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René Benko vor neuem Prozess-Herbst: Zwei Verfahren im September – Millionen-Vorwurf um Haselsteiner-Stiftung

geralt (CC0), Pixabay

Für den früheren Signa-Gründer René Benko stehen im September 2026 gleich zwei weitere Gerichtsverfahren in Innsbruck an. Damit geht die juristische Aufarbeitung des Zusammenbruchs seines Immobilienimperiums in eine weitere entscheidende Phase. Der ORF berichtete am 24. August über die neuen Gerichtstermine.

Besonders brisant ist eines der Verfahren, weil es um einen Millionenschaden zulasten einer Familienstiftung rund um den österreichischen Investor Hans-Peter Haselsteiner geht.

Vorwurf: Stiftung um rund fünf Millionen Euro geschädigt

Die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wirft Benko schweren Betrug vor. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll er gegenüber Vertretern einer Privatstiftung eine wahrheitswidrige Garantie abgegeben haben. Dadurch soll die Stiftung insgesamt um rund fünf Millionen Euro geschädigt worden sein.

Konkret geht es nach Angaben der WKStA um zwei Beträge: Die Stiftung soll aufgrund der Garantie rund 3,3 Millionen Euro an die Signa Holding GmbH überwiesen und außerdem darauf verzichtet haben, weitere rund 1,7 Millionen Euro zurückzufordern.

Der ORF ordnet die geschädigte Familienstiftung dem Umfeld des Strabag-Gründers Hans-Peter Haselsteiner zu.

Wichtig: Dabei handelt es sich um Anklagevorwürfe. Für Benko gilt hinsichtlich dieser Vorwürfe die Unschuldsvermutung.

Zweites Verfahren wird teilweise neu aufgerollt

Parallel dazu wird im September ein bereits bekanntes Verfahren teilweise erneut verhandelt. Hintergrund ist eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.

Der bereits erfolgte Schuldspruch im Zusammenhang mit einer 300.000-Euro-Schenkung an Benkos Mutter wurde bestätigt und ist rechtskräftig. Ein anderer Teil des damaligen Verfahrens – betreffend Miet- und Betriebskostenvorauszahlungen – muss dagegen erneut verhandelt werden.

Damit geht es im September nicht lediglich um einen weiteren Termin in der Signa-Affäre. Benko wird vielmehr an mehreren juristischen Fronten gleichzeitig mit unterschiedlichen Vorwürfen konfrontiert.

Warum das auch für Anleger interessant ist

Die Verfahren zeigen, wie weit die Aufarbeitung des Signa-Komplexes inzwischen über die eigentlichen Unternehmensinsolvenzen hinausgeht. Im Mittelpunkt stehen zunehmend konkrete Geldflüsse, Garantien, Vermögensverschiebungen und die Frage, ob einzelne Investoren oder Gläubiger durch bestimmte Handlungen geschädigt wurden.

Gerade das Verfahren um die Haselsteiner-Stiftung könnte deshalb besondere Aufmerksamkeit erhalten: Hier steht der Vorwurf im Raum, dass eine persönliche Garantie Benkos für eine Millionenentscheidung eines Investors ausschlaggebend gewesen sein soll.

Ob sich dieser Vorwurf vor Gericht bestätigt, muss nun das Landesgericht Innsbruck klären. Die WKStA hatte die entsprechende Anklage im Juni 2026 eingebracht.

Fazit: Der September könnte für René Benko zu einem weiteren Schlüsselmonat werden. Während ein früheres Verfahren teilweise neu aufgerollt wird, steht mit dem mutmaßlichen Millionenbetrug zulasten der Haselsteiner-Stiftung ein neuer, wirtschaftlich gewichtiger Vorwurf vor Gericht. Gleichzeitig verdeutlichen die Verfahren, dass die juristische Aufarbeitung des Signa-Zusammenbruchs noch lange nicht abgeschlossen ist.

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