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Windpark Havelberg Wald bleibt in den roten Zahlen – Beteiligung wird dennoch ausgebaut

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Bremer Gesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresfehlbetrag von 3.759,65 Euro ab.

Im vorherigen Abschluss waren es 3.426,36 Euro. Rein rechnerisch entspricht das einem Anstieg um knapp zehn Prozent.

Allerdings ist dieser Vergleich nur eingeschränkt aussagekräftig: Beim Vorjahr handelt es sich um ein Rumpfgeschäftsjahr vom 12. Januar bis 31. Dezember 2024. Die Gesellschaft weist deshalb selbst darauf hin, dass die Zahlen nur bedingt miteinander vergleichbar sind.

Mehr als 7.000 Euro Verluste aufgelaufen

Der Fehlbetrag aus dem ersten Geschäftsjahr ist inzwischen als Verlustvortrag in die Bilanz eingegangen.

Dieser beträgt 3.426,36 Euro. Zusammen mit dem neuen Jahresfehlbetrag von 3.759,65 Euro summieren sich die bilanzierten Verluste damit auf rund 7.186 Euro.

Dem steht ein gezeichnetes Kapital von 25.000 Euro gegenüber.

Damit sind rechnerisch knapp 29 Prozent des Stammkapitals durch die bisherigen Verluste aufgezehrt.

Das Eigenkapital bleibt allerdings deutlich positiv.

Ausstehende 12.500 Euro vollständig eingefordert

Dass das Eigenkapital 2025 trotz des erneuten Verlustes deutlich wächst, hat einen anderen Grund.

Ende 2024 waren von den 25.000 Euro gezeichnetem Kapital noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen abgezogen worden. Damit wurden damals lediglich 12.500 Euro als eingefordertes Kapital ausgewiesen.

2025 verschwindet diese Position vollständig.

Zum Jahresende werden die gesamten 25.000 Euro als eingefordertes Kapital ausgewiesen.

Dadurch steigt das Eigenkapital trotz des Jahresverlustes von 9.074 Euro auf 17.814 Euro – ein Zuwachs von rund 96 Prozent.

Die Verbesserung stammt somit nicht aus dem laufenden Ergebnis, sondern vor allem aus der vollständigen Einforderung des Kapitals.

Beteiligung wächst von 5.000 auf 9.000 Euro

Auch auf der Aktivseite ist Bewegung erkennbar.

Die Finanzanlagen erhöhten sich von 5.000 auf 9.000 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 80 Prozent.

Nach den Angaben im Anhang handelt es sich um Anteile an verbundenen Unternehmen. Diese werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten angesetzt, sofern nicht ein niedrigerer beizulegender Wert berücksichtigt werden muss.

Welche Beteiligung konkret hinter den 9.000 Euro steht und weshalb sich der Wertansatz um 4.000 Euro erhöht hat, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor.

Bankguthaben fast verdoppelt

Parallel dazu hat sich auch die Liquidität verbessert.

Die Bankguthaben und sonstigen Zahlungsmittel stiegen von 5.329 Euro auf 10.218 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um rund 4.889 Euro beziehungsweise knapp 92 Prozent.

Damit besitzt die Gesellschaft Ende 2025 mehr liquide Mittel als Finanzanlagen.

Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme von 10.329 Euro auf 19.218 Euro – ein Plus von rund 86 Prozent.

Wegen der sehr kleinen Ausgangsbasis und des Rumpfgeschäftsjahres 2024 sollte diese Wachstumsrate allerdings nicht als operatives Wachstum des eigentlichen Windparkgeschäfts interpretiert werden.

Keine Schulden ausgewiesen

Auffällig ist erneut die Finanzierungsstruktur.

Die Windpark Havelberg Wald Beteiligungs GmbH weist keinerlei Verbindlichkeiten aus.

Neben dem Eigenkapital von 17.814 Euro stehen auf der Passivseite lediglich Rückstellungen von rund 1.404 Euro.

Damit ergibt sich eine rechnerische Eigenkapitalquote von rund 92,7 Prozent.

Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag somit praktisch vollständig eigenkapitalfinanziert und weist weder Bankdarlehen noch Lieferanten- oder Konzernverbindlichkeiten aus.

Noch keine Millionenbilanz

Die Größenordnung macht zugleich deutlich, dass es sich nicht um die Bilanz eines großen operativen Windparkbetreibers handelt.

Das gesamte Vermögen beträgt lediglich rund 19.200 Euro. Davon entfallen 9.000 Euro auf Finanzanlagen und gut 10.200 Euro auf liquide Mittel.

Die Windpark Havelberg Wald Beteiligungs GmbH fungiert als Beteiligungsgesellschaft und wird in den Konzernabschluss der wpd GmbH in Bremen einbezogen.

Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.

Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.

Kapital wächst – Gewinn lässt weiter auf sich warten

Die Bilanz zeigt damit zwei gegenläufige Entwicklungen.

Auf der einen Seite wurde die finanzielle Basis der Gesellschaft ausgebaut: Das vollständige Stammkapital ist nun eingefordert, die Finanzanlagen steigen von 5.000 auf 9.000 Euro und das Bankguthaben wächst auf mehr als 10.000 Euro.

Auf der anderen Seite schreibt die Gesellschaft weiter rote Zahlen. Nach dem Verlust von 3.426 Euro im ersten Geschäftsjahr folgen 2025 weitere 3.760 Euro Minus.

Die Windpark Havelberg Wald Beteiligungs GmbH verfügt damit über eine deutlich stärkere Kapitalbasis als ein Jahr zuvor – einen wirtschaftlichen Ertrag aus ihrer Beteiligung weist der Jahresabschluss bislang jedoch nicht aus.

Ob sich hinter der Aufstockung der Finanzanlagen bereits eine weitere Projektentwicklung verbirgt und wann daraus Erträge entstehen könnten, lässt sich aus dem veröffentlichten Abschluss nicht erkennen.

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