Dark Mode Light Mode
403 Millionen Euro Strafe für Google: Teurer Datenschutzverstoß – doch wie schwer wiegt er wirklich?
HI-Individual Balanced-Fonds: Solide Rendite bei ausgewogener Allokation – deutliche Mittelabflüsse trüben das Gesamtbild
Golfpark Kraft KG: Vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt

HI-Individual Balanced-Fonds: Solide Rendite bei ausgewogener Allokation – deutliche Mittelabflüsse trüben das Gesamtbild

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht 2025/2026 des HI-Individual Balanced-Fonds zeigt insgesamt eine solide operative Entwicklung. Der aktiv gemanagte Multi-Asset-Fonds verfolgt das Ziel eines langfristigen realen Kapitalzuwachses und investiert dafür weltweit in Aktien, Anleihen, Währungen und indirekt in Edelmetalle. Die Aktienquote darf zwischen 25 % und 60 % liegen; im Berichtsjahr wurde sie relativ stabil um die Marke von 50 % gehalten. Damit entspricht die tatsächliche Positionierung grundsätzlich dem Anspruch eines ausgewogenen, langfristig orientierten Portfolios.

Aus Renditesicht verlief das Geschäftsjahr erfreulich. Für den Zeitraum vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026 weist der Fonds eine Wertentwicklung von +6,77 % aus. Der Anteilspreis lag zum Geschäftsjahresende bei 120,46 Euro, zusätzlich wurden 2,00 Euro je Anteil ausgeschüttet. Das Jahresergebnis belief sich auf rund 3,65 Mio. Euro, davon entfielen rund 2,53 Mio. Euro auf realisierte und rund 1,12 Mio. Euro auf nicht realisierte Ergebnisse. Positiv ist damit, dass die Performance nicht ausschließlich aus Buchgewinnen resultiert, sondern ein erheblicher Teil der Wertsteigerung tatsächlich realisiert wurde.

Die Portfolioaufteilung erscheint für einen Balanced-Fonds nachvollziehbar diversifiziert. Zum Stichtag bestanden 52,07 % des Fondsvermögens aus Aktien, 37,06 % aus Anleihen, 8,55 % aus rohstoffbezogenen Zertifikaten und 1,70 % aus Bankguthaben. Die Goldposition kann insbesondere in Phasen erhöhter Inflation, geopolitischer Unsicherheit oder schwächerer Aktienmärkte einen Diversifikationseffekt bieten. Gleichzeitig bleibt der Fonds mit einer Aktienquote von mehr als 50 % deutlich von der Entwicklung der internationalen Aktienmärkte abhängig.

Innerhalb des Aktienportfolios fällt die starke Ausrichtung auf die USA auf: 30,40 % des gesamten Fondsvermögens entfallen auf US-Aktien. Zu den größeren Einzelpositionen zählen Microsoft mit 2,76 %, Alphabet mit 2,24 % und Amazon mit 1,66 % des Fondsvermögens. Gleichzeitig verteilt sich das Aktienportfolio auf zahlreiche Unternehmen und Länder, sodass keine außergewöhnlich hohe Abhängigkeit von einem einzelnen Unternehmen besteht. Der Schwerpunkt auf Technologie, Gesundheit und Finanzen sowie der Ausbau von Technologie und Industrie zeigen jedoch, dass insbesondere die Entwicklung großer Qualitäts- und Technologiewerte für die künftige Performance relevant bleibt.

Bei den Anleihen ist das Zinsänderungsrisiko zu beachten. Rund 20,84 % des gesamten Fondsvermögens sind in Anleihen mit einer Restlaufzeit von mindestens fünf Jahren investiert. Bei steigenden Marktzinsen könnten insbesondere diese länger laufenden Positionen Kursverluste verzeichnen. Positiv ist, dass während des Geschäftsjahres ausschließlich auf Euro lautende Anleihen gehalten wurden, wodurch innerhalb des Rentenportfolios kein unmittelbares Fremdwährungsrisiko bestand.

Ein kritischer Punkt aus Anlegersicht ist dagegen die Entwicklung des Fondsvolumens. Dieses sank von 64,42 Mio. Euro auf 56,01 Mio. Euro. Ursache war nicht die Wertentwicklung des Portfolios, sondern vor allem ein erheblicher Netto-Mittelabfluss von 11,37 Mio. Euro. Bemerkenswert ist, dass im Geschäftsjahr keine Mittel aus neuen Anteilsverkäufen zuflossen, während Rücknahmen in entsprechender Höhe erfolgten. Für Anleger ist dies ein Punkt, der in den kommenden Berichtsperioden beobachtet werden sollte.

Die Kostenstruktur erscheint überschaubar. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,56 % des durchschnittlichen Nettoinventarwertes. Die Transaktionskosten beliefen sich zusätzlich auf rund 23.052 Euro. Insgesamt entstanden Aufwendungen von rund 304.595 Euro, denen Erträge von rund 955.529 Euro gegenüberstanden. Daraus resultierte ein ordentlicher Nettoertrag von rund 650.934 Euro.

Auch das Risikoprofil wirkt für einen Fonds mit rund 52 % Aktienquote kontrolliert, darf aber nicht unterschätzt werden. Der durchschnittlich ausgewiesene potenzielle Marktrisikobetrag lag bei 3,19 %. Zum Bilanzstichtag bestand kein durch Derivate erzeugtes Exposure. Zu den wesentlichen Risiken gehören insbesondere Aktienmarkt-, Zins-, Währungs-, Kredit- und Liquiditätsrisiken.

Fazit aus Anlegersicht: Der HI-Individual Balanced-Fonds hat im Geschäftsjahr 2025/2026 mit einer Wertentwicklung von 6,77 % ein überzeugendes Ergebnis erzielt. Die Kombination aus Aktien, Anleihen und Gold sorgt für eine breite Diversifikation, während die Kostenquote von 0,56 % moderat ausfällt. Risiken bestehen insbesondere in der starken Gewichtung von US-Aktien, der Abhängigkeit von Technologieunternehmen sowie bei länger laufenden Anleihen. Kritisch zu beobachten sind vor allem die deutlichen Mittelabflüsse. Insgesamt vermittelt der Jahresbericht ein überwiegend positives, aber nicht vollständig risikofreies Bild. Für langfristig orientierte Anleger kann der Fonds aufgrund seiner breiten Vermögensstruktur interessant sein, wobei die weitere Entwicklung des Fondsvolumens und der Kapitalmärkte im Auge behalten werden sollte.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

403 Millionen Euro Strafe für Google: Teurer Datenschutzverstoß – doch wie schwer wiegt er wirklich?

Next Post

Golfpark Kraft KG: Vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt