Nach dem historischen Absturz der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wächst der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz auch innerhalb der eigenen Partei. Tino Schomann, CDU-Landrat in Nordwestmecklenburg, fordert offen einen Wechsel an der Spitze.
Merz sei nach seiner Ansicht für das Amt ungeeignet, sagte Schomann dem NDR. Deutschland brauche eine Persönlichkeit, die Empathie, Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit vermittle. Der Kanzler habe jedoch gezeigt, dass er das Land weder einen noch dessen Probleme lösen könne.
Schomann wirft Merz außerdem vor, Ängste zu schüren, Versprechen zu brechen und die CDU im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt nicht ausreichend unterstützt zu haben. Nun müsse aus der Parteibasis mehr Druck auf die Führung ausgeübt werden.
Rückendeckung erhält Merz dagegen von Philipp Amthor. Der CDU-Politiker warnte davor, die Wahlniederlage allein am Bundeskanzler festzumachen. Die Ursachen lägen tiefer: Über Jahre seien notwendige Reformen versäumt worden, wodurch Wettbewerbsfähigkeit verloren gegangen und gesellschaftliche Enttäuschung entstanden sei.
Bei der Landtagswahl wurde die AfD mit 43,8 Prozent stärkste Kraft. Die CDU erreichte nur 17,2 Prozent und damit ihr schlechtestes Ergebnis in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung. Im neuen Landtag verfügt sie lediglich noch über 15 Abgeordnete.