Bei der Windpark Münsterland III Beteiligungs GmbH hat sich die Bilanz im Geschäftsjahr 2025 deutlich verändert. Die in Bremen ansässige Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 17.106,22 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 4.067,05 Euro.
Damit hat sich die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres mehr als vervierfacht. Gleichzeitig gelang der Gesellschaft nach einem deutlichen Verlust im Vorjahr die Rückkehr in die Gewinnzone.
Besonders auffällig ist außerdem eine neue Finanzanlage in Höhe von 10.000 Euro. Im Jahresabschluss 2024 war noch kein entsprechendes Anlagevermögen ausgewiesen worden.
Aus 7.505 Euro Verlust wird ein Gewinn
Die Ergebnisentwicklung fällt deutlich aus.
Für 2024 hatte die Windpark Münsterland III Beteiligungs GmbH noch einen Jahresfehlbetrag von 7.505,50 Euro ausgewiesen. Im Geschäftsjahr 2025 steht dagegen ein Jahresüberschuss von 946,12 Euro in der Bilanz.
Damit hat sich das Jahresergebnis rechnerisch um 8.451,62 Euro verbessert.
Der Gewinn ist in absoluten Zahlen zwar überschaubar. Für die Entwicklung der Gesellschaft ist der Wechsel von einem Verlust zu einem positiven Jahresergebnis dennoch bemerkenswert.
Aus dem veröffentlichten Jahresabschluss geht allerdings nicht hervor, welche konkreten Einnahmen oder Geschäftsvorgänge für diese Ergebnisverbesserung verantwortlich waren. Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit einer detaillierten Aufschlüsselung der Ertrags- und Aufwandspositionen ist in den vorliegenden Angaben nicht enthalten.
Erstmals 10.000 Euro Finanzanlagen
Eine der auffälligsten Veränderungen findet sich auf der Aktivseite.
Zum 31. Dezember 2025 weist das Unternehmen Finanzanlagen von 10.000 Euro aus. Ende 2024 lag diese Position noch bei null.
Der Anhang erläutert, dass Finanzanlagen als Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten angesetzt werden. Soweit erforderlich, werde ein am Bilanzstichtag niedrigerer beizulegender Wert berücksichtigt.
Welche konkrete Beteiligung hinter den 10.000 Euro steht, wird in den vorliegenden Angaben allerdings nicht genannt.
Damit entfällt inzwischen mehr als die Hälfte der gesamten Bilanzsumme auf Finanzanlagen.
Auch die liquiden Mittel sind gestiegen
Parallel dazu haben sich die verfügbaren Zahlungsmittel erhöht.
Die Gesellschaft verfügte Ende 2025 über 7.106,22 Euro an Kassenbestand beziehungsweise Guthaben bei Kreditinstituten. Ende 2024 waren es 4.067,05 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von 3.039,17 Euro beziehungsweise rund 75 Prozent.
Finanzanlagen und liquide Mittel bilden zusammen die gesamte Aktivseite der veröffentlichten Bilanz.
Eigenkapital steigt kräftig
Noch deutlicher fällt die Veränderung beim Eigenkapital aus.
Ende 2024 standen lediglich 2.247,05 Euro Eigenkapital in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2025 waren es bereits 15.693,17 Euro.
Das Eigenkapital hat sich damit innerhalb eines Jahres um 13.446,12 Euro erhöht.
Ein wesentlicher Grund dafür ist neben dem positiven Jahresergebnis die Veränderung beim eingeforderten Kapital.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 25.000 Euro. Ende 2024 waren davon jedoch noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen ausgewiesen. Zum Jahresende 2025 bestehen laut Bilanz keine solchen nicht eingeforderten Einlagen mehr. Das eingeforderte Kapital wird dementsprechend nun vollständig mit 25.000 Euro ausgewiesen.
Verlustvortrag bleibt bestehen
Trotz des positiven Jahresergebnisses ist die Vergangenheit in der Bilanz weiterhin sichtbar.
Der ausgewiesene Verlustvortrag beträgt 10.252,95 Euro. Im Vorjahr waren es 2.747,45 Euro.
Der Gewinn von 946,12 Euro reicht damit bei Weitem nicht aus, um die aufgelaufenen Verluste auszugleichen.
Das Unternehmen befindet sich bilanziell also zwar in einer deutlich stärkeren Position als Ende 2024, trägt aber weiterhin einen Verlustvortrag mit sich.
Auffällig hohe Eigenkapitalquote
Die Gesellschaft verfügt nach den veröffentlichten Zahlen über vergleichsweise wenig Fremdkapital.
Den Aktiva von 17.106,22 Euro steht ein Eigenkapital von 15.693,17 Euro gegenüber. Rechnerisch ergibt sich damit eine Eigenkapitalquote von rund 91,7 Prozent.
Die übrige Passivseite besteht ausschließlich aus Rückstellungen von 1.413,05 Euro. Im Vorjahr waren hierfür noch 1.820 Euro ausgewiesen worden.
Verbindlichkeiten gegenüber Banken, Lieferanten oder anderen Gläubigern werden in der vorliegenden Bilanz nicht ausgewiesen.
Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass daraus bereits umfassende Aussagen über die wirtschaftliche Situation eines möglicherweise dahinterstehenden Windparkprojekts abgeleitet werden können. Der veröffentlichte Abschluss betrifft die Windpark Münsterland III Beteiligungs GmbH selbst.
Gesellschaft gehört zum wpd-Konzern
Interessant ist auch die Konzernzugehörigkeit.
Im Anhang wird ausdrücklich angegeben, dass die Windpark Münsterland III Beteiligungs GmbH in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen wird.
Damit steht hinter der vergleichsweise kleinen Bilanz eine Einbindung in eine größere Unternehmensstruktur.
Die Gesellschaft selbst erfüllt nach eigenen Angaben die Größenmerkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 HGB.
Als Geschäftsführer wird Dr. Gernot Blanke genannt. Der Jahresabschluss wurde bereits am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.
Noch kein großer Gewinn – aber deutliche Veränderung
Die Zahlen für 2025 zeigen vor allem, dass sich die Bilanzstruktur der Windpark Münsterland III Beteiligungs GmbH innerhalb eines Jahres erheblich verändert hat.
Die Bilanzsumme steigt von 4.067,05 auf 17.106,22 Euro. Erstmals werden 10.000 Euro Finanzanlagen ausgewiesen. Die liquiden Mittel nehmen zu, das Eigenkapital wächst deutlich und aus einem Jahresverlust von mehr als 7.500 Euro wird ein kleiner Überschuss von knapp 1.000 Euro.
Gleichzeitig bleibt ein Verlustvortrag von mehr als 10.000 Euro bestehen.
Für eine weitergehende wirtschaftliche Beurteilung wäre insbesondere interessant, welche Beteiligung sich hinter den neuen Finanzanlagen verbirgt, woher der Jahresüberschuss stammt und welche wirtschaftliche Funktion die Gesellschaft innerhalb des Windparkprojekts und des wpd-Konzerns übernimmt.