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Windpark Hemmrain baut Schulden ab – Gewinn fällt jedoch deutlich

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Windpark Hemmrain GmbH hat das Geschäftsjahr 2025 erneut mit einem Gewinn abgeschlossen und gleichzeitig ihre Verbindlichkeiten deutlich reduziert. Der Jahresüberschuss fiel allerdings fast um die Hälfte: Nach rund 52.500 Euro im Vorjahr blieben 2025 noch rund 28.000 Euro übrig. Zugleich sank die Bilanzsumme von 6,92 auf 6,18 Millionen Euro.

Der Jahresabschluss gibt einen detaillierten Einblick in die Finanzierung des Windenergieprojekts. Auffällig ist dabei vor allem die weiterhin hohe Fremdfinanzierung. Den knapp 5,93 Millionen Euro Verbindlichkeiten stehen zum Jahresende lediglich rund 53.000 Euro Eigenkapital gegenüber.

Die Gesellschaft bleibt damit profitabel, ihre Eigenkapitalbasis ist gemessen an der Bilanzsumme jedoch ausgesprochen schmal.

Gewinn fällt um fast 47 Prozent

Für das Geschäftsjahr 2025 weist die Windpark Hemmrain GmbH einen Jahresüberschuss von 28.002,09 Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 52.548,75 Euro.

Damit verringerte sich das Ergebnis um rund 24.500 Euro beziehungsweise 46,7 Prozent.

Das Eigenkapital sank entsprechend von 78.016,44 Euro auf 53.018,53 Euro. Das gezeichnete Kapital blieb mit 25.000 Euro unverändert. Hinzu kommen ein Gewinnvortrag von lediglich 16,44 Euro und der Jahresüberschuss von gut 28.000 Euro.

Warum sich der Gewinn nahezu halbiert hat, lässt sich aus den vorliegenden Abschlussinformationen nicht abschließend erklären. Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung mit Angaben etwa zu Stromerlösen, Betriebskosten, Zinsaufwendungen und sonstigen Erträgen liegt in den übermittelten Unterlagen nicht vor.

Eigenkapitalquote liegt unter einem Prozent

Die Zahlen zeigen eine ungewöhnlich dünne Eigenkapitalausstattung.

Bei einer Bilanzsumme von rund 6,18 Millionen Euro verfügt die Gesellschaft über Eigenkapital von lediglich rund 53.000 Euro. Rechnerisch ergibt sich daraus eine Eigenkapitalquote von etwa 0,86 Prozent.

Ende 2024 waren es bei 78.016 Euro Eigenkapital und einer Bilanzsumme von 6,92 Millionen Euro noch rund 1,13 Prozent.

Die rechnerische Eigenkapitalquote hat sich somit weiter verringert.

Eine niedrige Eigenkapitalquote allein erlaubt allerdings noch keine abschließende Aussage über die wirtschaftliche Stabilität eines Windparkprojekts. Bei der Einordnung müssen unter anderem die langfristige Projektfinanzierung, Zahlungsströme, Gesellschafterdarlehen und weitere vertragliche Verpflichtungen berücksichtigt werden.

Gerade diese Positionen spielen beim Windpark Hemmrain eine erhebliche Rolle.

Verbindlichkeiten sinken um mehr als 733.000 Euro

Positiv entwickelt hat sich der Schuldenstand.

Die gesamten Verbindlichkeiten gingen von rund 6,66 Millionen Euro Ende 2024 auf 5,93 Millionen Euro Ende 2025 zurück. Das entspricht einer Verringerung um rund 733.400 Euro beziehungsweise elf Prozent.

Die Gesellschaft arbeitet damit weiter an der Rückführung ihrer Fremdfinanzierung.

Von den Ende 2025 bestehenden Verbindlichkeiten waren rund 768.600 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 2,24 Millionen Euro hatten eine Restlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren. Rund 2,92 Millionen Euro liefen noch länger als fünf Jahre.

Die Finanzierung bleibt damit überwiegend langfristig ausgerichtet.

Bankkredit für Windpark ursprünglich 8,4 Millionen Euro

Einen wesentlichen Teil der Finanzierung bildet ein Darlehen der Volksbank Mittelhessen.

Der ursprüngliche Kreditbetrag lag laut Jahresabschluss bei 8,4 Millionen Euro. Als Verwendungszweck wird ausdrücklich die Finanzierung des Windenergieprojekts Windpark Hemmrain genannt.

Das Darlehen läuft bis zum 31. Dezember 2031. Seit März 2017 wird es vierteljährlich mit jeweils 140.000 Euro getilgt. Daraus ergibt sich planmäßig eine jährliche Tilgungsleistung von 560.000 Euro.

