Angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Meerenge Bab al-Mandab hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mit Hilfe der Marine zu gewährleisten. Das Land wolle dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten, teilte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto gestern mit. „Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen.“
Wenn die Seeroute nicht befahren werden könne, habe das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, warnte Crosetto. „Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen.“
Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Durch diesen Wasserweg führt die wichtigste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien.
Im eskalierenden Konflikt zwischen Huthi-Rebellen, jemenitischen Regierungstruppen und Saudi-Arabien sind gestern mindestens fünf Menschen getötet worden. Der saudische Zivilschutz erklärte, herabfallende Trümmerteile einer abgeschossenen Huthi-Drohne hätten in der Region Taif östlich von Mekka zum Tod eines Menschen geführt.
Der von den Huthis betriebene Fernsehsender Almasirah sprach derweil von vier Toten – darunter drei Kindern – bei Angriffen jemenitischer Einheiten und der saudischen Armee.
Die von Teheran unterstützten Huthis hatten im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither Ziele in dem Königreich angegriffen. Nach einer Blitzoffensive übernahm die Miliz vergangene Woche die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Die gegenseitigen Angriffe der verfeindeten Lager nahmen daraufhin stark zu.
Saudi-Arabien hatte den Huthis am Vortag vorgeworfen, die für Muslime heilige Stadt Mekka mit einer Drohne angegriffen zu haben. Die Huthis wiesen das als „Lüge“ zurück.
Vertreter des Iran dürfen nach Angaben des US-Außenministeriums inmitten des Konflikts beider Länder zur Gipfelwoche der UNO-Generalversammlung nach New York reisen.
Eine „Kerndelegation des iranischen Regimes“ werde an der „hochrangigen Woche der UNO-Generalversammlung“ teilnehmen können, teilte ein Sprecher des Ministeriums gestern (Ortszeit) mit.
Delegierte dürfen keine Luxusgüter kaufen
Allerdings werde die Delegation Reisebeschränkungen unterliegen. Zudem sei ihr nach den geltenden US-Vorgaben der Kauf von Luxusgütern und anderen Waren untersagt.
Seit 2025 dürfen die iranische UNO-Mission und ihre Mitglieder sowie iranische Regierungsvertreter, die für UNO-Zwecke in die USA reisen, bestimmte Luxusgüter nur mit Genehmigung des US-Außenministeriums kaufen.
Genehmigung für Einkäufe bei Costco
Dazu zählen etwa Lederwaren, Uhren, Schmuck, Schuhe, Kosmetik, Parfüm oder Elektronik im Wert von mehr als 1.000 Dollar pro Gegenstand. Eine vorherige Genehmigung ist auch für Mitgliedschaften und Einkäufe bei Großhandelsketten wie Costco, Sam’s Club oder BJ’s erforderlich.
Die USA sind laut UNO-Angaben als Gastgeberland der Vereinten Nationen grundsätzlich dazu verpflichtet, Delegationen den Zugang zu ermöglichen.