Der Jahresabschluss 2024 der GE Windpark Ohrte GmbH & Co. KG aus Bippen zeigt erhebliche Veränderungen auf beiden Seiten der Bilanz. Die Verbindlichkeiten der Windparkgesellschaft gingen innerhalb eines Jahres um rund 1,6 Millionen Euro zurück. Besonders stark sanken die Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern. Gleichzeitig verringerte sich allerdings auch der Bestand an liquiden Mitteln um mehr als 1,3 Millionen Euro. Die Bilanzsumme fiel von rund 8,77 Millionen auf 7,04 Millionen Euro.
Zum 31. Dezember 2024 weist die GE Windpark Ohrte GmbH & Co. KG eine Bilanzsumme von 7.043.802,08 Euro aus. Ende 2023 waren es noch 8.772.299,67 Euro. Rechnerisch ist die Bilanz damit innerhalb eines Jahres um rund 1,73 Millionen Euro beziehungsweise 19,7 Prozent geschrumpft.
Auf der Aktivseite bildet weiterhin das Anlagevermögen den größten Posten. Dieses wird zum Jahresende mit 5.628.460 Euro ausgewiesen, nach 6.179.364 Euro im Vorjahr. Davon entfallen 4.727.460 Euro auf Sachanlagen und weitere 901.000 Euro auf Finanzanlagen. Der Buchwert der Sachanlagen ging damit gegenüber 2023 um 484.904 Euro zurück. Die Finanzanlagen reduzierten sich gleichzeitig um 66.000 Euro.
Welche konkreten Vermögensgegenstände sich hinter den Sachanlagen befinden und wie hoch deren ursprüngliche Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten waren, lässt sich aus dem vorliegenden Abschluss nicht erkennen. Der Anhang erläutert lediglich, dass Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt und planmäßig über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Eine detaillierte Entwicklung des Anlagevermögens ist in den übermittelten Angaben nicht enthalten.
Besonders auffällig ist die Entwicklung der Liquidität. Ende 2023 verfügte die Gesellschaft noch über 2.236.897,53 Euro an Kassen- und Bankguthaben. Ein Jahr später waren es nur noch 927.776,76 Euro. Damit verringerte sich dieser Posten innerhalb eines Jahres um rund 1,31 Millionen Euro beziehungsweise 58,5 Prozent.
Der starke Rückgang der liquiden Mittel sollte allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Denn gleichzeitig sind auch die Verbindlichkeiten der Gesellschaft erheblich gesunken. Ob und in welchem Umfang die vorhandene Liquidität konkret zur Tilgung von Verbindlichkeiten eingesetzt wurde, lässt sich aus der Bilanz allein nicht sicher feststellen. Die parallele Entwicklung beider Positionen ist jedoch auffällig.
Während die liquiden Mittel zurückgingen, erhöhten sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände. Sie stiegen von 262.538,14 Euro auf 399.559,32 Euro. Insgesamt verringerte sich das Umlaufvermögen dennoch deutlich: von knapp 2,50 Millionen Euro Ende 2023 auf nur noch 1.327.336,08 Euro Ende 2024.
Auf der Passivseite fällt vor allem der Rückgang der Verbindlichkeiten ins Auge. Ende 2023 standen noch 6.998.047,11 Euro in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2024 waren es 5.398.272,58 Euro. Das entspricht einem Rückgang um knapp 1,60 Millionen Euro beziehungsweise rund 22,9 Prozent.
Besonders deutlich ist die Veränderung bei den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern. Diese beliefen sich Ende 2023 noch auf 1.422.278,06 Euro. Ein Jahr später waren es nur noch 291.341,93 Euro. Der ausgewiesene Betrag sank damit um rund 1,13 Millionen Euro beziehungsweise fast 79,5 Prozent.
Aus dem Abschluss geht allerdings nicht hervor, auf welche Weise dieser Rückgang zustande gekommen ist. Insbesondere sollte aus der Veränderung nicht ohne zusätzliche Informationen auf konkrete Rückzahlungen oder andere Transaktionen geschlossen werden. Die Bilanz dokumentiert zunächst lediglich die Bestände an den beiden Bilanzstichtagen.
Auch die Fristenstruktur der Verbindlichkeiten hat sich erheblich verändert. Ende 2024 besitzen lediglich 351.191,30 Euro eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr. Im Vorjahr waren es noch 1.448.798,79 Euro.
Dagegen entfallen 5.047.081,28 Euro der Verbindlichkeiten auf Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr. Ende 2023 waren es 5.549.248,32 Euro. Damit sind rechnerisch rund 93,5 Prozent der gesamten Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag längerfristiger Natur.
Dieser Punkt ist für die Bewertung der Bilanz wichtig. Die Gesellschaft weist zwar insgesamt rund 5,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten aus, der weitaus größte Teil davon ist laut Abschluss jedoch nicht innerhalb eines Jahres fällig.
