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Neue Malaria-Fälle in Frankfurt: Jetzt erkranken auch Anwohner nahe des Flughafens

viarami (CC0), Pixabay

Nach mehreren Malaria-Erkrankungen unter Beschäftigten des Frankfurter Flughafens sind nun auch zwei Bewohner eines nahegelegenen Frankfurter Stadtteils an der Infektionskrankheit erkrankt. Damit hat sich die Zahl der bekannt gewordenen Fälle im Umfeld des Flughafens weiter erhöht.

Wie das Frankfurter Gesundheitsamt mitteilte, leben die beiden neu Erkrankten in Frankfurt-Schwanheim. Der Stadtteil liegt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen.

Beide Betroffenen befinden sich den Angaben zufolge in medizinischer Behandlung.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten die neuen Fälle, weil bereits Ende August sechs Malaria-Infektionen bei Mitarbeitern des Frankfurter Flughafens bekannt geworden waren. Zwei der erkrankten Beschäftigten starben.

Damit sind nach den vorliegenden Angaben insgesamt acht Erkrankungen bekannt geworden: sechs unter Flughafenmitarbeitern und zwei unter Bewohnern Schwanheims.

Zwei Todesfälle unter Flughafenbeschäftigten

Die Erkrankungsserie hatte Ende August für Aufmerksamkeit gesorgt.

Damals wurden sechs Malaria-Fälle bei Beschäftigten des Frankfurter Flughafens bekannt. Besonders schwer wiegt, dass zwei der Betroffenen an der Erkrankung starben.

Nun kommen zwei weitere Erkrankungen außerhalb der unmittelbaren Beschäftigtengruppe hinzu.

Die neuen Patienten arbeiten nach den vorliegenden Informationen nicht zwingend am Flughafen. Bekannt ist zunächst lediglich, dass beide in Frankfurt-Schwanheim und damit in einem Stadtteil nahe des Flughafens wohnen.

Wie haben sich die Betroffenen infiziert?

Damit rückt insbesondere die Frage nach dem Infektionsweg in den Mittelpunkt.

Aus den bislang vorliegenden Angaben lässt sich jedoch nicht ableiten, wo und auf welche Weise sich die beiden Bewohner infiziert haben.

Allein die räumliche Nähe zum Flughafen beweist keinen Zusammenhang mit den zuvor bekannt gewordenen Erkrankungen der Flughafenmitarbeiter.

Für die gesundheitliche Bewertung wäre deshalb entscheidend, ob die Betroffenen zuvor in einem Malariagebiet unterwegs waren oder ob andere mögliche Übertragungswege untersucht werden.

Dazu enthalten die bislang vorliegenden Angaben keine näheren Informationen.

Warum der Flughafen bei Malaria eine besondere Rolle spielen kann

Malaria wird üblicherweise durch den Stich infizierter weiblicher Anopheles-Mücken übertragen. In Deutschland treten Erkrankungen überwiegend bei Menschen auf, die sich zuvor in Regionen aufgehalten haben, in denen Malaria verbreitet ist.

Im Umfeld internationaler Flughäfen gibt es allerdings ein seltenes Phänomen, das häufig als Flughafenmalaria bezeichnet wird.

Dabei können infizierte Mücken beispielsweise unbemerkt mit Flugzeugen oder Transportgütern aus Malariagebieten eingeschleppt werden und anschließend Menschen in oder nahe einem Flughafen stechen.

Ob ein solcher Zusammenhang bei den aktuellen Frankfurter Fällen besteht, ist mit den vorliegenden Informationen nicht belegt.

Gerade deshalb ist die Untersuchung der einzelnen Infektionswege von besonderer Bedeutung.

Frankfurt-Schwanheim liegt unmittelbar am Flughafen

Dass die beiden neuen Patienten aus Schwanheim stammen, macht die Fälle epidemiologisch auffällig.

Der Frankfurter Stadtteil liegt direkt nördlich beziehungsweise nordöstlich des Flughafengeländes. Zwischen Teilen Schwanheims und dem Flughafen liegen nur wenige Kilometer.

Eine räumliche Nähe allein reicht allerdings nicht aus, um eine gemeinsame Infektionsquelle festzustellen.

Entscheidend sind vielmehr die Reisehistorie der Erkrankten, die genaue Malaria-Art, mögliche zeitliche Zusammenhänge sowie weitere epidemiologische Untersuchungen.

Malaria kann lebensgefährlich werden

Malaria ist eine durch Parasiten verursachte Infektionskrankheit. Je nach Erreger kann sie unterschiedlich schwer verlaufen.

Zu den möglichen Symptomen gehören unter anderem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein starkes allgemeines Krankheitsgefühl.

Bestimmte Formen der Malaria können ohne schnelle Behandlung einen schweren und lebensbedrohlichen Verlauf nehmen.

Die Tatsache, dass zwei der zuvor erkrankten Flughafenbeschäftigten gestorben sind, unterstreicht, wie ernst entsprechende Erkrankungen genommen werden müssen.

Die beiden neu bekannt gewordenen Patienten befinden sich nach Angaben des Gesundheitsamtes in medizinischer Behandlung.

Noch viele Fragen offen

Mit den beiden Erkrankungen in Schwanheim bekommt die Situation eine neue Dimension.

Bislang konzentrierten sich die bekannt gewordenen Fälle auf Mitarbeiter des Flughafens. Nun sind erstmals in diesem Zusammenhang auch Erkrankungen von Bewohnern eines angrenzenden Stadtteils bekannt geworden.

Daraus ergibt sich allerdings noch kein Nachweis einer lokalen Übertragungskette.

Für die weitere Bewertung sind deshalb mehrere Fragen entscheidend: Haben sich die Betroffenen zuletzt in Malariagebieten aufgehalten? Handelt es sich bei allen Erkrankungen um denselben Erregertyp? Gibt es zeitliche oder räumliche Überschneidungen zwischen den Fällen? Und können die Behörden eine gemeinsame Infektionsquelle feststellen?

Erst die epidemiologische Untersuchung kann klären, ob zwischen den Erkrankungen tatsächlich ein Zusammenhang besteht.

Behörden müssen Ursprung der Fälle klären

Nach sechs Erkrankungen unter Flughafenbeschäftigten und nun zwei Fällen bei Anwohnern dürfte sich die Aufmerksamkeit deshalb vor allem auf die Ursachenforschung richten.

Die unmittelbare Nähe der beiden Wohnorte zum Frankfurter Flughafen ist auffällig, stellt für sich genommen jedoch keinen Beweis für eine Ansteckung in dessen Umfeld dar.

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