Dark Mode Light Mode
Gewährleistung und Garantie
Investmentangebote der Woche: Hohe Zinsen, grüne Versprechen und immer wieder das Totalverlustrisiko
Busunglück mit 2 Toten in bayern

Investmentangebote der Woche: Hohe Zinsen, grüne Versprechen und immer wieder das Totalverlustrisiko

stevepb (CC0), Pixabay

Zwölf Prozent für ein Immobilienprojekt, bis zu elf Prozent für grünen Wasserstoff oder eine Beteiligung an einer wiederbelebten österreichischen Motorradmarke: Wer derzeit nach Kapitalanlagen außerhalb von Tagesgeld und klassischen Fonds sucht, findet im deutschsprachigen Raum reichlich Angebote.

Doch unsere Recherche zeigt erneut: Je beeindruckender die Rendite auf der Werbeseite aussieht, desto wichtiger wird die Frage auf der Risikoseite.

Kann ich mein gesamtes Geld verlieren?

Bei vielen der untersuchten Crowdinvestments lautet die Antwort eindeutig:

Ja.

Bei klassischen Unternehmensanleihen ist ein vollständiger Verlust ebenfalls grundsätzlich möglich, wenn der Emittent insolvent wird und für die Gläubiger nichts übrig bleibt. Das Risiko ist dort jedoch strukturell anders zu bewerten als bei qualifizierten Nachrangdarlehen oder jungen Unternehmen.

Was ergab der Abgleich mit investmentpruefung.de?

Wir haben die genannten Emittenten zusätzlich mit investmentpruefung.de abgeglichen.

Das Portal stellt derzeit allerdings keine frei zugängliche Datenbank bereit, in der fertige Emittentenanalysen öffentlich durchsucht werden können. Nutzer geben dort ein Investment ein und erhalten nach einer kostenpflichtigen Einzelprüfung ein KI-gestütztes Dossier. Nach Angaben des Portals werden dabei unter anderem Totalverlustrisiko, Liquidität, aktuelle Nachrichten und rechtliche Risikofaktoren untersucht. Eine Prüfung kostet derzeit 4,99 Euro.

Bei unserer öffentlichen Suche waren zu den nachfolgend genannten Emittenten keine frei zugänglichen individuellen Prüfdossiers von investmentpruefung.de auffindbar.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass investmentpruefung.de die Unternehmen positiv oder negativ bewertet hätte. Es bedeutet lediglich, dass das Ergebnis einer dortigen Einzelprüfung nicht öffentlich abrufbar ist.

Deutschland

Eternal Power: Bis zu elf Prozent für grünen Wasserstoff – aber Anleger stehen im Nachrang

Eines der auffälligsten derzeitigen Angebote kommt von der Eternal Power GmbH aus Hamburg.

Über bettervest und WIWIN wird Kapital für die Entwicklung einer großen Wasserstoffproduktion in Dummerstorf in Mecklenburg-Vorpommern eingesammelt. Insgesamt soll das Projekt perspektivisch eine Elektrolysekapazität von bis zu 380 Megawatt erreichen.

Die Verzinsung hat es in sich.

Anleger erhalten bis zu 9 Prozent pro Jahr. Werden bestimmte Meilensteine erreicht, kann ein zusätzlicher Bonus von insgesamt bis zu zwei Prozentpunkten hinzukommen. Damit sind theoretisch bis zu 11 Prozent pro Jahr möglich. Die Anleihe läuft bis 2029.

Der hohe Zinssatz hat allerdings einen guten Grund.

Die Anleihe ist nachrangig und nicht besichert. Anleger stehen mit ihren Ansprüchen hinter vorrangigen Gläubigern. Sicherheiten oder verpfändete Vermögenswerte gibt es nach den veröffentlichten Angebotsinformationen nicht.

Die Plattform weist deshalb ausdrücklich darauf hin, dass ein vollständiger Verlust des investierten Vermögens möglich ist.

