Die wpd Windpark Schulenburg Beteiligungs GmbH hat ihre bilanzielle Situation im Geschäftsjahr 2025 deutlich verbessert. Nachdem Ende 2024 noch ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von rund 190.000 Euro ausgewiesen worden war, verfügt die Gesellschaft zum 31. Dezember 2025 wieder über positives Eigenkapital von knapp 121.000 Euro. Dazu beigetragen hat ein Jahresüberschuss von rund 298.500 Euro.
Das geht aus dem Jahresabschluss der Bremer Beteiligungsgesellschaft für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 hervor.
Allerdings fiel der Gewinn niedriger aus als im Vorjahr. 2024 hatte die Gesellschaft noch einen Jahresüberschuss von rund 446.800 Euro erzielt. Gleichzeitig hat sich die Struktur der Bilanz erheblich verändert: Die Bilanzsumme sank von rund 696.000 auf knapp 276.000 Euro.
Erneut hoher Gewinn – aber deutlich weniger als im Vorjahr
Für 2025 weist die wpd Windpark Schulenburg Beteiligungs GmbH einen Jahresüberschuss von exakt 298.486,37 Euro aus.
Damit schreibt die Gesellschaft das zweite Jahr in Folge einen sechsstelligen Gewinn. Gegenüber 2024 ist das Ergebnis allerdings deutlich zurückgegangen. Damals waren 446.772,81 Euro ausgewiesen worden.
Der Jahresüberschuss verringerte sich somit um rund 148.300 Euro oder etwa ein Drittel.
Warum der Gewinn zurückging und aus welchen Erträgen er sich zusammensetzt, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht bestimmen. Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit einer Aufschlüsselung von Erträgen und Aufwendungen ist in dem vorliegenden Zahlenmaterial nicht enthalten.
Deshalb wäre es auch nicht belastbar, den Gewinn unmittelbar mit der Stromproduktion eines Windparks oder beispielsweise einem besonders windreichen Jahr in Verbindung zu bringen.
2024 bestand noch ein ungedeckter Fehlbetrag
Besonders bemerkenswert ist der Vergleich mit der Eigenkapitalsituation Ende 2024.
Damals war das Eigenkapital rechnerisch vollständig aufgezehrt. In der Bilanz wurde ein „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“ von 190.073,49 Euro ausgewiesen.
Hintergrund war insbesondere ein hoher Verlustvortrag. Dieser belief sich Ende 2024 auf 649.346,30 Euro. Dem stand zwar bereits ein Jahresüberschuss von 446.772,81 Euro gegenüber, dennoch reichte das vorhandene Kapital nicht aus, um die aufgelaufenen Verluste vollständig auszugleichen.
Zum Jahresende 2025 sieht die Situation wesentlich anders aus.
Der Verlustvortrag wird nun mit 202.573,49 Euro ausgewiesen. Gleichzeitig erwirtschaftete die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 298.486,37 Euro.
Unter Einbeziehung des Kapitals ergibt sich dadurch wieder positives Eigenkapital.
Eigenkapital steigt auf knapp 121.000 Euro
Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft ein Eigenkapital von 120.912,88 Euro aus.
Damit ist der noch ein Jahr zuvor bestehende nicht gedeckte Fehlbetrag vollständig verschwunden.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 25.000 Euro. Während Ende 2024 allerdings lediglich 12.500 Euro davon eingefordert waren und weitere 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen abgezogen wurden, werden Ende 2025 die gesamten 25.000 Euro als eingefordertes Kapital ausgewiesen.
Zusammen mit dem Jahresüberschuss von knapp 298.500 Euro reicht dies aus, um den verbliebenen Verlustvortrag von rund 202.600 Euro zu übersteigen.
Die Rückkehr zu positivem Eigenkapital ist damit eine der auffälligsten Veränderungen des Jahresabschlusses.
Bilanzsumme bricht um rund 60 Prozent ein
Gleichzeitig ist die Gesellschaft bilanziell deutlich kleiner geworden.
Die Bilanzsumme verringerte sich von 696.134,14 Euro Ende 2024 auf 275.781,10 Euro Ende 2025. Das entspricht einem Rückgang um rund 420.350 Euro beziehungsweise gut 60 Prozent.
Auf der Aktivseite liegt der wesentliche Unterschied im Umlaufvermögen.
Dieses sank von rund 501.100 Euro auf knapp 270.800 Euro. Allerdings hat sich dessen Zusammensetzung grundlegend verändert.
Ende 2024 bestand das ausgewiesene Umlaufvermögen vollständig aus liquiden Mitteln von 501.060,65 Euro. Ein Jahr später lagen nur noch 57.367,03 Euro in Form von Kassen- und Bankguthaben vor.
Damit sind die liquiden Mittel um rund 443.700 Euro beziehungsweise knapp 89 Prozent zurückgegangen.
Dafür entstehen Forderungen von mehr als 213.000 Euro
Neu in der Bilanz sind dagegen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände.
Zum 31. Dezember 2025 weist die Gesellschaft hier 213.414,07 Euro aus. Im Vorjahresvergleich ist kein entsprechender Betrag angegeben.
Die Bilanz zeigt damit eine deutliche Verschiebung innerhalb des Umlaufvermögens: Ein großer Teil der zuvor vorhandenen liquiden Mittel ist verschwunden, gleichzeitig werden nun erhebliche Forderungen beziehungsweise sonstige Vermögensgegenstände ausgewiesen.
