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Drei Malaria-Todesfälle in Frankfurt: Was hinter den ungewöhnlichen Infektionen steckt

mikadago (CC0), Pixabay

Mehrere lokal erworbene Malaria-Infektionen und inzwischen drei Todesfälle sorgen im Raum Frankfurt für Verunsicherung. Besonders betroffen ist der Stadtteil Schwanheim, nur wenige Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt. Nachdem sich zunächst sechs Beschäftigte des Flughafenbetreibers Fraport infiziert hatten und zwei von ihnen starben, wurden später zwei weitere Infektionen in Schwanheim bekannt. Eine der beiden betroffenen Personen ist ebenfalls gestorben.

Damit wurden nach Angaben des ZDF seit Juli insgesamt acht Malaria-Infektionen in Frankfurt am Main registriert, bei denen die Ansteckung vor Ort erfolgte.

Für Deutschland ist eine solche Häufung ungewöhnlich. Normalerweise bringen Erkrankte die Infektion von Reisen in tropische oder subtropische Regionen mit.

Bei den ersten sechs Fällen am Frankfurter Flughafen wird vermutet, dass eine mit Malaria-Erregern infizierte Mücke über Gepäck aus Afrika eingeschleppt wurde. Eine solche Konstellation wird häufig als Flughafenmalaria bezeichnet.

Wie genau die späteren beiden Infektionen im rund fünf Kilometer vom Flughafen entfernten Schwanheim zustande kamen, wird im vorliegenden Bericht nicht abschließend geklärt.

Gerade dort ist die Verunsicherung entsprechend groß. Anwohner berichten von einem mulmigen Gefühl. Krankheiten, die bislang vor allem mit Fernreisen verbunden wurden, erscheinen plötzlich als mögliches Gesundheitsrisiko unmittelbar vor der eigenen Haustür.

Die Fachleute warnen allerdings ausdrücklich vor Panik.

Nach Einschätzung des Frankfurter Gesundheitsamtes ist die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Ansteckung sehr gering. Entscheidend ist dabei ein Punkt, der angesichts der ungewöhnlichen Fälle leicht missverstanden werden kann:

Malaria wird nicht wie eine Grippe von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Für eine typische Übertragung ist eine infizierte Mücke erforderlich. Peter Tinnemann, Leiter des Gesundheitsamtes Frankfurt, erklärt im ZDF-Bericht, dass für weitere Infektionen entsprechend infizierte Mücken vorhanden sein müssten. Für eine größere Ausbreitung wären nach seiner Darstellung viele solcher Mücken notwendig.

Die Behörden gehen deshalb laut dem Bericht nicht von einer weiteren Gefahr für die Bevölkerung aus.

Trotzdem sollten bestimmte Krankheitssymptome derzeit ernst genommen werden. Denn bei den Frankfurter Fällen handelt es sich nach Angaben des Virologen Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin um die besonders gefährliche Malaria tropica.

Das Problem: Die ersten Beschwerden können relativ unspezifisch sein.

Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl können zunächst wie ein gewöhnlicher grippaler Infekt oder eine Magen-Darm-Erkrankung wirken. Gerade deshalb besteht die Gefahr, dass nicht sofort an Malaria gedacht wird.

Bei Malaria tropica kann jedoch genau diese verlorene Zeit entscheidend sein.

Schmidt-Chanasit betont, dass die Krankheit möglichst früh diagnostiziert werden müsse. Vergehen mehrere Tage, ohne dass die richtige Diagnose gestellt und eine entsprechende Behandlung begonnen wird, kann die Infektion einen schweren oder sogar tödlichen Verlauf nehmen.

Wie wichtig eine schnelle Diagnose sein kann, zeigt der im ZDF-Bericht geschilderte Fall einer 60 Jahre alten Frau aus Schwanheim.

Die Patientin litt unter starkem Schwitzen und 39 Grad Fieber. Ihre Hausärztin hatte bereits von den ungewöhnlichen Malaria-Fällen in Frankfurt erfahren und war deshalb für diese Möglichkeit sensibilisiert.

Sie ließ das Blut ihrer Patientin gezielt auf Malaria untersuchen. Nachdem sich der Verdacht bestätigt hatte, wurde die Frau unmittelbar in die Frankfurter Universitätsklinik gebracht. Zum Zeitpunkt des ZDF-Berichts wurde sie dort weiterhin behandelt.

Dieser Fall verdeutlicht zugleich eine besondere Herausforderung der aktuellen Situation: Beschwerden wie Fieber oder Gliederschmerzen sind sehr häufig und haben in aller Regel andere Ursachen. Gleichzeitig kann eine seltene Erkrankung wie Malaria schwerwiegende Folgen haben, wenn sie im entscheidenden Fall nicht erkannt wird.

Das Gesundheitsamt Frankfurt hat deshalb eine Hotline eingerichtet. Nach Angaben des Behördenleiters gab es zunächst zahlreiche Anrufe besorgter Bürger. Inzwischen habe sich die Situation wieder beruhigt.

Für die Bevölkerung bedeutet die aktuelle Lage nach den im ZDF-Bericht wiedergegebenen Einschätzungen deshalb nicht, dass jeder fieberhafte Infekt ein Malariaverdacht ist oder eine größere Malaria-Ausbreitung in Frankfurt bevorsteht.

Die registrierten Infektionen sind ungewöhnlich, das individuelle Risiko einer Ansteckung wird von Experten aber weiterhin als sehr gering eingeschätzt.

Gleichzeitig zeigen die Todesfälle, weshalb Ärzte und Patienten in der betroffenen Region bei entsprechenden Symptomen derzeit besonders aufmerksam sind.

Die Balance ist dabei entscheidend: keine Panik, aber ungewöhnliche oder schwere Beschwerden ernst nehmen und medizinisch abklären lassen.

Vor allem hohes Fieber und eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes sollten nicht ignoriert werden. Im Raum Frankfurt kann es derzeit zudem sinnvoll sein, bei einer ärztlichen Untersuchung auf die bekannten lokalen Malaria-Fälle hinzuweisen. Ob eine gezielte Malaria-Diagnostik erforderlich ist, muss anschließend medizinisch entschieden werden.

Die Ereignisse rund um den Frankfurter Flughafen und Schwanheim zeigen letztlich, dass auch eine in Deutschland äußerst selten lokal erworbene Infektion auftreten kann.

Acht lokal erworbene Fälle und drei Todesfälle sind deshalb ein ernstzunehmendes Geschehen. Nach den im ZDF-Bericht wiedergegebenen Einschätzungen der zuständigen Stellen gibt es jedoch keine Hinweise auf eine breite Übertragung innerhalb der Bevölkerung.

Gerade deshalb sollte die Botschaft weder verharmlosend noch alarmistisch ausfallen: Das persönliche Infektionsrisiko ist nach Einschätzung der Experten sehr gering. Wenn eine Malaria tropica aber tatsächlich auftritt, kann eine schnelle Diagnose lebensentscheidend sein.

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