Das Geschäftsmodell ist zudem kapitalintensiv. Große Wasserstoffprojekte benötigen Genehmigungen, erhebliche Finanzierungsmittel, Abnehmer und letztlich einen wirtschaftlichen Betrieb.

Totalverlustrisiko: Ja, ausdrücklich vorhanden.

Investmentprüfung.de: Kein öffentlich zugängliches Emittentendossier gefunden.

Wattner Solarkraftwerk Zahna: Fünf Prozent mit funktionierendem Solarpark – trotzdem kein Sparbuch

Deutlich niedriger fällt die Rendite beim aktuellen Solarangebot aus dem Hause Wattner aus.

Beim Solarkraftwerk Zahna handelt es sich um einen bereits in Betrieb befindlichen Solarpark mit rund 41 Megawattpeak Leistung. Anleger können sich nach den veröffentlichten Angaben ab 500 Euro beteiligen.

Geboten werden 5 Prozent Zinsen pro Jahr, ergänzt um mögliche Boni.

Auf den ersten Blick wirkt dieses Investment konservativer als manche zweistellige Immobilienfinanzierung.

Doch auch hier sollte niemand den Begriff „Solarpark“ mit „Sicherheit“ verwechseln.

Die Finanzierung erfolgt über ein Nachrangdarlehen beziehungsweise Crowdinvestment.

Der gesetzliche Warnhinweis ist eindeutig:

Der Erwerb der Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Positiv ist, dass hinter der Anlage ein realer und bereits produzierender Solarpark steht. Das reduziert bestimmte Projektentwicklungsrisiken.

Es beseitigt jedoch weder Emittentenrisiko noch Nachrangrisiko.

Totalverlustrisiko: Ja, ausdrücklich vorhanden.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

München: Zwölf Prozent für eine Projektierung – das ist kein Festgeld

Bei dagobertinvest wurde in dieser Woche das Projekt „Projektierung in München“ mit einer Verzinsung von rund 12 Prozent pro Jahr geführt.

Emittentin beziehungsweise Projektgesellschaft ist die BFH Projektgesellschaft GmbH.

Das Unternehmen hat ein rund 910 Quadratmeter großes Grundstück in München erworben. Geplant sind vier Doppelhaushälften. Die Grundstücke sollen baureif entwickelt und anschließend zusammen mit Werkverträgen verkauft werden.

Die Konstruktion erscheint auf den ersten Blick überschaubar.

Grundstück kaufen.

Baurecht schaffen.

Verkaufen.

Geld zurückzahlen.

Nur liegen genau zwischen diesen vier Punkten die Risiken.

Verzögerungen bei Planung und Verkauf, schlechtere Immobilienpreise, Finanzierungskosten oder ausbleibende Käufer können die Kalkulation verändern.

Ein Zinssatz von zwölf Prozent sollte deshalb nicht als Geschenk verstanden werden.

Er ist vor allem der Preis, den der Emittent für vergleichsweise teures Anlegerkapital zu zahlen bereit ist.

Totalverlustrisiko: Bei dieser Art projektbezogener Crowdfinanzierung grundsätzlich möglich; entscheidend sind Rang und Sicherheiten der konkreten Tranche.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

Berlin: 10,5 Prozent für einen neuen Geschosswohnungsbau

Auch Berlin bleibt ein beliebtes Ziel für Crowdinvestments.

Beim Angebot „Neuer Geschosswohnbau in Berlin“ werden aktuell rund 10,5 Prozent Zinsen genannt.

Hinter dem Projekt steht die InvestiX-Gruppe, die nach eigenen Angaben mehr als 3.000 Mietverhältnisse beziehungsweise Immobilienbestände mit einem Wert von über 200 Millionen Euro verwaltet und seit vielen Jahren im Wohnimmobiliengeschäft tätig ist.

Eine längere Unternehmenshistorie ist grundsätzlich hilfreicher als ein Projektentwickler, der erst gestern gegründet wurde.

Sie ersetzt jedoch keine Sicherheit.

Entscheidend bleibt die einzelne Projektgesellschaft.

