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US-Notenbank vor möglicher Zinswende: Fed-Chef Warsh bringt Zinserhöhung ins Spiel

Raten-Kauf (CC0), Pixabay

In den USA könnte eine Zinserhöhung näher rücken. Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, zeigt sich zunehmend besorgt über die weiterhin hohe Inflation. Eine konkrete Zinserhöhung kündigte er zwar nicht an – seine Aussagen lassen aber erkennen, dass die Fed zum Handeln bereit sein könnte.

Auf dem wichtigen Notenbanktreffen in Jackson Hole machte Warsh deutlich: Die Inflation müsse sich klar und schnell genug dem Ziel der Fed von zwei Prozent nähern. Geschieht dies nicht, müsse die Notenbank weitere Maßnahmen ergreifen.

Die Finanzmärkte reagierten sofort. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bereits bei der nächsten Fed-Sitzung im September wurde an den Terminmärkten nach der Rede zeitweise mit rund 48 Prozent bewertet.

Inflation bleibt deutlich zu hoch

Der Grund für die Nervosität ist die hartnäckige Teuerung. Die allgemeine Inflationsrate in den USA lag im Juli bei 3,4 Prozent. Noch deutlicher fällt ein von der Fed besonders beachtetes Inflationsmaß aus: Die entsprechende PCE-Teuerungsrate lag im Juli wie schon im Juni bei 3,7 Prozent.

Damit ist die Preissteigerung weiterhin deutlich vom Zwei-Prozent-Ziel der US-Notenbank entfernt.

Auch der Arbeitsmarkt liefert derzeit kaum einen Grund, die Zinsen zur Unterstützung der Wirtschaft zu senken. Nach Einschätzung von Warsh herrscht in den USA praktisch Vollbeschäftigung. Sein größeres Problem ist deshalb momentan die Preisstabilität.

Warum höhere Zinsen gegen Inflation helfen können

Erhöht die Fed ihren Leitzins, werden Kredite für Unternehmen und Verbraucher in der Regel teurer. Dadurch wird weniger Geld ausgegeben und investiert. Die Nachfrage sinkt und der Preisanstieg kann gebremst werden.

Die Kehrseite: Zu hohe Zinsen können das Wirtschaftswachstum belasten. Deshalb muss die Notenbank abwägen, wie stark sie gegen die Inflation vorgeht, ohne die Konjunktur unnötig abzuwürgen.

Noch keine Entscheidung für September

Warsh vermied bewusst eine klare Ankündigung. Er will sich nicht darauf festlegen, wie die Fed bei ihrer nächsten Sitzung entscheidet. Stattdessen sollen die kommenden Wirtschaftsdaten ausschlaggebend sein.

Damit lautet die wichtigste Botschaft seiner Rede: Eine Zinserhöhung ist möglich, aber noch nicht beschlossen.

Sollte die Inflation in den kommenden Wochen nicht deutlich nachlassen, dürfte der Druck auf die Fed steigen. Die nächste Zinssitzung im September wird damit für die Finanzmärkte besonders spannend.

Eine Zinserhöhung in den USA hätte zudem Auswirkungen weit über Amerika hinaus. Sie könnte Aktien- und Anleihemärkte, den Dollar sowie internationale Kapitalströme beeinflussen und damit indirekt auch für Anleger und Unternehmen in Deutschland von Bedeutung sein.

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