Aus dem vorliegenden Anhang lässt sich allerdings nicht entnehmen, gegen wen diese Forderungen bestehen oder wodurch sie entstanden sind.
Die Gesellschaft erklärt lediglich, dass sonstige Vermögensgegenstände grundsätzlich zum Nominalwert und unter Berücksichtigung erkennbarer Risiken bewertet werden. Einzelwertberichtigungen wurden nicht vorgenommen.
Finanzanlagen bleiben unverändert
Wenig Bewegung gibt es dagegen beim Anlagevermögen.
Wie bereits Ende 2024 weist die Gesellschaft Finanzanlagen in Höhe von 5.000 Euro aus. Weitere Anlagepositionen sind in der vorliegenden Bilanz nicht enthalten.
Nach Angaben im Anhang werden Anteile an verbundenen Unternehmen grundsätzlich zu Anschaffungskosten angesetzt. Sollte am Bilanzstichtag ein niedrigerer beizulegender Wert erforderlich sein, wird dieser berücksichtigt.
Die Struktur unterstreicht den Charakter des Unternehmens als Beteiligungsgesellschaft. Die Bilanz enthält beispielsweise keine eigenen Windenergieanlagen als Sachanlagevermögen.
152.493 Euro Schulden gegenüber Gesellschaftern
Auf der Passivseite taucht 2025 eine neue Position auf: Verbindlichkeiten von insgesamt 152.492,92 Euro.
Diese bestanden Ende 2024 laut Bilanz noch nicht.
Der Anhang liefert dazu eine wichtige Zusatzinformation: Die gesamten Verbindlichkeiten bestehen gegenüber Gesellschaftern. Sämtliche 152.492,92 Euro haben eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.
Damit handelt es sich nicht um ausgewiesene langfristige Bankschulden, sondern um kurzfristige Verpflichtungen gegenüber den Gesellschaftern der Gesellschaft.
Hinzu kommen Rückstellungen von 2.375,30 Euro.
Auffällige Veränderung bei den Rückstellungen
Beim unmittelbaren Vorjahresvergleich der Rückstellungen fällt allerdings eine Besonderheit der vorgelegten Bilanz auf.
Für 2024 werden in der Zeile „Rückstellungen“ 696.134,14 Euro angegeben – exakt die gesamte damalige Bilanzsumme. Gleichzeitig ergibt sich aus den übrigen Eigenkapitalpositionen und dem ausgewiesenen nicht gedeckten Fehlbetrag eine ungewöhnliche Darstellung.
Ohne weitergehende Unterlagen sollte dieser Wert deshalb nicht eigenständig interpretiert oder wirtschaftlich erklärt werden. Für eine belastbare Analyse wäre insbesondere die Originaldarstellung des veröffentlichten Abschlusses beziehungsweise eine detailliertere Aufgliederung erforderlich.
Für 2025 werden Rückstellungen von lediglich 2.375,30 Euro ausgewiesen.
Gesellschaft gehört zum wpd-Konzern
Die wpd Windpark Schulenburg Beteiligungs GmbH hat ihren Sitz in Bremen und ist beim Amtsgericht Bremen unter HRB 36384 HB registriert.
Nach Angaben im Anhang wird die Gesellschaft in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister veröffentlicht.
Damit ist auch dieser Einzelabschluss im Zusammenhang mit der Konzernstruktur zu betrachten. Die Zahlen der Beteiligungsgesellschaft sind nicht mit dem Umsatz, Gewinn oder der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des gesamten wpd-Konzerns gleichzusetzen.
Ebenso wenig lassen sich aus dem Abschluss unmittelbar Aussagen über Stromerzeugung, Auslastung oder Erlöse bestimmter Windenergieanlagen ableiten.
Dr. Gernot Blanke ist Geschäftsführer
Die Geschäfte des Unternehmens wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr von Dr. Gernot Blanke geführt. Im Jahresabschluss wird sein Beruf mit „Kaufmann“ angegeben.
Der Abschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.
Deutlich verbesserte Eigenkapitalsituation
Der Jahresabschluss 2025 zeichnet damit ein bemerkenswert verändertes Bild der Beteiligungsgesellschaft.
Der Jahresüberschuss ist zwar von rund 446.800 auf 298.500 Euro gesunken. Gleichzeitig konnte die Gesellschaft jedoch den Ende 2024 noch bestehenden nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von rund 190.100 Euro überwinden. Zum Jahresende 2025 stehen wieder knapp 121.000 Euro positives Eigenkapital in der Bilanz.
Auf der anderen Seite sind die liquiden Mittel drastisch von rund 501.000 auf nur noch 57.000 Euro zurückgegangen. Neu hinzugekommen sind Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von mehr als 213.000 Euro sowie kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern von rund 152.500 Euro.
Damit zeigt der Abschluss nicht einfach nur eine Gewinnentwicklung, sondern einen grundlegenden Umbau der Bilanzstruktur.
Die wohl wichtigste Nachricht aus dem Zahlenwerk lautet jedoch: Nachdem das bilanzielle Eigenkapital Ende 2024 noch vollständig aufgezehrt war, weist die wpd Windpark Schulenburg Beteiligungs GmbH zum Ende des Geschäftsjahres 2025 wieder eine positive Eigenkapitalbasis aus.