Nach fünf Jahren Bauzeit ist es so weit: Der Zoo Leipzig eröffnet heute Mittag seine neue Erlebniswelt „Feuerland“. Auf einer Fläche von rund 5.500 Quadratmetern entsteht ein neuer Lebensraum für Pinguine, Robben und Seevögel. Mit Investitionskosten von knapp 50 Millionen Euro gehört die Anlage zu den großen Projekten des Leipziger Zoos.
Herzstück der neuen Erlebniswelt ist ein mehr als 100 Meter langer Unterwassertunnel. Besucher sollen die Tiere dadurch aus einer Perspektive beobachten können, die sonst nur schwer möglich wäre: Während Robben und Pinguine durch das Wasser schwimmen, können Zoogäste die Tiere unterhalb der Wasseroberfläche erleben.
Die Dimension des Projekts ist beträchtlich. Fünf Jahre wurde an „Feuerland“ gearbeitet, bevor die Anlage nun für das Publikum geöffnet werden kann. Mit der neuen Erlebniswelt erweitert der Zoo sein Angebot um einen Bereich, der sich auf Tierarten aus südlichen, maritim geprägten Lebensräumen konzentriert.
Für den Zoo geht es dabei nicht allein um eine neue Besucherattraktion. Die Anlage soll zugleich moderne Bedingungen für die Haltung der dort lebenden Tiere schaffen. Dag Encke, Präsident des Verbands der Zoologischen Gärten, bezeichnete die neue Anlage gegenüber dem MDR als hochmodern und erklärte, sie werde den Tieren ein „fantastisches neues Zuhause“ bieten.
Besonders die Kombination verschiedener Tierarten dürfte „Feuerland“ für Besucher interessant machen. Künftig sind dort Pinguine, Robben und Seevögel zu erleben. Statt einzelne Gehege lediglich nebeneinanderzustellen, steht damit eine zusammenhängende Erlebniswelt im Mittelpunkt.
Der lange Unterwassertunnel dürfte dabei zu den auffälligsten Elementen gehören. Gerade Pinguine wirken an Land häufig vergleichsweise behäbig, entwickeln unter Wasser jedoch eine enorme Beweglichkeit. Auch Robben lassen sich durch große Unterwassereinblicke auf eine Weise beobachten, die ihre natürlichen Bewegungsabläufe wesentlich deutlicher sichtbar macht.
Mit einer Investitionssumme von knapp 50 Millionen Euro ist „Feuerland“ allerdings auch finanziell ein außergewöhnliches Vorhaben. Umgerechnet auf die genannte Fläche von 5.500 Quadratmetern entspricht die Gesamtinvestition rechnerisch rund 9.000 Euro je Quadratmeter. Dieser Wert ist allerdings nur eine mathematische Einordnung und kein klassischer Baukostenvergleich: In der Summe stecken bei einer modernen Tieranlage weit mehr Komponenten als reine Gebäudeflächen – von Wasserbecken und Tierhaltungstechnik bis zu Besucherbereichen und aufwendiger Infrastruktur.
Nach der fünfjährigen Bauphase beginnt deshalb nun die entscheidende Phase: Die neue Erlebniswelt muss sich im täglichen Betrieb bewähren. Neben der Attraktivität für Besucher wird insbesondere eine Rolle spielen, wie gut die Anlage den Anforderungen der Tiere gerecht wird.
Für Leipzig selbst ist die Eröffnung ebenfalls von Bedeutung. Der Zoo zählt zu den wichtigen touristischen Einrichtungen der Stadt, und spektakuläre neue Anlagen können zusätzliche Besucher anziehen. Mit einem mehr als 100 Meter langen Unterwassertunnel verfügt „Feuerland“ über ein Element, das entsprechend vermarktet werden kann.
Die fast 50 Millionen Euro zeigen zugleich, wie aufwendig moderne Zooanlagen inzwischen sein können. Es geht längst nicht mehr nur darum, Gehege zu errichten. Wasseraufbereitung, Klima- und Filtertechnik, Rückzugsbereiche für die Tiere, Sicherheitsanforderungen sowie Besucherwege und Beobachtungsmöglichkeiten müssen miteinander verbunden werden.
Für die Besucher endet mit der Eröffnung nun eine lange Wartezeit. Nach fünf Jahren Bauarbeiten können sie erstmals selbst erleben, was hinter dem Großprojekt steckt.
Mit „Feuerland“ setzt der Zoo Leipzig damit auf eine Mischung aus Tierhaltung, moderner Technik und spektakulärem Besuchererlebnis. Besonders der über 100 Meter lange Unterwassertunnel dürfte schnell zu einem der markantesten Bestandteile der neuen Anlage werden.
Ob sich die Investition von knapp 50 Millionen Euro langfristig auch in steigenden Besucherzahlen niederschlägt, wird sich erst zeigen. Fest steht zunächst: Mit der heutigen Eröffnung erhält der Zoo Leipzig nach jahrelanger Bauzeit eine seiner aufwendigsten neuen Erlebniswelten – und Pinguine, Robben und Seevögel ein komplett neues Revier.