Kann das Objekt zu den kalkulierten Preisen verkauft werden?

Bleiben Bau- und Finanzierungskosten im Plan?

Und welchen Rang haben die Forderungen der Anleger?

Die angebotenen 10,5 Prozent zeigen, dass auch hier erhebliches Risiko eingepreist wird.

Totalverlustrisiko: grundsätzlich möglich. Bei Nachrang- oder unbesicherten Strukturen besonders hoch.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

Luckenwalde bei Berlin: Elf Prozent und eine Immobilie als Sicherheit – aber keine Vollkaskoversicherung

Das Angebot „Baujuwel nahe Berlin“ stammt von der HABERENT Grundvermögen GmbH & Co. Post KG.

Das Unternehmen entwickelt ein historisches Objekt in Luckenwalde.

Interessant ist hier die Sicherheitenstruktur.

Für Teile der Finanzierung ist ein Grundpfandrecht vorgesehen. Allerdings wird dieses nicht unmittelbar zugunsten jedes einzelnen Investors eingetragen, sondern zugunsten eines Sicherheitentreuhänders.

Der Anleger besitzt damit einen schuldrechtlichen Anspruch auf einen möglichen Verwertungserlös nach Abzug entsprechender Kosten.

Das ist besser als überhaupt keine Sicherheit.

Eine Grundschuld bedeutet aber keineswegs automatisch:

„Mein Geld bekomme ich immer zurück.“

Entscheidend ist im Ernstfall, welchen Wert die Immobilie tatsächlich erzielt und welche Gläubiger gegebenenfalls vorher bedient werden müssen.

Die Gesellschaft ist im Handelsregister aktiv; Jahresabschlüsse für mehrere Geschäftsjahre wurden veröffentlicht.

Totalverlustrisiko: Trotz Sicherheiten nicht vollständig ausgeschlossen. Die tatsächliche Verlusthöhe hängt im Krisenfall insbesondere vom Verwertungserlös und der Rangstellung ab.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

Frankfurt: 10,5 Prozent – und ausdrücklich keine Sicherheiten

Beim Angebot „Dadgar Invest: Metropolregion Frankfurt“ werden rund 10,5 Prozent pro Jahr angeboten.

Hier lohnt sich der Blick besonders tief ins Kleingedruckte.

Das Vermögensanlagen-Informationsblatt weist ausdrücklich darauf hin, dass Anleger einen Verlust bis zu 100 Prozent ihres eingesetzten Kapitals tragen können.

Noch wichtiger:

Für die Rückzahlungsansprüche besteht laut Informationsblatt keine schuldrechtliche oder dingliche Besicherung.

Damit hängt die Rückzahlung letztlich von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Emittenten ab.

Die zweistellige Verzinsung sollte daher nicht isoliert betrachtet werden.

10,5 Prozent sind attraktiv.

Null Euro Rückzahlung allerdings weniger.

Totalverlustrisiko: Ja, ausdrücklich vorhanden. Keine dingliche oder schuldrechtliche Besicherung.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

HELLA: 5,25 Prozent Unternehmensanleihe – anderes Risiko als beim Crowdinvesting

Am 23. September wurde eine neue Anleihe der HELLA GmbH & Co. KGaA mit einem Volumen von 300 Millionen Euro und einem Kupon von 5,25 Prozent geführt. Die Laufzeit reicht bis 2030.

Das ist strukturell etwas völlig anderes als ein Nachrangdarlehen eines kleinen Immobilienentwicklers.

HELLA ist ein großer Automobilzulieferer mit etabliertem operativem Geschäft.

Trotzdem gilt:

Eine Unternehmensanleihe ist keine Einlage auf einem Bankkonto.

Der Anleger besitzt eine Forderung gegen das Unternehmen. Wird der Emittent zahlungsunfähig, können Zinsen und Rückzahlung ausfallen.

Bei einer gewöhnlichen vorrangigen Unternehmensanleihe werden Anleger zwar vor nachrangigen Gläubigern und Aktionären bedient.

Eine Rückzahlungsgarantie gibt es trotzdem nicht.

