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Mehr als 5.450 Gewalt- und Diskriminierungsfälle: Amateurfußball kämpft weiter mit einem ernsten Problem
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Mehr als 5.450 Gewalt- und Diskriminierungsfälle: Amateurfußball kämpft weiter mit einem ernsten Problem

WOKANDAPIX (CC0), Pixabay

Woche für Woche stehen in Deutschland Tausende Amateurmannschaften auf dem Platz. Für die meisten Beteiligten geht es um Sport, Gemeinschaft und die Freude am Fußball. Doch ein kleiner Teil der Spiele wird von Ereignissen überschattet, die mit sportlichem Wettbewerb nichts mehr zu tun haben.

Nach dem nun vorgestellten Lagebild meldeten Schiedsrichter in der vergangenen Saison mehr als 5.450 Fälle von Gewalt oder Diskriminierung.

Besonders auffällig ist eine zweite Zahl: 842 Spiele wurden abgebrochen.

Weniger Vorfälle – aber mehr Spielabbrüche

Auf den ersten Blick enthält die Statistik auch eine positive Entwicklung. Die Gesamtzahl der gemeldeten Gewalt- und Diskriminierungsfälle ging gegenüber der vorherigen Saison leicht zurück.

Gleichzeitig stieg jedoch die Zahl der Spielabbrüche.

Gerade diese Entwicklung dürfte beim DFB Sorgen auslösen. Ein Spielabbruch ist schließlich die drastischste Reaktion während einer Begegnung. Dann ist eine Situation so weit eskaliert, dass regulärer Fußball nicht mehr möglich ist.

Die Zahlen zeigen damit ein widersprüchliches Bild: Etwas weniger gemeldete Vorfälle, aber mehr Partien, die gar nicht mehr zu Ende gespielt werden konnten.

Schiedsrichter stehen besonders im Mittelpunkt

Eine entscheidende Rolle bei der Erfassung der Vorfälle spielen die Schiedsrichter. Ihre Meldungen bilden die Grundlage des Lagebildes.

Für die Unparteiischen bedeutet das eine besondere Belastung. Sie müssen nicht nur innerhalb von Sekunden über Fouls, Karten und Tore entscheiden. Wenn eine Situation eskaliert, müssen sie zugleich beurteilen, ob eine Begegnung überhaupt noch sicher und ordnungsgemäß fortgesetzt werden kann.

Die 842 Spielabbrüche verdeutlichen, wie häufig diese Grenze in der vergangenen Saison erreicht wurde.

DFB fordert mehr Respekt

DFB-Vizepräsident Zimmermann sieht deshalb weiterhin erheblichen Handlungsbedarf. Alle Beteiligten im Fußball müssten ihre Anstrengungen intensivieren, um einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander zu fördern.

Damit richtet sich die Verantwortung nicht allein an Spieler. Trainer, Funktionäre, Vereine und das Umfeld der Mannschaften gehören ebenso zu einer Fußballkultur, in der Gewalt und Diskriminierung keinen Platz haben sollen.

Ein Problem weit über das Endergebnis hinaus

Für den Amateurfußball steht dabei einiges auf dem Spiel. Gerade die unteren Ligen leben davon, dass Menschen ihre Freizeit investieren – als Spieler, Trainer, Betreuer und insbesondere als Schiedsrichter.

Wer damit rechnen muss, auf dem Fußballplatz beschimpft, diskriminiert oder sogar körperlich angegriffen zu werden, könnte sich irgendwann gegen dieses Ehrenamt entscheiden.

Deshalb ist die entscheidende Zahl des neuen Lagebildes vielleicht nicht allein 5.450 oder 842. Entscheidend ist, was hinter jedem einzelnen Fall steht: ein Fußballspiel, bei dem die Grenze zwischen sportlicher Leidenschaft und inakzeptablem Verhalten überschritten wurde.

Und genau deshalb ist der leichte Rückgang der Gesamtzahl noch kein Grund zur Entwarnung. Solange Hunderte Spiele wegen Eskalationen abgebrochen werden müssen, bleibt Gewalt im Amateurfußball ein Problem, das der Sport nicht als unvermeidbare Begleiterscheinung hinnehmen kann.

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