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EOS Windpark Hermannsburg: Eigenkapital fällt um 92 Prozent – Gesellschafterverbindlichkeiten springen auf 1,4 Millionen Euro

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2024 der EOS Windpark Hermannsburg GmbH & Co. KG zeigt eine außergewöhnliche Verschiebung der Finanzierungsstruktur. Während die Bilanzsumme sogar leicht wächst und weiterhin mehr als 1,1 Millionen Euro Bankguthaben vorhanden sind, fällt das ausgewiesene Eigenkapital von 613.851 Euro auf nur noch 50.351 Euro. Gleichzeitig verdoppeln sich die Verbindlichkeiten mehr als – und davon entfallen rund 1,406 Millionen Euro auf den Gesellschafter.

Damit verändert sich das Bild innerhalb eines einzigen Geschäftsjahres fundamental: Ende 2023 waren noch rund 32 Prozent der Bilanz mit Eigenkapital finanziert. Ende 2024 sind es gerade einmal 2,5 Prozent.

Die veröffentlichten Eckdaten des Jahresabschlusses werden auch in aktuellen Unternehmensdaten bestätigt.

Trotz dieser drastischen Entwicklung wäre es jedoch voreilig, von einer finanziellen Krise oder gar Überschuldung zu sprechen. Denn die Gesellschaft verfügt über beträchtliches Umlaufvermögen, die hohen Verbindlichkeiten bestehen ganz überwiegend gegenüber dem eigenen Gesellschafter, und aus den vorgelegten Daten fehlt ausgerechnet die Gewinn- und Verlustrechnung.

Eigenkapital bricht um 563.500 Euro ein

Die auffälligste Zahl steht auf der Passivseite.

Das Eigenkapital sinkt von

613.851,20 Euro auf 50.351,20 Euro.

Damit verschwinden bilanziell 563.500 Euro beziehungsweise 91,8 Prozent des bisherigen Eigenkapitals.

Der Rückgang lässt sich vollständig auf die Kapitalanteile der Kommanditisten zurückführen. Diese fallen ebenfalls um exakt 563.500 Euro:

2023: 563.600 Euro

2024: 100 Euro

Die Rücklage bleibt dagegen unverändert bei 50.251,20 Euro. Auch der ausgewiesene Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust beträgt in beiden Jahren null Euro.

Damit ist mathematisch klar, wo die Eigenkapitalveränderung stattgefunden hat: auf den Kapitalkonten der Kommanditisten.

Nicht klar ist dagegen, warum.

563.500 Euro sind nicht automatisch ein Verlust

Genau hier ist bei der Interpretation Vorsicht notwendig.

Aus dem Rückgang der Kapitalanteile darf nicht automatisch geschlossen werden, dass der Windpark 2024 einen Verlust von 563.500 Euro erwirtschaftet hätte.

Ebenso wenig lässt sich aus den vorliegenden Angaben sicher feststellen, dass exakt 563.500 Euro an den Gesellschafter ausgeschüttet oder entnommen wurden.

Bei einer Personengesellschaft können Kapitalkonten durch unterschiedliche Vorgänge verändert werden. Ohne vollständige Gewinn- und Verlustrechnung und ohne detaillierte Entwicklung der Gesellschafterkonten lässt sich die Ursache nicht zweifelsfrei bestimmen.

Der Bilanzgewinn von null Euro hilft dabei ebenfalls nur begrenzt. Gerade bei einer GmbH & Co. KG bedeutet ein Bilanzgewinn von null Euro nicht zwangsläufig, dass das Geschäftsjahr mit einem Ergebnis von exakt null abgeschlossen wurde.

Die Profitabilität des Windparks lässt sich deshalb anhand der vorgelegten Veröffentlichung nicht seriös beurteilen.

Eigenkapitalquote stürzt auf nur noch 2,53 Prozent

Unabhängig von der Ursache ist die Veränderung der Kapitalstruktur erheblich.

Bei einer Bilanzsumme von 1.892.786,73 Euro entsprach das Eigenkapital Ende 2023 noch einer Quote von rund 32,43 Prozent.

2024 stehen 50.351,20 Euro Eigenkapital einer Bilanzsumme von 1.986.566,29 Euro gegenüber.

Die Eigenkapitalquote beträgt damit nur noch rund 2,53 Prozent.

Innerhalb eines Jahres sinkt sie also um fast 30 Prozentpunkte.