Totalverlustrisiko: theoretisch ja, bei Insolvenz und vollständigem Forderungsausfall; strukturell jedoch anders als bei Nachrang-Crowdinvestments.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

Österreich

ML Bau Wien: Zwölf Prozent – und spätestens hier sollte man zweimal hinschauen

Beim Projekt ML BAU: Anton-Baumgartner-Straße in Wien wurde in dieser Woche eine Verzinsung von rund 12 Prozent ausgewiesen.

Die österreichische ML Bau GmbH ist unter FN 485131d im Firmenbuch eingetragen. Für mehrere Jahre wurden Jahresabschlüsse hinterlegt.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu anonymen Investmentplattformen ohne nachvollziehbare Gesellschaft.

Aber auch eine eingetragene GmbH kann wirtschaftlich scheitern.

Bei früheren ML-Bau-Crowdinvestments weisen die Vermögensanlageninformationen ausdrücklich auf einen möglichen Totalverlust von 100 Prozent hin. Außerdem bestanden bei dem dort dokumentierten Nachrangdarlehen keine schuldrechtlichen oder dinglichen Sicherheiten.

Für die aktuell beworbene Tranche sind selbstverständlich deren eigene Vertragsunterlagen maßgeblich.

Der Zinssatz von zwölf Prozent zeigt aber bereits, dass Anleger hier kein konservatives Immobilieninvestment erwerben.

Totalverlustrisiko: Bei entsprechender Nachrangstruktur ja. Aktuelle Vertragsunterlagen vor Zeichnung zwingend prüfen.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

AustriaEnergy: Acht Prozent für grüne Energie – Zukunftstechnologie trifft Projektrisiko

Die AustriaEnergy International GmbH entwickelt Wind-, Solar-, Wasserstoff-, Ammoniak- und Speicherprojekte.

Aktuell werden Angebote mit einer Verzinsung von 8 Prozent vermarktet. Bei einer über CONDA angebotenen Schuldverschreibung beträgt die Laufzeit fünf Jahre; die Rückzahlung erfolgt endfällig.

Grüner Wasserstoff und erneuerbare Energien sind zweifellos Wachstumsmärkte.

Doch Projektentwicklung ist etwas anderes als der Betrieb eines fertig gebauten Windparks.

Bis ein großes Energieprojekt Geld verdient, müssen Flächen gesichert, Genehmigungen erlangt, Finanzierungen abgeschlossen und Abnehmer gefunden werden.

Der Wertpapierprospekt von AustriaEnergy nennt deshalb ausdrücklich die Möglichkeit eines Totalverlusts bei Insolvenz der Emittentin.

Auch die CONDA-Angebotsseite warnt ausdrücklich vor Risiken bis hin zum vollständigen Verlust des investierten Geldes.

Totalverlustrisiko: Ja, ausdrücklich vorhanden.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

FZW Bau Salzburg: Neun Prozent für Luxuswohnungen – aber der Anleger trägt das Projektentwicklungsrisiko

In Salzburg-Parsch entwickelt die FZW Bau GmbH unter dem Namen „Grandezza“ ein hochwertiges Mehrfamilienhaus.

Geplant sind vier Wohnungen und ein Penthouse mit insgesamt rund 633 Quadratmetern Wohnfläche.

Aktuelle Übersichten nennen eine Verzinsung von etwa 9 Prozent.

Das Unternehmen wurde 2022 gegründet. In einer aktuellen Registerauswertung finden sich keine dort erfassten Verwertungs- oder Zahlungsunfähigkeitsedikte; mehrere Jahresabschlüsse wurden hinterlegt.

Das darf aber nicht mit Sicherheit verwechselt werden.

Das ursprüngliche Informationsblatt des Investments bezeichnete die Finanzierung als unbesichertes Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt.

Dort wird zudem ausdrücklich erklärt, dass Anleger bis zu 100 Prozent des eingesetzten Kapitals verlieren können und keine dingliche oder schuldrechtliche Besicherung besteht.