Bemerkenswert ist zudem die langfristige Zinsbindung: Der Zinssatz beträgt 2,45 Prozent pro Jahr und ist nach den Angaben im Abschluss bis Ende 2031 festgeschrieben.

Zum Jahresende 2025 beliefen sich die ausgewiesenen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten noch auf 3,36 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es 3,92 Millionen Euro.

Der Rückgang um exakt 560.000 Euro entspricht damit der im Kreditvertrag vorgesehenen jährlichen Tilgung.

Bank besitzt umfangreiche Sicherheiten

Die Projektfinanzierung ist umfangreich abgesichert.

Für den ursprünglichen Kredit über 8,4 Millionen Euro wurden der Bank zahlreiche Sicherungsrechte eingeräumt. Diese betreffen nicht nur die Windenergieanlagen selbst, sondern auch Kabeltrassen, Zuwegungen und die Übergabestation.

Vereinbart wurden unter anderem Sicherungsübereignungen sowie Eintrittsrechte der Bank in Nutzungs-, Pacht- und Gestattungsverträge.

Auch gegenwärtige und zukünftige Forderungen aus dem Betrieb wurden abgetreten. Gleiches gilt für Rechte aus Wartungsverträgen, Verträgen zur kaufmännischen und technischen Betriebsführung sowie aus Versicherungsverträgen.

Zusätzlich wurde eine Liquiditätsreserve in Höhe von 50 Prozent des Kapitaldienstes des ersten vollständigen Jahres verpfändet.

Die umfangreichen Sicherheiten zeigen, wie stark klassische Windenergieprojekte über langfristige und objektbezogene Projektfinanzierungen strukturiert sein können.

Gesellschafter haben zusätzlich Millionen bereitgestellt

Neben der Bankfinanzierung spielen die Gesellschafter eine wichtige Rolle.

Von den sonstigen Verbindlichkeiten entfallen zum Jahresende rund 2,47 Millionen Euro auf Verpflichtungen gegenüber den Gesellschaftern.

Darin enthalten ist ein Gesellschafterdarlehen mit einem Nominalbetrag von 2,357 Millionen Euro zuzüglich Zinsen.

Für diese Forderungen besteht eine Rangrücktrittserklärung der Gesellschafter.

Ein Rangrücktritt bedeutet vereinfacht, dass die entsprechenden Forderungen unter den vereinbarten Bedingungen gegenüber bestimmten anderen Gläubigeransprüchen zurückstehen. Für die wirtschaftliche Einordnung ist das relevant, weil die Bilanz die Gesellschafterdarlehen zwar als Verbindlichkeiten ausweist, ihre Stellung aber nicht mit gewöhnlichen kurzfristigen Lieferantenforderungen gleichzusetzen ist.

Windräder stehen noch mit 3,85 Millionen Euro in der Bilanz

Auf der Vermögensseite dominieren erwartungsgemäß die technischen Anlagen.

Die Windenergieanlagen hatten zum 31. Dezember 2025 noch einen Buchwert von rund 3,85 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es knapp 4,46 Millionen Euro.

Hinzu kommen unter anderem die Zuwegung mit einem Buchwert von rund 220.500 Euro, die Parkverkabelung mit knapp 97.700 Euro sowie eine Position für die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung, kurz BNK, von rund 36.500 Euro.

Insgesamt sank das Sachanlagevermögen dadurch von rund 4,88 Millionen auf 4,20 Millionen Euro.

Der Rückgang ist im Wesentlichen durch die planmäßigen Abschreibungen zu erklären. Sämtliche Vermögensgegenstände des Windparks – darunter Windenergieanlagen, externe Verkabelung, Übergabestation und Zuwegung – werden über einen Zeitraum von 16 Jahren linear abgeschrieben.

Allein 2025 wurden auf die Sachanlagen Abschreibungen von insgesamt rund 671.700 Euro vorgenommen. Davon entfielen rund 615.800 Euro auf die Windenergieanlagen.

Keine neuen Investitionen in die Windenergieanlagen

Bemerkenswert ist zudem, dass bei den eigentlichen Sachanlagen 2025 keine Zugänge ausgewiesen werden.

Die ursprünglichen Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten der Windenergieanlagen liegen weiterhin bei rund 9,86 Millionen Euro. Zusammen mit Zuwegung, Parkverkabelung und BNK ergeben sich historische Anschaffungs- und Herstellungskosten des Sachanlagevermögens von rund 10,72 Millionen Euro.

