Der Jahresbericht zum 30. April 2026 zeigt den iShares Pfandbriefe UCITS ETF (DE) als defensiv ausgerichteten Anleihen-ETF, dessen Schwerpunkt auf deutschen Pfandbriefen hoher Bonität liegt. Der Fonds bildet den Markit iBoxx Pfandbriefe Index ab, der ausschließlich auf Euro lautende Investment-Grade-Anleihen deutscher Emittenten mit einem Mindestemissionsvolumen von 500 Mio. Euro umfasst. Damit richtet sich das Produkt vor allem an Anleger, die Wert auf hohe Kreditqualität, vergleichsweise geringe Ausfallrisiken und regelmäßige Ausschüttungen legen.
Im Geschäftsjahr 2025/2026 erzielte der ETF einschließlich Ausschüttungen und nach Kosten und Steuern eine Wertentwicklung von 0,38 %. Der zugrunde liegende Markit iBoxx Pfandbriefe Performanceindex kam auf 0,45 %. Die Differenz von lediglich 0,07 Prozentpunkten ist angesichts der laufenden Kosten sehr gering. Besonders positiv fällt der Tracking Error von nur 0,04 Prozentpunkten aus. Damit erfüllt der ETF seine Kernaufgabe – die möglichst genaue Nachbildung seines Referenzindex – ausgesprochen effizient. Für passive Anleger ist dies ein wesentliches Qualitätsmerkmal.
Die Ertragsrechnung verdeutlicht allerdings, dass das Jahr am Kapitalmarkt keineswegs völlig ruhig verlief. Der Fonds erzielte Zinserträge von insgesamt rund 7,40 Mio. Euro. Nach Aufwendungen verblieb ein ordentlicher Nettoertrag von rund 7,00 Mio. Euro. Zusätzlich entstand aus realisierten Wertpapierverkäufen ein Gewinn von rund 1,01 Mio. Euro. Dem standen jedoch negative Veränderungen der nicht realisierten Gewinne und Verluste von insgesamt rund 6,58 Mio. Euro gegenüber. Unter dem Strich belief sich das Ergebnis des Geschäftsjahres deshalb lediglich auf 1,43 Mio. Euro. Der laufende Zinsertrag war somit solide, wurde aber zu einem erheblichen Teil durch Bewertungsverluste des Anleiheportfolios kompensiert.
Für einkommensorientierte Anleger bleibt der Fonds dennoch interessant. Insgesamt wurden 1,61 Euro je Anteil ausgeschüttet, davon 1,16 Euro als Zwischenausschüttung und 0,45 Euro als Endausschüttung. Bezogen auf den Anteilwert von 95,97 Euro am Geschäftsjahresende entspricht dies rechnerisch einer Ausschüttung von rund 1,7 % des Anteilwertes. Gleichzeitig zeigt der Unterschied zwischen Ausschüttung und Gesamtrendite, dass Ausschüttungen bei Anleihefonds nicht mit tatsächlichem Vermögenszuwachs gleichgesetzt werden dürfen: Ein Teil der laufenden Erträge wurde durch Kursbewegungen wieder aufgezehrt.
Sehr positiv ist die Kostenstruktur. Die vereinbarte Pauschalgebühr beträgt lediglich 0,09 % pro Jahr des durchschnittlichen Nettoinventarwertes. Die separat ausgewiesenen Transaktionskosten beliefen sich im gesamten Geschäftsjahr sogar nur auf 186,40 Euro. Für einen breit diversifizierten Anleihe-ETF ist dies ausgesprochen günstig und erklärt zugleich die geringe Differenz zwischen Index- und Fondsperformance.
