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Leipziger OB Kandidat:Dirk Panter und Leipzig: Schon wieder ein Westimport für die große Stadtveredelung?
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Leipziger OB Kandidat:Dirk Panter und Leipzig: Schon wieder ein Westimport für die große Stadtveredelung?

Kaufdex (CC0), Pixabay

Wessi und Ossi sollte es nach fast 40 Jahren nicht mehr geben, aber ganz ehrlich wir brauchen Jemand von hier. Leipzig sucht einen Oberbürgermeister. Und wer steht plötzlich bereit? Dirk Panter. Wirtschaftsminister in Sachsen, politisch erfahren, gut vernetzt und offenbar der Meinung, dass man in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als Wirtschaftsminister ruhig mal schauen kann, ob in Leipzig nicht gerade ein schönerer Stuhl frei wird.

Man muss das erst einmal wirken lassen. Sachsen hat wirtschaftliche Probleme, Unternehmen kämpfen, Arbeitsplätze wackeln, der Standort braucht Aufmerksamkeit. Und der zuständige Minister sagt sinngemäß: Leipzig wäre jetzt auch ganz nett.

Da darf man als Bürger schon fragen: Ist das Verantwortungsgefühl oder eher berufliche Neuorientierung mit Dienstwagen?

Für mich wirkt Panters Wechselwunsch wie politische Fahnenflucht mit eingebautem Rückfahrschein. Wenn es in Leipzig klappt, ist er Oberbürgermeister. Wenn nicht, bleibt er eben Minister. So ein Netz mit doppeltem Boden hätten viele Leipziger auch gern, wenn sie sich beruflich verändern. Leider heißt es bei normalen Leuten nicht „strategische Kandidatur“, sondern Bewerbungsgespräch mit ungewissem Ausgang.

Und dann kommt noch etwas dazu: Dirk Panter ist wieder so ein politischer Westimport. Seufz. Leipzig, diese Stadt voller kluger, eigensinniger, erfahrener Menschen, soll offenbar erneut jemanden bekommen, der nicht wirklich von hier kommt, aber uns erklären darf, wie Stadt geht. Als hätten wir zwischen Auwald, Eisenbahnstraße, Südvorstadt, Paunsdorf und Grünau niemanden gefunden, der Leipzig kennt, Leipzig fühlt und Leipzig nicht erst im Wahlkampf entdeckt.

Wir brauchen Menschen von hier. Menschen, die wissen, wie diese Stadt tickt. Die nicht nur Leipzig sagen, weil es auf einem Karrierezettel gut aussieht. Die nicht bei der ersten Gelegenheit Richtung Berlin, Dresden oder sonst wohin schielen, sobald dort ein größeres Amt winkt.

Denn genau das ist die Sorge: Wenn Panter schon als Wirtschaftsminister mitten in schwierigen Zeiten absprungbereit wirkt, wer garantiert uns, dass er als Oberbürgermeister nicht auch irgendwann „in den Sack haut“, sobald ein Anruf aus Berlin kommt? Leipzig braucht keinen Oberbürgermeister mit politischem Schleudersitz.

Natürlich wird man uns erklären, Erfahrung sei wichtig. Netzwerke seien wichtig. Regierungserfahrung sei wichtig. Mag alles sein. Aber Bodenhaftung ist auch wichtig. Herkunft ist nicht alles, aber Verbundenheit ist etwas. Und die kann man nicht kurz vor der Wahl wie ein Plakat ankleben.

Am Ende steht für mich fest: Leipzig braucht keinen Kandidaten, der aussieht wie eine Versetzung aus der politischen Zentralverwaltung. Leipzig braucht jemanden, der wirklich hier verwurzelt ist. Nicht noch einen Westimport mit Karrierekompass.

Dirk Panter mag vieles sein. Für mich ist er aber vor allem ein Minister auf Absprung. Und Leipzig sollte sehr genau überlegen, ob es ausgerechnet so jemanden ins Rathaus setzen will.

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