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Windpark Krumstedter Viert: 14,8 Millionen Euro Verbindlichkeiten bei nur 260.000 Euro Eigenkapital

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Krumstedter Viert GmbH & Co. KG zeigt eine stark fremdfinanzierte Bilanz.

Zum 31. Dezember 2025 beträgt die Bilanzsumme 15,17 Millionen Euro. Auf der Passivseite stehen Verbindlichkeiten von 14,81 Millionen Euro, während das ausgewiesene Eigenkapital lediglich 260.140 Euro beträgt.

Die Gesellschaft mit Sitz in Krumstedt ist beim Amtsgericht Pinneberg unter HRA 8710 eingetragen. Der Jahresabschluss wurde am 3. September 2026 festgestellt.
Die Zahlen wirken auf den ersten Blick angespannt. Allerdings zeigt ein genauerer Blick auf die Laufzeiten der Verbindlichkeiten, dass der weitaus größte Teil der Bankfinanzierung nicht kurzfristig zurückgezahlt werden muss.

Bilanzsumme sinkt um mehr als eine Million Euro

Die Bilanzsumme ging innerhalb eines Jahres von 16,25 Millionen auf 15,17 Millionen Euro zurück.

Das entspricht rechnerisch einem Rückgang von rund 6,6 Prozent.

Wesentlicher Posten auf der Aktivseite bleibt das Anlagevermögen. Es verringerte sich von 14,63 Millionen auf 13,65 Millionen Euro.

Davon entfallen 13,44 Millionen Euro auf Sachanlagen und 207.500 Euro auf Finanzanlagen.

Dass das Sachanlagevermögen eines Windparkunternehmens einen großen Teil der Bilanz ausmacht, überrascht grundsätzlich nicht. Im Jahresabschluss wird außerdem erläutert, dass abnutzbares Sachanlagevermögen planmäßig abgeschrieben wird.

Aus den vorliegenden Bilanzangaben allein lässt sich allerdings nicht bestimmen, in welchem Umfang der Rückgang des Anlagevermögens ausschließlich auf Abschreibungen oder gegebenenfalls auf andere Veränderungen zurückzuführen ist.

Bankguthaben deutlich gesunken

Deutlich zurückgegangen sind die liquiden Mittel.

Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über 503.204 Euro an Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten.

Ende 2025 waren es nur noch 304.644 Euro.

Damit reduzierte sich dieser Bilanzposten um rund 198.560 Euro beziehungsweise 39,5 Prozent.

Allerdings verfügt die Gesellschaft zusätzlich über Wertpapiere in Höhe von 585.500 Euro. Dieser Posten lag im Vorjahr bei 531.500 Euro und ist damit um 54.000 Euro gestiegen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände gingen gleichzeitig von 584.906 auf rund 526.243 Euro zurück.

Aus diesen Bilanzpositionen allein lässt sich die tatsächliche kurzfristige Liquiditätslage nicht abschließend beurteilen. Insbesondere enthält der veröffentlichte Abschluss keine Kapitalflussrechnung.

Nur 260.140 Euro Eigenkapital

Besonders auffällig ist das Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdfinanzierung.

Das Eigenkapital wird sowohl für 2024 als auch für 2025 mit exakt 260.140,22 Euro ausgewiesen.

Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird nicht ausgewiesen.

Gemessen an der Bilanzsumme von 15,17 Millionen Euro ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von nur rund 1,7 Prozent.

Demgegenüber stehen Verbindlichkeiten von 14,81 Millionen Euro.

Rechnerisch entsprechen diese knapp 97,6 Prozent der Bilanzsumme.

Eine niedrige bilanzielle Eigenkapitalquote allein bedeutet allerdings weder Zahlungsunfähigkeit noch Insolvenz. Für eine solche Schlussfolgerung liefert der vorliegende Jahresabschluss keine Grundlage.

Fast die gesamte Verschuldung entfällt auf Bankkredite

Entscheidend ist deshalb ein genauer Blick auf die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten.

Von insgesamt 14,812 Millionen Euro entfallen rund 14,306 Millionen Euro auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Daneben bestehen:

168.600 Euro aus Lieferungen und Leistungen,

263.900 Euro gegenüber Gesellschaftern und

rund 73.800 Euro sonstige Verbindlichkeiten.

Damit machen die Bankverbindlichkeiten rechnerisch rund 96,6 Prozent aller Verbindlichkeiten aus.

Der Abschluss nennt die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern noch einmal genauer: Sie belaufen sich auf 263.865,66 Euro, nach 265.027,71 Euro im Vorjahr.

Mehr als neun Millionen Euro laufen länger als fünf Jahre

Bei der Bewertung der Verschuldung ist die Laufzeitenstruktur besonders wichtig.

Von den 14,306 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten haben lediglich rund 1,04 Millionen Euro eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Weitere 4,16 Millionen Euro laufen zwischen einem und fünf Jahren.

Der größte Block – rund 9,11 Millionen Euro – hat eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Damit sind rechnerisch knapp 64 Prozent der Bankverbindlichkeiten langfristiger als fünf Jahre.

Das relativiert zumindest den Eindruck, die gesamten 14,3 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten müssten kurzfristig finanziert oder zurückgezahlt werden.

Über sämtliche Verbindlichkeiten hinweg sind laut Abschluss rund 1,546 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 4,159 Millionen Euro haben eine Laufzeit zwischen einem und fünf Jahren und 9,107 Millionen Euro von mehr als fünf Jahren.