Das ist bilanziell ein sehr dünner Eigenkapitalpuffer.

Allerdings muss diese Zahl gemeinsam mit der Struktur der Fremdfinanzierung betrachtet werden. Und dort zeigt sich die nächste außergewöhnliche Entwicklung.

Verbindlichkeiten explodieren um 109 Prozent

Die Verbindlichkeiten steigen von

714.030,67 Euro auf 1.492.793,05 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von 778.762,38 Euro beziehungsweise rund 109,1 Prozent.

Sie haben sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Noch bemerkenswerter ist: Sämtliche Verbindlichkeiten besitzen nach Angaben des Anhangs eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Auf den ersten Blick entsteht dadurch ein erhebliches kurzfristiges Finanzierungsrisiko.

Doch die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten relativiert dieses Bild erheblich.

1,406 Millionen Euro entfallen allein auf den Gesellschafter

Der Anhang weist ausdrücklich aus, dass 1.405.800,61 Euro der Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter bestehen.

Im Vorjahr waren es lediglich 458.262,46 Euro.

Damit haben sich die Gesellschafterverbindlichkeiten um

947.538,15 Euro

erhöht.

Das entspricht einem Anstieg um rund 206,8 Prozent.

Innerhalb eines Jahres haben sie sich also mehr als verdreifacht.

Noch aussagekräftiger ist ihr Anteil an sämtlichen Verbindlichkeiten.

Von insgesamt 1.492.793,05 Euro entfallen rund 94,2 Prozent auf den Gesellschafter.

Lediglich rund 86.992 Euro der Gesamtverbindlichkeiten entfallen rechnerisch auf andere Positionen.

Damit ist die Fremdfinanzierung Ende 2024 nahezu vollständig konzern- beziehungsweise gesellschaftergeprägt.

Eigenkapital sinkt – Gesellschafterforderung gegen die Gesellschaft steigt

Diese Kombination ist analytisch besonders interessant.

Auf der einen Seite sinken die Kapitalanteile der Kommanditisten um 563.500 Euro.

Auf der anderen Seite steigen die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter um 947.538 Euro.

Dadurch verschiebt sich die Finanzierungsstruktur massiv von bilanziell ausgewiesenem Eigenkapital hin zu Verbindlichkeiten gegenüber dem Eigentümer beziehungsweise Gesellschafter.

Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse des gesamten Abschlusses.

Aber auch hier darf aus der bloßen Parallelität kein konkreter Zahlungs- oder Umwandlungsvorgang konstruiert werden. Aus den vorgelegten Angaben geht nicht hervor, ob beispielsweise Kapitalanteile in Verrechnungskonten umgebucht wurden, Zahlungen erfolgten oder andere konzerninterne Vorgänge dahinterstehen.

Der Anhang spricht bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen lediglich von laufenden Verrechnungen.

Das erklärt die bilanzielle Herkunft grundsätzlich, nicht aber die außergewöhnliche Veränderung im Detail.

Bilanzsumme wächst trotz Eigenkapitalabfluss

Interessanterweise schrumpft die Gesellschaft – anders als mehrere andere Windparkabschlüsse – 2024 nicht.

Die Bilanzsumme steigt von

1.892.786,73 Euro auf 1.986.566,29 Euro.

Das entspricht einem Plus von 93.779,56 Euro beziehungsweise rund 5,0 Prozent.

Externe Unternehmensdaten bestätigen für 2024 eine Bilanzsumme von rund 1,987 Millionen Euro nach rund 1,893 Millionen Euro im Vorjahr.

Damit entsteht eine ungewöhnliche Konstellation: Die Bilanz wird etwas größer, während das Eigenkapital nahezu vollständig verschwindet.

Die Expansion wird bilanziell also nicht durch zusätzliches Eigenkapital, sondern vor allem durch die stark gestiegenen Verbindlichkeiten getragen.

Bankguthaben bleibt mit 1,15 Millionen Euro hoch

Auf der Aktivseite wirkt die Situation zunächst deutlich entspannter.

Die liquiden Mittel sinken lediglich von

1.238.821,54 Euro auf 1.149.389,24 Euro.

Das sind 89.432,30 Euro beziehungsweise rund 7,2 Prozent weniger.

Damit liegen Ende 2024 weiterhin fast 1,15 Millionen Euro auf Bankkonten beziehungsweise in den zusammengefassten liquiden Mitteln.

Das ist angesichts einer Bilanzsumme von knapp zwei Millionen Euro ein beträchtlicher Betrag.

Rund 57,9 Prozent der gesamten Bilanzsumme bestehen aus liquiden Mitteln.

Das ist ein wesentlicher Grund, warum aus der niedrigen Eigenkapitalquote allein keine Liquiditätskrise abgeleitet werden sollte.

Forderungen steigen um 34 Prozent

Zusätzlich wachsen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände deutlich.

Sie steigen von 420.039,22 Euro auf 563.143,51 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von

143.104,29 Euro beziehungsweise rund 34,1 Prozent.

Nach dem Anhang stammen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen aus laufenden Verrechnungen. Eine genaue betragsmäßige Aufschlüsselung dieser konzerninternen Forderungen wird in den vorgelegten Angaben allerdings nicht genannt.

Zusammen mit den liquiden Mitteln erreicht das Umlaufvermögen damit 1.712.532,75 Euro.

Im Vorjahr waren es 1.658.860,76 Euro.

Das Umlaufvermögen wächst somit um 53.671,99 Euro beziehungsweise rund 3,2 Prozent.

Umlaufvermögen übersteigt sämtliche Verbindlichkeiten

Ein wichtiger Liquiditätsindikator fällt deshalb zunächst positiv aus.

Den gesamten kurzfristigen Verbindlichkeiten von

1.492.793,05 Euro

steht ein Umlaufvermögen von

1.712.532,75 Euro

gegenüber.

Das Umlaufvermögen übersteigt die Verbindlichkeiten damit um rund 219.740 Euro.

Das rechnerische Verhältnis beträgt etwa 1,15 zu 1.

Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass nicht jede Forderung sofort in Geld umgewandelt werden kann.

Umgekehrt sind rund 94 Prozent der Verbindlichkeiten Gesellschafterverbindlichkeiten. Deren wirtschaftliche Bedeutung kann sich von klassischen kurzfristigen Bank- oder Lieferantenschulden unterscheiden.

Eine belastbare Liquiditätsanalyse würde deshalb Informationen über konkrete Fälligkeiten, Zahlungsströme und die Ausgestaltung der konzerninternen Verrechnung benötigen.

Cash allein reicht nicht für alle kurzfristigen Verbindlichkeiten

Betrachtet man ausschließlich die sofort verfügbaren liquiden Mittel, sieht die Rechnung anders aus.

Cash:

1.149.389,24 Euro

Verbindlichkeiten:

1.492.793,05 Euro

Damit liegen die Verbindlichkeiten um rund 343.404 Euro über dem Bankguthaben.

Die Gesellschaft könnte also rein stichtagsbezogen nicht sämtliche bilanzierten Verbindlichkeiten allein aus dem ausgewiesenen Bankbestand begleichen.

Das ist jedoch kein Beleg für Zahlungsunfähigkeit.

Neben den Bankbeständen bestehen mehr als 563.000 Euro Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Außerdem bestehen fast sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter.

Für eine Aussage zur tatsächlichen Zahlungsfähigkeit wäre ein konkreter Liquiditäts- und Fälligkeitsstatus erforderlich.

Rückstellungen sinken um 121.483 Euro

Eine positive Veränderung zeigt sich bei den Rückstellungen.

Sie fallen von

564.904,86 Euro auf 443.422,04 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 121.482,82 Euro beziehungsweise rund 21,5 Prozent.

Das entlastet die Passivseite.

Welche Rückstellungsarten sich konkret reduziert haben, geht aus dem vorgelegten Anhang jedoch nicht hervor.

Der Abschluss erläutert lediglich die allgemeinen Bewertungsgrundsätze. Rückstellungen werden in Höhe der erwarteten Inanspruchnahme gebildet; zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, längerfristige Rückstellungen abgezinst.

Eine Aussage wie „Rückbaukosten sind um 121.000 Euro gesunken“ wäre daher nicht durch die vorliegenden Angaben gedeckt.

Sachanlagen steigen überraschend

Eine weitere Besonderheit findet sich beim Anlagevermögen.

Während ältere Windparks häufig sinkende Anlagenbuchwerte durch laufende Abschreibungen zeigen, steigt das Sachanlagevermögen bei Hermannsburg von

147.088,46 Euro auf 191.209,20 Euro.

Das ist ein Zuwachs von 44.120,74 Euro beziehungsweise rund 30 Prozent.

Das ist bemerkenswert, weil laut Anhang gleichzeitig planmäßig über Nutzungsdauern von 16 Jahren abgeschrieben wird.

Wenn trotz Abschreibung der Nettobuchwert steigt, müssen rechnerisch andere positive Veränderungen beim Sachanlagevermögen die Abschreibungen überkompensiert haben – beispielsweise Zugänge. Welche Vorgänge konkret dahinterstehen, lässt sich ohne Anlagenspiegel jedoch nicht feststellen.

Deshalb kann lediglich festgehalten werden: Der Nettobuchwert der Sachanlagen ist trotz laufender Abschreibung um rund 30 Prozent gestiegen.

Rechnungsabgrenzung bleibt nahezu stabil

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten geht nur leicht zurück.

Er sinkt von 86.837,51 Euro auf 82.824,34 Euro, also um 4.013,17 Euro beziehungsweise rund 4,6 Prozent.

Im Verhältnis zu den großen Veränderungen auf der Passivseite spielt dieser Posten nur eine untergeordnete Rolle.

1,89 Millionen Euro weitere finanzielle Verpflichtungen

Ein wesentlicher Punkt steht wiederum außerhalb der eigentlichen Bilanz.

Die Gesellschaft weist sonstige finanzielle Verpflichtungen von 1.887.688 Euro aus.

Im Vorjahr waren es noch 2.869.091 Euro.

Damit sind diese Verpflichtungen um 981.403 Euro beziehungsweise rund 34,2 Prozent zurückgegangen.

Das ist zunächst positiv.

Dennoch bleibt der Betrag erheblich: Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen entsprechen rund 95 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Wichtig ist aber die Abgrenzung: Diese 1,888 Millionen Euro sind keine zusätzlichen bilanzierten Verbindlichkeiten, die einfach zu den 1,493 Millionen Euro Schulden addiert werden dürfen.

Es handelt sich um künftige Verpflichtungen aus bestehenden Verträgen.

Pacht und Wartung sorgen für hohe künftige Zahlungen

Von den 1,888 Millionen Euro entfallen 1.015.250 Euro auf Miet- und Pachtverträge.

Davon werden 203.050 Euro im Jahr 2025 fällig.

Weitere 872.438 Euro stammen aus langfristigen Wartungs- und Betriebsführungsverträgen.

Davon entfallen sogar 672.438 Euro auf 2025.

Damit werden allein im Jahr 2025 aus diesen beiden Kategorien insgesamt

875.488 Euro

fällig.

Das entspricht rund 76,2 Prozent des Bankguthabens zum Jahresende 2024.

Dieser Vergleich ist relevant, darf aber nicht als Prognose des Bankbestands missverstanden werden. Der Windpark erzielt während 2025 schließlich laufende Einnahmen. Wie hoch diese sind, lässt sich aus der veröffentlichten Bilanz jedoch nicht erkennen.

Verpflichtungen sinken um fast eine Million Euro

Positiv ist wiederum, dass die gesamten sonstigen finanziellen Verpflichtungen binnen eines Jahres um fast eine Million Euro zurückgegangen sind.

Von 2,869 Millionen Euro bleiben 1,888 Millionen Euro.

Das bedeutet, dass ein erheblicher Teil der früher ausgewiesenen Vertragsverpflichtungen inzwischen abgearbeitet, fällig geworden oder anderweitig aus dem Verpflichtungsbestand herausgefallen ist.

Welche tatsächlichen Zahlungen daraus 2024 entstanden sind, lässt sich aus dem Bilanzvergleich allerdings nicht bestimmen.

Eine Kapitalflussrechnung fehlt.

Das Unternehmen hat faktisch zwei völlig unterschiedliche Finanzierungsbilder

Der Abschluss lässt sich deshalb aus zwei Perspektiven betrachten.

Auf klassischer Eigenkapitalbasis wirkt die Gesellschaft sehr schwach kapitalisiert: Nur noch 50.351 Euro Eigenkapital stehen einer Bilanzsumme von knapp zwei Millionen Euro gegenüber.

Betrachtet man dagegen die Liquidität und die Herkunft der Verbindlichkeiten, sieht das Bild wesentlich weniger dramatisch aus: 1,149 Millionen Euro Bankguthaben, 563.144 Euro Forderungen und rund 94 Prozent der Verbindlichkeiten gegenüber dem eigenen Gesellschafter.