Totalverlustrisiko: Ja, ausdrücklich vorhanden.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

HMW Mobility: Die Motorradmarke lebt wieder – das Anlegergeld fährt allerdings ohne Airbag

Ein besonders ungewöhnliches Investment kommt aus Österreich.

Die traditionsreiche Marke Halleiner Motorenwerke – HMW wird als HMW Mobility neu aufgebaut. Angeboten werden elektrische sowie klassische Zweiräder.

Anleger können über CONDA einen Genussschein erwerben.

Die Mindestzeichnung beträgt 250 Euro. Das Platzierungsvolumen liegt bei 750.000 Euro. Die Laufzeit ist unbegrenzt. Anleger sollen am Gewinn und an einer möglichen Wertsteigerung des Unternehmens beteiligt werden.

Das Unternehmen befindet sich noch in einer frühen Wachstumsphase.

Für 2025 werden rund 230.000 Euro Umsatz genannt, während für 2027 bereits mehr als sechs Millionen Euro angestrebt werden.

Das zeigt die Chance – aber gleichzeitig auch das Risiko.

Zwischen 230.000 und sechs Millionen Euro liegt kein gemütlicher Spaziergang, sondern eine enorme Skalierungsaufgabe.

Die Angebotsseite formuliert entsprechend deutlich:

Es handelt sich um eine unternehmerische Anlage ohne Einlagensicherung und mit Risiken bis zum vollständigen Verlust des Kapitals.

Totalverlustrisiko: Ja, ausdrücklich vorhanden.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

HEROSAN Petcare: Neun Prozent für Tiergesundheit

Die österreichische HEROSAN Petcare GmbH sammelt über Invesdor Kapital ein.

Anleger können ab 250 Euro investieren. Angeboten werden 9 Prozent Festzins pro Jahr bei fünf Jahren Laufzeit. Das Geld soll insbesondere in Produktentwicklung, Marketing und E-Commerce fließen.

HEROSAN ist seit 2019 im österreichischen Firmenbuch eingetragen.

Im September 2026 wurden neue Gesellschafterstrukturen eingetragen. Zu den Gesellschaftern gehören inzwischen unter anderem die REPLOID Group AG, die PT 26 Holding GmbH und die Biogena Management Holding GmbH.

Der Jahresabschluss 2025 weist nach einer öffentlich zugänglichen Registerauswertung eine Bilanzsumme von rund 1,44 Millionen Euro aus. Davon entfielen rund 859.000 Euro auf Eigenkapital.

Das ist bei der Beurteilung durchaus relevant.

Es ändert aber nichts daran, dass Anleger eine Forderung gegen ein vergleichsweise kleines Unternehmen erwerben.

Neun Prozent Zins sind auch hier kein Zufall.

Totalverlustrisiko: Ja. Bei Insolvenz einer Unternehmensanleihe kann die Forderung ganz oder teilweise ausfallen; keine Einlagensicherung.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

Schweiz

Cham Swiss Properties: 1,6 Prozent statt zehn – und plötzlich sieht Risiko ganz anders aus

Die Schweizer Cham Swiss Properties AG hat in dieser Woche eine neue Anleihe über 100 Millionen Franken angekündigt.

Der Kupon beträgt 1,6 Prozent, die Laufzeit reicht bis Oktober 2031. Die Anleihe ist als Senior unsecured, also vorrangig, aber unbesichert, strukturiert.

Für das Papier wurden Ratings von BBB- genannt.

Der Unterschied zu Crowdinvestments mit zehn oder zwölf Prozent könnte kaum größer sein.

Cham Swiss Properties wies für 2025 ein Eigenkapital von rund 1,05 Milliarden Franken und eine Eigenkapitalquote von 59,2 Prozent aus. Der Konzerngewinn lag bei rund 143,9 Millionen Franken.

Auch hier gibt es keine absolute Sicherheit.

Die Anleihe ist unbesichert.

Im Insolvenzfall sind Verluste möglich.

Doch der Zinssatz von 1,6 Prozent spiegelt ein völlig anderes Markt- und Bonitätsprofil wider als ein zwölfprozentiges Projektentwicklungsinvestment.

Totalverlustrisiko: theoretisch vorhanden, aber strukturell deutlich anders als bei Nachrangdarlehen.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

Vaudoise Assurances: 1,25 Prozent bis 2034

Eine weitere neue Schweizer Emission kommt von der Vaudoise Assurances Holding SA.

Die Anleihe umfasst 120 Millionen Schweizer Franken, trägt einen Kupon von 1,25 Prozent und läuft bis September 2034.

Vaudoise gehört zu den etablierten Schweizer Versicherungsgruppen.

Für 2025 meldete die Gruppe einen Jahresgewinn von rund 156 Millionen Franken und Eigenkapital von rund 2,66 Milliarden Franken.

Für Anleger bedeutet das jedoch auch hier nicht:

risikofrei.

Wer eine Unternehmensanleihe kauft, trägt das Kreditrisiko des Emittenten.

Sinkt die Bonität, kann zudem der Marktwert des Papiers fallen.

Steigen die Marktzinsen, kann eine Anleihe mit lediglich 1,25 Prozent Kupon ebenfalls deutlich unter ihren Nominalwert fallen.

Totalverlustrisiko: theoretisch bei vollständigem Ausfall des Emittenten vorhanden. Keine klassische Einlagensicherung für die Anleihe.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

Bank Vontobel: 3,02 Prozent für wenige Monate

Die Bank Vontobel platzierte beziehungsweise führte in dieser Woche eine kurzfristige Anleihe über 25 Millionen Franken mit einer Verzinsung von 3,02 Prozent und Fälligkeit im Dezember 2026.

Bei Bankanleihen ist ein Punkt besonders wichtig:

Anleger besitzen keine Bankeinlage.

Die gesetzliche Einlagensicherung, die etwa für bestimmte Guthaben auf Konten gilt, schützt eine normale Anleihe nicht.

Für die genaue Verlustposition kommt es außerdem auf den Rang der jeweiligen Schuldverschreibung an.

Die Bank Vontobel wies zum Jahresende 2025 eine CET1-Kapitalquote von 21,6 Prozent und eine Gesamtkapitalquote von 23,6 Prozent aus.

Das sind wichtige Bonitätsinformationen.

Trotzdem bleibt bei einer Schuldverschreibung grundsätzlich das Emittentenrisiko bestehen.

Totalverlustrisiko: grundsätzlich nicht ausgeschlossen; bei Bankanleihen ist zusätzlich der genaue Rang beziehungsweise eine mögliche Abwicklungsfähigkeit der konkreten Anleihe zu prüfen.

Investmentprüfung.de: Kein öffentliches Emittentendossier gefunden.

Ein vermeintlich aktuelles Schweizer Angebot entpuppte sich bei der Prüfung als veraltet

Besonders interessant war unsere Recherche zum Projekt „Moderner Wohnbau nahe Zürich“.

Eine aktuell gecrawlte Projektübersicht führte das Angebot mit 10 Prozent Zinsen und einem Zeichnungsende im September 2026.

Bei näherer Prüfung stellte sich jedoch heraus:

Das eigentliche Angebot der A bis Z real estate AG stammt aus dem Jahr 2025.

Von einer Fundingschwelle von 100.000 Euro wurden lediglich 41.470 Euro erreicht.

Das Angebot wurde anschließend vom Markt zurückgezogen und Zeichnungen wurden storniert.

Genau dieses Beispiel zeigt, warum eine reine Plattform- oder Aggregatorliste für eine Investmentprüfung nicht ausreicht.

Ein Angebot kann in einer Datenbank noch wie „aktuell“ aussehen, obwohl es wirtschaftlich längst erledigt ist.

Wir führen es deshalb ausdrücklich nicht als aktuelles Investmentangebot der Woche.

Noch problematischer: Ein Leipziger Projekt erscheint in einer aktuellen Liste – obwohl die Emittentin insolvent ist

Bei der Recherche stießen wir auf einen noch bemerkenswerteren Widerspruch.

