliche Tätigkeiten.
Bilanzverlust steigt trotzdem auf 9.658 Euro
Trotz des geringeren Jahresfehlbetrags hat sich der angesammelte Bilanzverlust weiter erhöht.
Aus dem Vorjahr bestand bereits ein Verlustvortrag von 7.729,33 Euro. Zusammen mit dem Fehlbetrag 2024 ergibt sich zum Jahresende ein Bilanzverlust von 9.658,48 Euro.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 25.000 Euro. Nach Berücksichtigung des Verlustvortrags und des aktuellen Jahresfehlbetrags verbleibt bilanzielles Eigenkapital von 15.341,52 Euro.
Im Vorjahr waren es noch 17.270,67 Euro.
Bei einer Bilanzsumme von 23.264,58 Euro entspricht dies rechnerisch einer Eigenkapitalquote von rund 65,9 Prozent.
Der angesammelte Bilanzverlust hat damit zwar einen Teil des gezeichneten Kapitals aufgezehrt, das Eigenkapital bleibt jedoch deutlich positiv.
Bankguthaben geht auf 18.617 Euro zurück
Das Vermögen der Gesellschaft besteht ausschließlich aus Umlaufvermögen.
Zum Jahresende lagen 18.616,92 Euro auf Bankkonten. Ende 2023 waren es noch 21.978,45 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um 3.361,53 Euro beziehungsweise rund 15 Prozent.
Hinzu kommen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 4.462,50 Euro sowie sonstige Vermögensgegenstände von 185,16 Euro.
Anlagevermögen besitzt die Gesellschaft nach eigener Darstellung nicht.
Die Geschäftsführung erklärt im Lagebericht ausdrücklich, die liquiden Mittel seien für die Fortführung des Geschäftsbetriebs ausreichend. Außerdem habe die Gesellschaft keine Kredite aufgenommen und sei 2024 jederzeit in der Lage gewesen, ihre Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.
Nur 350 Euro Verbindlichkeiten
Bemerkenswert niedrig sind die bilanziellen Verbindlichkeiten.
Zum Jahresende bestanden lediglich 350 Euro Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Im Vorjahr waren es 1.103,13 Euro.
Deutlich größer sind mit 7.573,06 Euro die Rückstellungen. Davon entfallen laut Bilanz keine Beträge mehr auf Steuerrückstellungen; der Gesamtbetrag besteht aus sonstigen Rückstellungen.
Nach Angaben der Gesellschaft handelt es sich dabei ausschließlich um Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten. Im Lagebericht werden in diesem Zusammenhang die ausstehende Jahresabschlussprüfung, Archivierung und Steuern genannt.
Zwei Unternehmen halten jeweils 50 Prozent
Die Eigentümerstruktur ist paritätisch organisiert.
Jeweils 50 Prozent der Gesellschaftsanteile werden von der ThermoPlus WärmeDirektService GmbH Duisburg und der RheinEnergie Windkraft GmbH aus Köln gehalten. Die Gesellschaft wurde nach Angaben des Lageberichts am 5. Juni 2019 gegründet.
Als Geschäftsführer werden Lars Sünderkamp und Ulrich Bemmann genannt.
Sünderkamp übt die Tätigkeit für die Gesellschaft nebenberuflich aus und ist hauptberuflich bei Unternehmen aus dem Duisburger Versorgungsumfeld tätig. Bemmann ist ebenfalls nebenberuflich Geschäftsführer und hauptberuflich Leiter der Abteilung Erneuerbare Energien bei der RheinEnergie AG.
Geschäftsführung sieht keine wesentlichen Risiken
Der Chancen- und Risikobericht fällt knapp aus.
Nach Einschätzung der Geschäftsführung sind derzeit keine Chancen und Risiken erkennbar, die sich wesentlich auf die Entwicklung der Gesellschaft auswirken.
Auch größere Veränderungen werden für die Zukunft nicht erwartet. Die Verwaltungs-GmbH soll weiterhin ausschließlich als persönlich haftende und geschäftsführende Gesellschafterin der drei Windparkgesellschaften auftreten. Vor diesem Hintergrund erwartet die Geschäftsführung keine nennenswerten Änderungen der wirtschaftlichen Verhältnisse.
Abschlussprüfer ohne Einwendungen
Der Jahresabschluss und der Lagebericht wurden von PKF Fasselt geprüft.
Die Wirtschaftsprüfer kamen zu dem Ergebnis, dass der Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den handelsrechtlichen Vorschriften entspricht und ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt.
Auch gegen die Ordnungsmäßigkeit des Lageberichts erhoben die Prüfer keine Einwendungen.
Die Gesellschafterversammlung stellte den Jahresabschluss am 25. August 2025 fest und beschloss, den Jahresfehlbetrag von 1.929,15 Euro auf das kommende Geschäftsjahr vorzutragen.
Kleine Verwaltungs-GmbH – nicht mit den Windparks selbst verwechseln
Für die Einordnung der Zahlen ist die gesellschaftsrechtliche Konstruktion entscheidend.
Die Bilanzsumme von nur rund 23.000 Euro bedeutet nicht, dass die drei genannten Windparks zusammen lediglich Vermögen in dieser Größenordnung besitzen. Die RheinEnergie-Stadtwerke Duisburg Windpark Verwaltungs-GmbH übernimmt vielmehr die Rolle der persönlich haftenden und geschäftsführenden Gesellschafterin.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Windpark Koßdorf III GmbH & Co. KG, Windpark Staustein GmbH & Co. KG und Windpark Fleetmark II GmbH & Co. KG müssten deshalb anhand der jeweiligen Abschlüsse dieser Gesellschaften gesondert betrachtet werden.