Verbindlichkeiten gehen um fast eine Million Euro zurück

Bemerkenswert ist außerdem, dass die Verschuldung gegenüber dem Vorjahr nicht gestiegen, sondern gesunken ist.

Ende 2024 lagen die gesamten Verbindlichkeiten noch bei 15,787 Millionen Euro.

Ein Jahr später sind es 14,812 Millionen Euro.

Der Rückgang beträgt damit rund 974.800 Euro beziehungsweise 6,2 Prozent.

Gleichzeitig gingen die Rückstellungen deutlich zurück.

Sie sanken von 203.516 Euro auf 100.691 Euro, also um rund die Hälfte.

Eigenkapitalquote bleibt trotzdem sehr niedrig

Trotz des Rückgangs der Verbindlichkeiten bleibt die bilanzielle Eigenkapitalausstattung auffällig niedrig.

260.140 Euro Eigenkapital stehen einer Bilanzsumme von mehr als 15 Millionen Euro gegenüber.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass der Windpark wirtschaftlich problematisch arbeitet.

Bei projektfinanzierten Energieanlagen können langfristige Fremdfinanzierungen einen erheblichen Teil der Investitionskosten abdecken. Entscheidend für die wirtschaftliche Tragfähigkeit ist dann unter anderem, ob die laufenden Einnahmen ausreichen, um Betriebskosten, Zinsen und Tilgung dauerhaft zu bedienen.

Genau diese entscheidenden Informationen liefert der vorliegende veröffentlichte Jahresabschluss jedoch nur eingeschränkt.

Keine Gewinn-und-Verlust-Rechnung veröffentlicht

Für eine umfassende wirtschaftliche Bewertung fehlt insbesondere eine detaillierte Gewinn-und-Verlust-Rechnung im vorliegenden Dokument.

Damit lässt sich aus dem Abschluss nicht erkennen, wie hoch die Stromerlöse 2025 waren, welche laufenden Betriebskosten anfielen, wie hoch die Abschreibungen tatsächlich waren oder welche Zinsbelastungen aus der Bankfinanzierung entstanden.

Auch ein Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag ist aus den veröffentlichten Angaben nicht unmittelbar ersichtlich.

Die Bilanz weist lediglich einen Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust von 0 Euro aus.

Das darf nicht mit einem Jahresergebnis von exakt null Euro gleichgesetzt werden.

Ohne die entsprechenden Ergebnis- und Ergebnisverwendungsangaben lässt sich nicht beurteilen, welches operative Ergebnis die Gesellschaft 2025 tatsächlich erzielt hat.

Drei Windenergieanlagen in Krumstedt

Außerhalb des Jahresabschlusses finden sich weitere Angaben zum Windpark.

Ein auf Daten des Marktstammdatenregisters basierendes Verzeichnis ordnet der Gesellschaft drei Windenergieanlagen in Krumstedt mit insgesamt 15 Megawatt Leistung zu. Die Anlagen werden dort mit Inbetriebnahmejahr 2023 geführt.

Bereits eine amtliche Bekanntmachung aus dem Jahr 2021 dokumentiert Genehmigungen für Windkraftanlagen der Gesellschaft in der Gemeinde Krumstedt.

Diese externen Angaben sind allerdings vom Inhalt des Jahresabschlusses zu unterscheiden: Der veröffentlichte Abschluss selbst nennt weder Anzahl noch Leistung oder Stromproduktion der Anlagen.

Jahresabschluss liefert nur begrenzten Einblick in die Ertragskraft

Damit zeigt die Bilanz 2025 zwei unterschiedliche Entwicklungen.

Einerseits ist die Gesellschaft weiterhin sehr stark fremdfinanziert. Einer Bilanzsumme von 15,17 Millionen Euro stehen lediglich 260.140 Euro Eigenkapital gegenüber.

Andererseits sinken die Verbindlichkeiten gegenüber dem Vorjahr um knapp eine Million Euro. Zudem ist ein großer Teil der Bankfinanzierung langfristig strukturiert.

Gerade deshalb wäre für die wirtschaftliche Bewertung entscheidend zu wissen, welche Einnahmen der Windpark erzielt und wie hoch Zins, Tilgung und laufende Betriebskosten ausfallen.

Diese Informationen enthält das vorliegende Dokument nicht.

Fazit: Hoher Fremdkapitalanteil – aber Schulden werden abgebaut

Der Jahresabschluss des Windparks Krumstedter Viert zeigt eine sehr niedrige bilanzielle Eigenkapitalquote von rechnerisch rund 1,7 Prozent.

Den 260.140 Euro Eigenkapital stehen 14,81 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber. Der mit Abstand größte Teil davon entfällt mit 14,31 Millionen Euro auf Kreditinstitute.

Doch die Entwicklung gegenüber 2024 ist ebenso wichtig: Die gesamten Verbindlichkeiten sind um rund 975.000 Euro gesunken.

Und ein erheblicher Teil der Bankkredite ist langfristig finanziert. Mehr als neun Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von über fünf Jahren.

Aus der hohen Fremdfinanzierung allein lässt sich deshalb keine finanzielle Schieflage ableiten.

Für ein belastbares Urteil über die wirtschaftliche Situation fehlen im veröffentlichten Dokument vor allem Angaben zu Umsatz, Stromproduktion, Jahresergebnis, Zinsaufwand und operativem Cashflow.

Die Bilanz zeigt damit vor allem eines deutlich: Der Windpark ist stark über langfristiges Fremdkapital finanziert – und hat 2025 seine Verbindlichkeiten weiter reduziert.

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