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Weihnachtsbäume mit Sonnenbrand: Hitze und Trockenheit hinterlassen sichtbare Schäden

RondellMelling (CC0), Pixabay

Noch sind es rund vier Monate bis Weihnachten, doch auf den Weihnachtsbaumplantagen zeigt sich bereits, welche Folgen der außergewöhnlich heiße und trockene Sommer haben könnte. Vor allem junge Nordmanntannen haben unter Wassermangel und intensiver Sonneneinstrahlung gelitten. Manche Bäume bekommen gelbe oder braune Nadeln, andere verlieren sogar ihre typische Form und können deshalb in diesem Jahr nicht verkauft werden.

Besonders empfindlich sind junge Weihnachtsbäume. Ihre Wurzeln reichen noch nicht so tief in den Boden wie die älterer Exemplare, weshalb sie stärker auf regelmäßigen Regen angewiesen sind. Auf einer Plantage im Harz sind einzelne jüngere Bäume zwar geschädigt, der Betreiber hält die Verluste dort aber noch für verkraftbar.

In Sachsen ist ein Drittel der Bäume geschädigt

Deutlich dramatischer sieht es auf einer Weihnachtsbaumplantage im sächsischen Thiendorf aus. Dort zeigt nach Angaben der Betreiberin etwa ein Drittel des Bestands deutliche Hitze- und Trockenschäden. Die Nadeln einiger Bäume sind nicht nur gelblich, sondern bereits dunkelbraun.

Besonders problematisch sind verbrannte Triebe und geschädigte Baumspitzen. Solche Bäume können zwar weiterleben, verlieren aber ihre typische Weihnachtsbaumform und sind damit für den Verkauf kaum noch geeignet.

Weihnachtsbäume können tatsächlich „Sonnenbrand“ bekommen

Was ungewöhnlich klingt, ist nach Angaben des Bundesverbands der Weihnachtsbaumerzeuger tatsächlich möglich: Auch Tannen können eine Art Sonnenbrand entwickeln.

Bei intensiver Sonneneinstrahlung verbrennen die Nadeln und verfärben sich rötlich-braun. Besonders stark wird dieses Phänomen derzeit auf Plantagen im Südwesten Deutschlands beobachtet. Ein Vertreter des Verbands bezeichnete den aktuellen Sommer dort sogar als außergewöhnlich schlimm.

Droht Weihnachten jetzt ein Baum-Mangel?

Trotz der sichtbaren Schäden rechnen die Branchenvertreter derzeit nicht mit einem bundesweiten Engpass.

Der Grund: Während manche Plantagen im Südwesten und einzelne Betriebe in Sachsen stark betroffen sind, ist die Lage im Norden, Osten und Südosten Deutschlands insgesamt besser. Dadurch dürfte es nach Einschätzung des Verbands genügend Weihnachtsbäume für die kommende Saison geben.

Für Verbraucher bedeutet das: Ein Weihnachtsbaum dürfte auch 2026 erhältlich sein – möglicherweise allerdings zu etwas höheren Preisen.

Preise sollen um ein bis drei Euro pro Meter steigen

Interessanterweise macht die Branche dafür nicht in erster Linie Hitze und Trockenheit verantwortlich.

Steigende Mindestlöhne und höhere Treibstoffkosten verteuern nach Angaben des Verbands Anbau, Pflege, Ernte und Transport. Große Preissprünge werden dennoch nicht erwartet.

Die Einschätzung des Verbands: Weihnachtsbäume könnten in dieser Saison ungefähr ein bis drei Euro pro Meter teurer werden.

Das eigentliche Risiko liegt in den kommenden Jahren

Für Verbraucher dürfte Weihnachten 2026 damit relativ glimpflich verlaufen. Für die Produzenten können die Folgen des Sommers jedoch länger anhalten.

Ein Weihnachtsbaum benötigt mehrere Jahre, bis er verkaufsfähig ist. Werden junge Bestände heute durch Hitze geschädigt oder fallen ganz aus, kann sich das deshalb erst in späteren Weihnachtsaisons stärker bemerkbar machen.

Der aktuelle Sommer zeigt außerdem, wie verwundbar Weihnachtsbaumplantagen gegenüber längeren Trockenperioden sind. Gerade junge Bäume ohne tiefes Wurzelsystem sind auf ausreichende Niederschläge angewiesen.

Fazit: Einen Weihnachtsbaum-Engpass erwarten die Erzeuger für 2026 nicht. Regional sind die Schäden durch Hitze und Trockenheit dennoch erheblich – bis hin zu einem Drittel des Bestands auf einzelnen Plantagen. Verbraucher müssen sich eher auf leicht höhere Preise als auf leere Verkaufsplätze einstellen.

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