Das Zahlenwerk zeigt damit einen Windpark, dessen bestehende Anlagen planmäßig abgeschrieben und dessen ursprüngliche Projektfinanzierung schrittweise zurückgeführt wird.

Liquidität steigt trotz Schuldentilgung

Trotz des Schuldenabbaus verfügte die Gesellschaft zum Jahresende über etwas mehr liquide Mittel als ein Jahr zuvor.

Die Kassen- und Bankguthaben erhöhten sich von rund 793.500 Euro auf etwa 857.600 Euro. Gleichzeitig gingen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von rund 309.200 auf 246.600 Euro zurück.

Insgesamt blieb das Umlaufvermögen mit rund 1,10 Millionen Euro nahezu unverändert.

Das ist insofern bemerkenswert, als parallel erhebliche Tilgungsleistungen erbracht wurden. Welche operativen Zahlungsströme dahinterstehen, lässt sich ohne Kapitalflussrechnung und vollständige Gewinn- und Verlustrechnung allerdings nicht feststellen.

Darlehen an Energiegenossenschaft

Neben den Windenergieanlagen hält die Gesellschaft Finanzanlagen von rund 845.600 Euro.

Davon entfallen 350.000 Euro auf eine Ausleihung an ein verbundenes Unternehmen. Der Anhang konkretisiert, dass es sich um ein Darlehen an die Lahn-Dill-Bergland Energiegenossenschaft eG handelt.

Weitere rund 495.600 Euro werden als Wertpapiere ausgewiesen. Im Vorjahr lag diese Position noch bei 550.000 Euro.

Insgesamt sank das Finanzanlagevermögen damit von 900.000 auf rund 845.600 Euro.

Weitere Pachtverpflichtungen von 1,65 Millionen Euro

Neben den bilanzierten Schulden bestehen langfristige Verpflichtungen aus Pachtverträgen.

Der Abschluss beziffert diese zukünftigen finanziellen Verpflichtungen nominal auf insgesamt rund 1,65 Millionen Euro.

Davon werden rund 112.500 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere rund 1,54 Millionen Euro betreffen spätere Zeiträume.

Hinzu kommen Rückbaubürgschaften in Höhe von 298.000 Euro, die für das Regierungspräsidium Gießen hinterlegt wurden. Das Unternehmen schätzt das Risiko einer tatsächlichen Inanspruchnahme aufgrund des erwarteten Rückflusses aus den verbürgten Kreditmitteln als gering ein.

Schlanke Personalstruktur

Auch personell ist die Gesellschaft ausgesprochen schlank organisiert.

Neben den beiden Geschäftsführern wurden 2025 keine weiteren Mitarbeiter beschäftigt. Als Geschäftsführer werden Judith Jackel und Michael Koch genannt.

Die Windpark Hemmrain GmbH hat ihren Sitz in Dillenburg und ist beim Amtsgericht Wetzlar unter HRB 6854 eingetragen. Sie gilt handelsrechtlich als kleine Kapitalgesellschaft.

Solider Schuldenabbau trifft auf dünne Eigenkapitaldecke

Der Jahresabschluss 2025 zeichnet damit ein zweigeteiltes Bild.

Auf der einen Seite steht ein Windpark, der weiterhin schwarze Zahlen schreibt, seine Bankverbindlichkeiten planmäßig reduziert und zum Jahresende über rund 858.000 Euro liquide Mittel verfügt. Die gesamten Verbindlichkeiten wurden innerhalb eines Jahres um mehr als 733.000 Euro abgebaut.

Auf der anderen Seite sank der Jahresüberschuss um fast 47 Prozent. Gleichzeitig beträgt das bilanzielle Eigenkapital lediglich rund 53.000 Euro – weniger als ein Prozent der Bilanzsumme.

Allerdings gehören zu den knapp 5,93 Millionen Euro ausgewiesenen Verbindlichkeiten rund 2,47 Millionen Euro Gesellschafterverbindlichkeiten, für die eine Rangrücktrittserklärung besteht. Diese Besonderheit ist bei einer rein auf die Eigenkapitalquote gestützten Betrachtung zu berücksichtigen.

Die nächsten Jahre dürften die Bilanz ohnehin weiter verändern: Der Bankkredit wird nach dem bestehenden Tilgungsplan bis Ende 2031 zurückgeführt, während die Windenergieanlagen gleichzeitig weiter abgeschrieben werden.

Der Abschluss zeigt damit exemplarisch die langfristige Finanzierungsstruktur eines Windenergieprojekts: hohe anfängliche Investitionen, langfristige Kredite und Gesellschafterdarlehen auf der einen Seite – laufende Abschreibungen und ein schrittweiser Schuldenabbau auf der anderen.

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