Gut ein Jahr nach einer verheerenden Fahrt durch Frankfurt am Main hat das Landgericht einen 24-Jährigen zu drei Jahren Haft verurteilt. Bei dem Geschehen im Juli 2025 kamen zwei 23 Jahre alte Zwillingsbrüder ums Leben, ein weiterer E-Scooter-Fahrer wurde schwer verletzt.
Das Gericht sprach den Mann wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung und versuchten Mordes schuldig.
Nach Lachgaskonsum durch Frankfurt gerast
Nach Überzeugung des Gerichts war der 24-Jährige nachts nach dem Konsum von Lachgas mit seinem Auto durch Frankfurt gerast. Dabei kam er von der Fahrbahn ab und erfasste auf einem angrenzenden Radweg einen E-Scooter, auf dem die beiden Zwillingsbrüder unterwegs waren.
Beide jungen Männer erlitten so schwere Verletzungen, dass sie starben.
Doch der Autofahrer hielt anschließend nicht an. Bei seiner Weiterfahrt erfasste er einen weiteren E-Scooter-Fahrer. Der Mann wurde auf die Motorhaube geschleudert. Sein Bein und der Roller verhakten sich am Fahrzeug.
Trotzdem fuhr der 24-Jährige weiter. Der E-Scooter-Fahrer stürzte schließlich auf die Straße und wurde schwer verletzt.
Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre gefordert
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von acht Jahren beantragt. Die Verteidigung plädierte dagegen für eine Bewährungsstrafe.
Mit drei Jahren Haft blieb das Landgericht deutlich unter der Forderung der Anklage.
Bemerkenswert ist die unterschiedliche rechtliche Bewertung der Geschehnisse: Den Tod der beiden Zwillingsbrüder wertete das Gericht als fahrlässige Tötung. Im Zusammenhang mit der anschließenden Weiterfahrt und dem zweiten E-Scooter-Fahrer erfolgte dagegen eine Verurteilung wegen versuchten Mordes.
Ob das Urteil bereits rechtskräftig ist, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.