Das Projekt P508 – Altbausanierung in Leipzig tauchte in einer aktuellen Übersichtsseite weiterhin mit 10 Prozent Zinsen auf.

Die Detailrecherche zeigt jedoch:

Das Investment wurde bereits 2023 platziert.

Emittentin war die Copia Berlin GmbH.

Über diese Gesellschaft wurde am 6. August 2026 ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Dieses Projekt ist also selbstverständlich kein neues Investmentangebot dieser Woche.

Für Anleger ist die Beobachtung dennoch hochinteressant.

Sie zeigt, wie gefährlich es sein kann, ungeprüft aus automatisch aktualisierten Übersichten auf die Aktualität oder Qualität einer Kapitalanlage zu schließen.

Was unsere Recherche insgesamt zeigt

Bei den untersuchten Investments lassen sich drei völlig unterschiedliche Welten erkennen.

Auf der einen Seite stehen börsenfähige Unternehmensanleihen etablierter Emittenten wie Vaudoise oder Cham Swiss Properties mit Renditen um ein bis zwei Prozent.

Dann folgen Unternehmensanleihen und Wachstumsfinanzierungen mit fünf bis neun Prozent.

Und schließlich stehen Immobilien-, Start-up- und Energie-Crowdinvestments mit Renditen von zehn, elf oder zwölf Prozent.

Diese Unterschiede sind kein Zufall.

Der Kapitalmarkt verschenkt normalerweise kein Geld.

Wer zwölf Prozent bezahlen muss, hat in aller Regel keinen Zugang zu Kapital zu zwei Prozent.

Und genau deshalb sollte ein Anleger nicht zuerst fragen:

„Wie viel Zinsen bekomme ich?“

Sondern:

„Warum muss mir dieser Emittent so viel Zinsen bezahlen?“

Die zweite wichtige Frage lautet:

„Wo stehe ich im Insolvenzfall?“

Ein erstrangig besicherter Kredit ist etwas anderes als eine normale Anleihe.

Eine normale Anleihe ist etwas anderes als eine unbesicherte Schuldverschreibung.

Und diese wiederum ist etwas völlig anderes als ein qualifiziertes Nachrangdarlehen mit vorinsolvenzlicher Durchsetzungssperre.

Unser wichtigstes Ergebnis: Totalverlustrisiko ist keine theoretische Fußnote

Bei Eternal Power, Wattner, AustriaEnergy, FZW Bau und HMW Mobility wird das mögliche Totalverlustrisiko ausdrücklich in den Angebots- beziehungsweise Risikoinformationen genannt.

Und dass solche Hinweise nicht nur juristische Pflichtübungen sind, zeigt ein aktueller Fall:

Beim über dagobertinvest vermittelten Leipziger Projekt P508 befindet sich die Emittentin inzwischen im Insolvenzverfahren.

Ein hoher Zins ist damit niemals nur eine Renditechance.

Er ist gleichzeitig eine Nachricht des Marktes über das Risiko.

Wer zehn oder zwölf Prozent liest, sollte deshalb nicht zuerst den Taschenrechner holen.

Sondern die Risikohinweise.

Recherche-Stand: 27. September 2026. Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf eines Investments dar. Bei Crowdinvestments und Anleihen können erhebliche Verluste bis hin zum Totalverlust entstehen. Die tatsächliche Risikostruktur ergibt sich ausschließlich aus den jeweils aktuellen Vertrags-, Basisinformations- und Prospektunterlagen.

Ein besonders wichtiges Rechercheergebnis war dabei die Datenqualität der Angebotslisten: Mindestens zwei vermeintlich aktuelle Einträge erwiesen sich bei der Einzelprüfung als zurückgezogen beziehungsweise bereits in Insolvenz.

Prüfen Sie vor einem Investment bitte unbedingt das Angebot unter www.investmentpruefung.de

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Gewährleistung und Garantie

Next Post

Busunglück mit 2 Toten in bayern