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DAX fängt sich nach Kursrutsch: Ölpreis und Zinsen halten Anleger in Atem

geralt (CC0), Pixabay

Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach einem zunächst schwachen Handelstag wieder gefangen. Der DAX beendete den Dienstag mit einem vergleichsweise kleinen Minus von 0,15 Prozent bei 25.402,28 Punkten. Der MDAX entwickelte sich etwas besser und gewann 0,25 Prozent auf 31.135,75 Punkte.

Damit täuscht das unspektakuläre Schlussresultat allerdings darüber hinweg, wie nervös der Handel zeitweise verlief.

Am Morgen war der DAX zunächst um mehr als ein Prozent eingebrochen und auf den niedrigsten Stand seit mehr als sieben Wochen gefallen. Anschließend setzte eine deutliche Erholung ein.

Im Mittelpunkt standen dabei vor allem zwei Faktoren: die weiterhin hohen Energiepreise und die Entwicklung der Zinsen.

DAX zeitweise mehr als ein Prozent im Minus

Die Anleger starteten vorsichtig in den Handel.

Nach den Verlusten zu Wochenbeginn geriet der deutsche Leitindex erneut unter Druck. Zwischenzeitlich fiel der DAX auf rund 25.173 Punkte.

Vom vorherigen Schlussstand bei 25.440,81 Punkten bedeutete dies einen Rückgang von mehr als einem Prozent.

Im weiteren Tagesverlauf änderte sich das Bild jedoch. Der DAX machte einen Großteil seiner Verluste wieder wett und näherte sich zeitweise sogar der Gewinnzone.

Zum Handelsschluss blieben schließlich nur 38,53 Punkte beziehungsweise 0,15 Prozent Minus übrig.

Ölpreis wird zum entscheidenden Börsenfaktor

Eine zentrale Rolle spielt derzeit der Ölpreis.

Die hohen Energiepreise erhöhen die Kosten für Unternehmen und Verbraucher. Gleichzeitig können sie die Inflation anheizen.

Genau diese Kombination beschäftigt die Finanzmärkte: Bleibt Energie dauerhaft teuer, könnte der Inflationsdruck länger anhalten. Das wiederum beeinflusst die Erwartungen an die Geldpolitik der Notenbanken.

Für energieintensive Unternehmen bedeutet ein hoher Ölpreis zudem unmittelbar höhere Kosten.

Die leichte Entspannung bei den Ölpreisen während des Handelstages half deshalb auch dem Aktienmarkt.

Steigende Renditen belasten Aktien

Der zweite große Belastungsfaktor kommt vom Anleihemarkt.

Steigende Renditen machen festverzinsliche Anlagen für Investoren attraktiver und können gleichzeitig die Finanzierungskosten von Unternehmen erhöhen.

Auch Immobiliengesellschaften reagieren häufig empfindlich auf steigende Marktzinsen, weil ihre Geschäftsmodelle stark von Finanzierungskosten und Immobilienbewertungen beeinflusst werden.

Die leichte Beruhigung bei den Renditen half dem DAX am Dienstag deshalb, seine frühen Verluste einzugrenzen.

Merz kündigt Entlastungen bei Spritpreisen an

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielt eine Ankündigung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Angesichts der hohen Kraftstoffpreise stellte Merz staatliche Entlastungen in Aussicht. Beim Unternehmertag des Handelsverbands BGA sagte der Kanzler, er gehe davon aus, dass die Bundesregierung handeln müsse.

Welche konkreten Maßnahmen beschlossen werden, war zunächst noch offen.

Für den Aktienmarkt sorgte die Ankündigung dennoch zeitweise für etwas Beruhigung. Denn hohe Kraftstoffpreise belasten nicht nur private Haushalte, sondern auch Unternehmen – insbesondere Logistik, Transport, Handwerk und andere Branchen mit hohem Energieverbrauch.

MDAX schafft den Sprung ins Plus

Während der DAX den Handelstag knapp im Minus beendete, entwickelte sich der MDAX etwas besser.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen gewann 0,25 Prozent und schloss bei 31.135,75 Punkten.

Damit zeigt sich, dass der Verkaufsdruck am deutschen Aktienmarkt nicht sämtliche Marktsegmente gleichermaßen erfasste.

Drei Risiken bestimmen derzeit die Börse

Für Anleger ergibt sich derzeit ein kompliziertes Zusammenspiel.

Hohe Ölpreise erhöhen den Inflationsdruck. Steigende Inflation beeinflusst die Erwartungen an die Notenbanken. Höhere Zinsen wiederum können Aktien und Konjunktur belasten.

Hinzu kommen geopolitische Risiken, die insbesondere über Energiepreise und internationale Handelswege auf die Finanzmärkte wirken können.

Damit hängt die weitere Entwicklung des DAX nicht allein von den Geschäftszahlen der 40 größten börsennotierten deutschen Unternehmen ab.

Öl, Inflation, Anleiherenditen und Geldpolitik sind momentan mindestens ebenso wichtige Einflussgrößen.

DAX bleibt trotz Erholung unter Druck

Dass sich der DAX von seinem Tagestief deutlich erholen konnte, zeigt, dass Käufer bei niedrigeren Kursen wieder in den Markt kamen.

Ein nachhaltiges Entspannungssignal lässt sich aus einem einzelnen Handelstag allerdings nicht ableiten.

Die Nervosität bleibt hoch. Schon kleinere Veränderungen bei Ölpreisen und Renditen können derzeit größere Bewegungen an den Aktienmärkten auslösen.

Der Dienstag brachte deshalb vor allem eines: eine Stabilisierung nach dem Kursrutsch – aber noch keine grundlegende Entwarnung.

Für die kommenden Handelstage dürfte entscheidend sein, ob sich die Energiepreise tatsächlich beruhigen und wie sich die Erwartungen an die weitere Geldpolitik entwickeln.

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