Auch das Risikoprofil ist insgesamt defensiv. Zum Stichtag waren 98,91 % des Fondsvermögens in deutschen Anleihen investiert; Derivate spielten praktisch keine wirtschaftlich relevante Rolle. Das Fondsvermögen belief sich auf rund 418 Mio. Euro. Für Euro-Anleger bestand kein Währungsrisiko. Das Adressenausfallrisiko der Pfandbriefe sowie das Kontrahentenrisiko werden im Bericht als niedrig beziehungsweise gering eingestuft. Das Marktpreisrisiko wird dagegen als mittel bezeichnet, was insbesondere aus der Zinsabhängigkeit von Anleihekursen resultiert. Für Verkäufe deutscher Pfandbriefe wird das Liquiditätsrisiko als gering, für deren Erwerb als mittel eingeschätzt.
Ein Punkt verdient allerdings besondere Aufmerksamkeit: Das Fondsvolumen schrumpft deutlich. Zu Beginn des Geschäftsjahres verfügte der ETF über 463,0 Mio. Euro, am Ende waren es nur noch 418,0 Mio. Euro. Allein aus Anteilsausgaben und -rücknahmen resultierte ein Netto-Mittelabfluss von rund 39,9 Mio. Euro. Dabei standen Mittelzuflüssen von 108,5 Mio. Euro Rücknahmen von 148,4 Mio. Euro gegenüber. Auch längerfristig ist der Trend erkennbar: Das Fondsvermögen lag 2022/2023 noch bei rund 669,6 Mio. Euro. Der Rückgang auf aktuell rund 418 Mio. Euro entspricht damit einem Minus von etwa 38 %. Das stellt bei dieser weiterhin beträchtlichen Fondsgröße noch kein unmittelbares Problem dar, zeigt aber, dass Anleger in den vergangenen Jahren netto Kapital abgezogen haben.
Neu eingeführt wurden zudem Liquiditätsmanagementinstrumente. Seit dem 16. April 2026 kann unter anderem Dual Pricing eingesetzt werden, um Transaktions- und Liquiditätskosten verursachergerecht den zeichnenden beziehungsweise zurückgebenden Anlegern zuzuordnen. Außerdem ist eine Rückgabegebühr von bis zu 2 % vorgesehen. Für langfristige Anleger können solche Mechanismen grundsätzlich vorteilhaft sein, weil sie das bestehende Fondsvermögen vor Verwässerung durch hohe Transaktionskosten schützen; bei größeren Rückgaben sollte ihre mögliche Anwendung jedoch berücksichtigt werden.
Aus Nachhaltigkeitssicht ist der ETF dagegen nur eingeschränkt interessant. Er erfüllt nicht die Voraussetzungen eines Artikel-8- oder Artikel-9-Fonds nach SFDR und ist nicht verpflichtet, Principal Adverse Impacts bei der Auswahl der Anlagen zu berücksichtigen. Für Anleger mit ausdrücklich nachhaltigem Anlageziel ist das Produkt daher weniger geeignet.
Fazit aus Anlegersicht: Der iShares Pfandbriefe UCITS ETF (DE) präsentiert sich als kostengünstiger, transparenter und qualitativ hochwertiger Baustein für den defensiven Teil eines Portfolios. Besonders überzeugen die sehr niedrige Kostenbelastung, die geringe Tracking Difference, der minimale Tracking Error, die hohe Kreditqualität der Anlagen und das fehlende Fremdwährungsrisiko. Die Rendite von 0,38 % im Berichtsjahr fällt zwar bescheiden aus, gleichzeitig erhalten Anleger regelmäßige Ausschüttungen und eine vergleichsweise hohe Stabilität. Kritischer zu beobachten sind die seit mehreren Jahren rückläufige Fondsgröße sowie die weiterhin vorhandene Zinsabhängigkeit des Portfolios. Insgesamt eignet sich der ETF daher vor allem für sicherheitsorientierte Anleger, die deutsche Pfandbriefe als stabilisierenden Bestandteil eines diversifizierten Portfolios einsetzen möchten, weniger hingegen für Anleger mit hohen Renditeerwartungen oder ausgeprägtem Nachhaltigkeitsfokus.