Ein Batteriespeicher gilt für viele Hausbesitzer als naheliegende Ergänzung zur eigenen Photovoltaikanlage. Tagsüber erzeugten Solarstrom speichern und ihn abends selbst verbrauchen – das klingt zunächst nach einer einfachen Rechnung. Eine Studie von Fraunhofer Austria kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass viele für Privathaushalte empfohlene PV-Speicher zu groß dimensioniert sind.
Das kann sich finanziell bemerkbar machen. Laut der Studie benötigen selbst kleinere Batteriespeicher häufig rund acht Jahre, bis sie sich amortisieren. Bei größeren Speichersystemen könne eine wirtschaftliche Amortisation teilweise sogar ganz ausbleiben.
Größerer Speicher bedeutet nicht automatisch größere Ersparnis
Das grundsätzliche Problem: Ein größerer Akku kann zwar mehr überschüssigen Solarstrom aufnehmen. Die zusätzliche Speicherkapazität bringt einem Haushalt aber nur dann einen wirtschaftlichen Vorteil, wenn sie im Alltag tatsächlich regelmäßig genutzt werden kann.
Nach Darstellung der Forschenden orientieren sich viele Hausbesitzer bei der Auswahl ihres Batteriespeichers eher am Gefühl als an einer konkreten Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Damit besteht das Risiko, für Speicherkapazität zu bezahlen, die später nicht ausreichend genutzt wird.
Selbst kleine Speicher brauchen laut Studie Jahre
Besonders bemerkenswert ist die genannte Amortisationsdauer. Selbst kleinere PV-Speicher rechnen sich der Untersuchung zufolge häufig erst nach acht Jahren.
Bei größeren Modellen fällt die Bilanz teilweise noch ungünstiger aus: Sie können laut Bericht so stark überdimensioniert sein, dass sie sich wirtschaftlich gar nicht amortisieren.
Damit stellt die Untersuchung nicht grundsätzlich den Nutzen von Batteriespeichern infrage. Sie weist vielmehr darauf hin, dass die richtige Dimensionierung entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sein kann.
Eigenverbrauch allein entscheidet nicht
Ein Batteriespeicher soll vor allem den Eigenverbrauch des selbst erzeugten Solarstroms erhöhen. Strom, der tagsüber nicht unmittelbar benötigt wird, landet zunächst im Akku und kann später im Haushalt verwendet werden.
Doch eine höhere Eigenverbrauchsquote bedeutet nicht automatisch, dass sich jede zusätzliche Kilowattstunde Speicherkapazität finanziell lohnt. Den zusätzlichen Einsparmöglichkeiten stehen schließlich die Anschaffungskosten des Speichers gegenüber.
Die Studie von Fraunhofer Austria legt dem Bericht zufolge nahe, dass diese wirtschaftliche Abwägung beim Kauf nicht immer ausreichend berücksichtigt wird.
Kauf nach Gefühl kann teuer werden
Genau davor warnen die Forschenden. Wer sich ohne konkrete Berechnung für einen möglichst großen Speicher entscheidet, kann am Ende zwar über viel Speicherkapazität verfügen, diese aber wirtschaftlich nicht sinnvoll auslasten.
Wie groß ein Speicher für einen konkreten Haushalt sein sollte, lässt sich aus dem vorliegenden Ausschnitt allerdings nicht ableiten. Dafür fehlen unter anderem die detaillierten Annahmen und Berechnungsergebnisse der Studie.
Auch konkrete Empfehlungen zu Speichergrößen, Anschaffungspreisen oder zur jeweils optimalen Relation zwischen Photovoltaikleistung und Akkukapazität enthält der vorliegende Textausschnitt nicht.
Die zentrale Aussage ist dennoch deutlich: Bei PV-Batteriespeichern ist größer nicht automatisch wirtschaftlicher. Nach der Untersuchung von Fraunhofer Austria sind viele angebotene beziehungsweise empfohlene Speicher für Privathaushalte überdimensioniert – und können dadurch erheblich länger brauchen, um ihre Anschaffungskosten wieder einzuspielen, oder diesen Punkt überhaupt nicht erreichen.