Demgegenüber verfügte die Gesellschaft zum Bilanzstichtag über liquide Mittel von rund 927.777 Euro sowie Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von knapp 399.560 Euro. Das Umlaufvermögen von insgesamt rund 1,33 Millionen Euro liegt damit deutlich über den ausgewiesenen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von höchstens einem Jahr von rund 351.000 Euro. Daraus allein lässt sich zwar keine vollständige Liquiditätsanalyse ableiten, die Relation ist für die Einordnung der Bilanz aber relevant.
Das ausgewiesene Eigenkapital blieb unverändert bei 1.417.000 Euro. Es besteht vollständig aus Kapitalanteilen der Kommanditisten. Ein Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust wird mit null Euro angegeben.
Auf Basis der Bilanzsumme von 7,04 Millionen Euro ergibt sich für Ende 2024 rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 20,1 Prozent. Im Vorjahr waren es bei unverändertem Eigenkapital und einer höheren Bilanzsumme rechnerisch nur rund 16,2 Prozent. Die Eigenkapitalquote hat sich damit deutlich verbessert, obwohl sich der absolute Eigenkapitalbetrag nicht verändert hat.
Auch hier ist allerdings eine wichtige Einschränkung notwendig. Der ausgewiesene Bilanzgewinn von null Euro bedeutet nicht automatisch, dass die GE Windpark Ohrte GmbH & Co. KG im Jahr 2024 keinen Gewinn oder Verlust erwirtschaftet hat. Zwar heißt es im Anhang ausdrücklich, dass für die Gewinn- und Verlustrechnung das Gesamtkostenverfahren gewählt wurde. Die konkreten Zahlen dieser Gewinn- und Verlustrechnung sind in den hier vorliegenden Unterlagen jedoch nicht enthalten.
Damit fehlen wichtige Angaben zu Umsatzerlösen, Stromproduktion, Abschreibungen, Zinsaufwendungen und dem Jahresergebnis. Eine Aussage darüber, wie profitabel der Windpark 2024 tatsächlich gearbeitet hat, wäre anhand des vorliegenden Materials deshalb nicht belastbar.
Zurückgegangen sind außerdem die Rückstellungen. Sie verminderten sich von 357.252,56 Euro Ende 2023 auf 228.529,50 Euro Ende 2024. Das entspricht einem Rückgang um rund 128.723 Euro beziehungsweise 36 Prozent. Welche konkreten Risiken und Verpflichtungen sich hinter diesem Betrag verbergen, wird in den vorliegenden Angaben nicht detailliert aufgeschlüsselt. Der Anhang erläutert lediglich allgemein, dass die Rückstellungen so bemessen wurden, dass sie nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung allen erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen Rechnung tragen.
Interessant ist auch der Rechnungsabgrenzungsposten von 88.006 Euro. Darin enthalten ist ein Disagio von 65.000 Euro. Im Vorjahr betrug der gesamte Rechnungsabgrenzungsposten 93.500 Euro, davon entfielen 70.000 Euro auf das Disagio.
Die GE Windpark Ohrte GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in der Fangstraße 18 in 49626 Bippen und ist beim Amtsgericht Osnabrück unter HRA 204739 eingetragen. Der Abschluss wurde am 17. Dezember 2025 festgestellt. Unterzeichnet wurde er von den Geschäftsführern Andreas Wille und Gerhard Sievers.
Unter dem Strich zeigt die Bilanz 2024 damit keine einseitige Entwicklung. Einerseits ist der Bestand an liquiden Mitteln erheblich gefallen: Innerhalb eines Jahres gingen die Kassen- und Bankguthaben von rund 2,24 Millionen auf 928.000 Euro zurück. Andererseits sanken gleichzeitig die gesamten Verbindlichkeiten von knapp 7,0 Millionen auf 5,4 Millionen Euro.
Besonders auffällig ist der Rückgang der Gesellschafterverbindlichkeiten von rund 1,42 Millionen auf nur noch 291.000 Euro. Gleichzeitig reduzierte sich der kurzfristig fällige Teil der gesamten Verbindlichkeiten von rund 1,45 Millionen auf etwa 351.000 Euro.
Die Gesellschaft verfügt damit zum Bilanzstichtag über eine deutlich andere Finanzierungsstruktur als noch ein Jahr zuvor. Die rechnerische Eigenkapitalquote verbesserte sich von rund 16,2 auf 20,1 Prozent, während der überwiegende Teil der verbliebenen Verbindlichkeiten länger als ein Jahr läuft.
Was hinter dem erheblichen Abfluss der liquiden Mittel und dem parallelen Rückgang der Verbindlichkeiten im Einzelnen steht, lässt sich aus der Bilanz allein allerdings nicht feststellen. Ebenso bleibt offen, wie sich Umsatz und Ergebnis des Windparks 2024 entwickelt haben.