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Ein Unternehmen mit 1,4 Millionen Euro kurzfristigen Bankschulden wäre anders zu beurteilen als eine Gesellschaft, deren entsprechende Position überwiegend aus laufenden konzerninternen beziehungsweise gesellschafterbezogenen Verrechnungen besteht.

Eigenkapital und Gesellschafterverbindlichkeiten zusammengedacht

Interessant ist deshalb eine rein analytische Betrachtung – ausdrücklich keine handelsrechtliche Eigenkapitalberechnung.

Ende 2024 stehen:

50.351 Euro Eigenkapital

und

1.405.801 Euro Gesellschafterverbindlichkeiten

in der Bilanz.

Zusammen entsprechen diese beiden Finanzierungspositionen rund 1,456 Millionen Euro.

Ende 2023 waren es:

613.851 Euro Eigenkapital plus 458.262 Euro Gesellschafterverbindlichkeiten = rund 1,072 Millionen Euro.

Das zeigt, dass sich nicht einfach nur Kapital aus der Gesellschaft verabschiedet hat. Gleichzeitig hat die Finanzierung durch den Gesellschafter beziehungsweise über Gesellschafterverrechnung erheblich zugenommen.

Aber: Gesellschafterverbindlichkeiten bleiben handelsrechtlich Fremdkapital. Sie dürfen deshalb nicht einfach als „wirtschaftliches Eigenkapital“ bezeichnet werden, solange beispielsweise kein qualifizierter Rangrücktritt oder eine vergleichbare Vereinbarung bekannt ist.

Eine solche Information enthält der vorgelegte Anhang nicht.

Keine Arbeitnehmer – Betrieb im Konzernverbund

Wie bei den anderen EOS-Windparkgesellschaften wurden auch bei Hermannsburg im Geschäftsjahr 2024 keine Arbeitnehmer beschäftigt.

Die Geschäftsführung erfolgt über die EOS Windpark Hermannsburg Verwaltungsgesellschaft mbH und deren Geschäftsführer Patrick Béguin, Thierry Lainé und Bertrand Hubert Frederic Chaillot.

Eigentümerin ist die EOS Wind Deutschland GmbH. Obergesellschaft ist nach dem Anhang die EOS Holding SA in Lausanne.

Öffentliche Übersichten führen den Windpark Hermannsburg im Raum Bonstorf/Hetendorf; historische Übersichten nennen für den Gesamtstandort verschiedene Anlagen und Betreiber. Diese Standortinformationen sollten allerdings nicht automatisch vollständig der hier analysierten KG zugerechnet werden, weil der Windpark nicht zwingend mit der bilanzierten Gesellschaft deckungsgleich sein muss.

Die entscheidende Information fehlt wieder: Was hat der Windpark verdient?

Der größte blinde Fleck bleibt die Ertragslage.

Aus den vorgelegten Daten lässt sich nicht feststellen, welchen Umsatz die EOS Windpark Hermannsburg GmbH & Co. KG 2024 erzielt hat.

Ebenso fehlen Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag, Stromerlöse, Abschreibungen, Wartungs- und Pachtaufwendungen, Zinsaufwand und operative Cashflows.

Deshalb lässt sich insbesondere der Rückgang der Kommanditisten-Kapitalanteile von 563.600 Euro auf 100 Euro nicht zuverlässig erklären.

Auch die Aussage „Der Windpark hat 563.500 Euro verloren“ wäre anhand dieser Veröffentlichung nicht gerechtfertigt.

Das größte Fragezeichen: Warum steigen die Gesellschafterverbindlichkeiten um fast eine Million Euro?

Für Investoren und Gläubiger dürfte deshalb eine Zahl besonders erklärungsbedürftig sein.

Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter steigen innerhalb eines Jahres um 947.538 Euro.

Gleichzeitig sinken dessen beziehungsweise die ausgewiesenen Kommanditisten-Kapitalanteile um 563.500 Euro.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Eigenkapital in Fremdkapital umgewandelt wurde. Es zeigt aber eine sehr deutliche Verschiebung der bilanziellen Finanzierungsstruktur.

Für eine vollständige Erklärung wären insbesondere die Gesellschafterkonten, die Gewinn- und Verlustrechnung und die Entwicklung der konzerninternen Verrechnungen notwendig.

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