Der bekannte Fahrradhersteller Simplon steckt erneut in finanziellen Schwierigkeiten. Die 2Rad Produktions GmbH, Nachfolgerin der Simplon Fahrrad GmbH, hat beim Landesgericht Feldkirch in Österreich ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.
Damit kommt es innerhalb von nur zwei Jahren zur zweiten Insolvenz rund um den Hersteller hochwertiger Mountainbikes, Rennräder und E-Bikes.
Mehr als 33 Millionen Euro Schulden
Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf mehr als 33 Millionen Euro. Rund 28,3 Millionen Euro davon stammen noch aus dem vorherigen Insolvenzverfahren.
Ende 2024 war ein Sanierungsplan beschlossen worden. Dieser konnte nun offenbar nicht mehr eingehalten werden. Eine weitere fällige Rate konnte das Unternehmen nicht bezahlen. Dadurch wurden alte Forderungen wieder fällig.
Lieferprobleme und schwacher Fahrradmarkt
Als Gründe für die erneute Insolvenz werden mehrere Probleme genannt.
Fehlende Bauteile hätten dazu geführt, dass bestellte Fahrräder nicht rechtzeitig ausgeliefert werden konnten. Dadurch seien Folgeaufträge ausgeblieben und die finanzielle Lage habe sich weiter verschlechtert.
Zusätzlich belasteten Probleme mit einem wichtigen Zulieferer und die weiterhin schwierige Lage auf dem europäischen Fahrradmarkt das Unternehmen.
Auch Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der früheren Übernahme sollen eine Rolle gespielt haben.
54 Mitarbeiter und rund 150 Gläubiger betroffen
Von der Insolvenz sind am Standort Hard in Vorarlberg 54 Beschäftigte betroffen. Außerdem gibt es rund 150 Gläubiger.
Der Geschäftsbetrieb soll zunächst weiterlaufen.
Das Unternehmen will einen neuen Sanierungsplan vorlegen und sucht gleichzeitig nach weiteren Investoren.
Ob Simplon damit dauerhaft gerettet werden kann, ist derzeit offen. Die erneute Insolvenz zeigt jedoch, dass die Sanierung nach der ersten Pleite Ende 2024 nicht den erhofften Erfolg gebracht hat.