Die BaFin warnt vor einem Identitätsdiebstahl im Namen von FxPro. Unbekannte Personen verschicken E-Mails und geben sich dabei offenbar als Mitarbeiter beziehungsweise Vertreter eines tatsächlich regulierten Finanzunternehmens aus. Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht werden über diese Kontakte ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen angeboten.
Besonders konkret wird die BaFin bei der verwendeten E-Mail-Adresse: Die verdächtigen Nachrichten werden von herrywhite569@gmail(.)com verschickt.
Der Absender tritt dabei unter dem Namen FxPro UK Limited aus London auf. Genau das macht den Fall für Verbraucher besonders tückisch: Das Unternehmen FxPro UK Limited existiert tatsächlich und ist nach Angaben der BaFin von der britischen Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) autorisiert.
Doch der Absender der fraglichen E-Mails gehört laut BaFin nicht zu diesem Unternehmen.
Zusätzlich verweisen die unbekannten Personen in ihren Nachrichten auf die Internetseite fxpro(.)com. Auch diese Verbindung kann zunächst einen seriösen Eindruck erwecken. Der Internetauftritt gehört nach Angaben der BaFin zur FXPRO Financial Services Ltd mit Sitz in Nikosia auf Zypern, die von der zypriotischen Finanzaufsicht CySEC reguliert wird.
Die BaFin stellt deshalb ausdrücklich klar: Weder FxPro UK Limited noch FXPRO Financial Services Ltd stehen in Verbindung mit den beanstandeten E-Mails oder deren Inhalt.
Nach Einschätzung der deutschen Finanzaufsicht liegt vielmehr ein Identitätsdiebstahl zulasten der beiden echten Unternehmen vor.
Damit richtet sich die Warnung ausdrücklich nicht gegen die regulierten FxPro-Gesellschaften. Das Problem sind unbekannte Personen, die deren Namen und den Verweis auf einen echten Internetauftritt nutzen, um gegenüber potenziellen Kunden glaubwürdig aufzutreten.
Gerade diese Vorgehensweise macht Identitätsmissbrauch im Finanzbereich gefährlich. Verbraucher überprüfen möglicherweise den genannten Firmennamen und stellen fest, dass tatsächlich ein reguliertes Unternehmen existiert. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass auch die Person, die per E-Mail Kontakt aufgenommen hat, tatsächlich für dieses Unternehmen arbeitet.
Die BaFin hat bereits in anderen Fällen davor gewarnt, dass Betrüger Namen und Registrierungsdaten real existierender Finanzunternehmen verwenden. Selbst der Verweis auf ein Unternehmen in einem offiziellen Register ist deshalb für sich genommen kein Beweis dafür, dass ein konkreter Kontakt authentisch ist.
Bei der jetzt genannten Gmail-Adresse fällt zudem auf, dass der Absender keine Unternehmensdomain von FxPro, sondern einen kostenlosen Gmail-Account verwendet. Spätestens bei einem Finanz- oder Wertpapierangebot über eine solche Adresse sollten Verbraucher die Identität des Absenders unabhängig überprüfen.
Wer eine entsprechende Nachricht von herrywhite569@gmail(.)com erhalten hat, sollte daher keine persönlichen Daten, Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen übermitteln und kein Geld aufgrund der darin enthaltenen Anweisungen transferieren. Kontaktdaten eines vermeintlichen Finanzunternehmens sollten unabhängig über offizielle Register beziehungsweise die offiziellen Internetauftritte der jeweiligen Aufsichtsbehörden überprüft werden.
Grundsätzlich dürfen Finanz- und Wertpapierdienstleistungen in Deutschland nur angeboten werden, wenn dafür die erforderliche Erlaubnis besteht. Die BaFin veröffentlicht deshalb regelmäßig Warnungen zu Anbietern, die nach ihren Erkenntnissen ohne entsprechende Genehmigung tätig sind. Auch BaFin, Bundeskriminalamt und Landeskriminalämter raten bei Online-Geldanlagen zu besonderer Vorsicht und einer gründlichen Überprüfung des Anbieters.
Die aktuelle Warnung basiert nach Angaben der Finanzaufsicht auf § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG).