Die Windpark Völschow GmbH & Co. Erste Betriebs KG aus Husum hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Die Zahlen zeigen auf den ersten Blick eine Gesellschaft mit einem deutlich gewachsenen Liquiditätspolster. Gleichzeitig fällt jedoch der kräftige Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern auf.
Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 31. Dezember 2025 von 1,721 Millionen Euro auf 1,802 Millionen Euro. Das entspricht einem Plus von rund 4,7 Prozent.
Besonders deutlich entwickelte sich der Bestand an liquiden Mitteln. Die Guthaben bei Kreditinstituten und sonstigen Zahlungsmittel stiegen von 649.736,80 Euro auf 839.756,03 Euro. Das sind rund 190.000 Euro beziehungsweise 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Fast das gesamte Vermögen steckt im Umlaufvermögen
Auffällig ist die Struktur der Bilanz. Das Anlagevermögen beträgt nur noch 30.954 Euro, nachdem Ende 2024 noch 47.836 Euro ausgewiesen worden waren.
Dem steht ein Umlaufvermögen von 1,763 Millionen Euro gegenüber. Darin enthalten sind neben den liquiden Mitteln Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von 923.535 Euro.
Damit entfallen knapp 98 Prozent der Bilanzsumme auf das Umlaufvermögen.
Die Forderungen gingen gegenüber dem Vorjahr allerdings zurück. Ende 2024 hatten sie noch bei gut 1,015 Millionen Euro gelegen. Das entspricht einem Rückgang um rund 91.700 Euro.
692.000 Euro Eigenkapital
Das ausgewiesene Eigenkapital blieb mit 692.000 Euro unverändert. Bei einer Bilanzsumme von rund 1,802 Millionen Euro ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 38,4 Prozent.
Interessant ist ein Blick auf die Kapitalstruktur: Die Kapitalanteile der Kommanditisten werden mit 5,5 Millionen Euro angegeben. Dem stehen allerdings nicht eingeforderte ausstehende Einlagen von 4,808 Millionen Euro gegenüber. Daraus resultiert das bilanzierte Kapital von 692.000 Euro.
Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird mit 0 Euro ausgewiesen.
Verbindlichkeiten gegenüber Kommanditisten steigen um fast 160.000 Euro
Eine der auffälligsten Veränderungen findet sich auf der Passivseite.
Die gesamten Verbindlichkeiten erhöhten sich von 799.166,62 Euro auf 857.685,44 Euro. Besonders stark stiegen dabei die Verbindlichkeiten gegenüber den Kommanditisten.
Sie erhöhten sich innerhalb eines Jahres von
601.589,89 Euro auf 761.500,07 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um knapp 160.000 Euro beziehungsweise rund 26,6 Prozent.
Damit machen die Verpflichtungen gegenüber den Kommanditisten inzwischen fast 89 Prozent der gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten aus.
Bemerkenswert ist zudem die Fristigkeit: Laut Anhang haben sämtliche ausgewiesenen Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
Neben den 761.500 Euro gegenüber den Kommanditisten bestehen 96.185 Euro Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Rückstellungen ebenfalls gestiegen
Auch die Rückstellungen erhöhten sich. Sie lagen Ende 2025 bei 252.559,64 Euro, gegenüber 229.679,50 Euro im Vorjahr.
Das entspricht einem Anstieg von knapp zehn Prozent.
Positiv fällt dagegen auf, dass im Jahresabschluss für 2025 keine Steuerschulden innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen werden. Im Vorjahr hatten diese noch 36.235,51 Euro betragen.
Laufende Verträge kosten mindestens 223.924 Euro pro Jahr
Neben den unmittelbar in der Bilanz sichtbaren Verpflichtungen bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen aus langfristigen Verträgen.
Für mehrjährige Pachtverträge werden jährlich 36.000 Euro genannt. Hinzu kommen 142.924 Euro pro Jahr für Service- und Wartungsverträge sowie weitere 45.000 Euro für Betriebsführungsverträge.
Insgesamt ergeben sich daraus jährliche Verpflichtungen von mindestens
223.924 Euro.
Wie lange die jeweiligen Verträge noch laufen und wie hoch damit das gesamte zukünftige Verpflichtungsvolumen ist, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben allerdings nicht bestimmen.
Keine eigenen Arbeitnehmer
Bemerkenswert ist außerdem, dass die Windparkgesellschaft im Geschäftsjahr keine Arbeitnehmer beschäftigte. Das passt zur Struktur einer Projektgesellschaft, bei der wesentliche Aufgaben über externe Betriebsführungs-, Service- und Wartungsverträge abgewickelt werden können.
Was die Bilanz nicht verrät
Für Anleger und Kommanditisten hat der veröffentlichte Jahresabschluss allerdings eine wichtige Einschränkung: Aus den vorliegenden Angaben lässt sich nicht erkennen, wie profitabel der Windpark 2025 tatsächlich gearbeitet hat.
Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung mit Umsatzerlösen, Stromerlösen, Jahresüberschuss oder Ausschüttungen ist in dem vorliegenden veröffentlichten Material nicht enthalten.
Deshalb lässt sich allein anhand dieser Bilanz beispielsweise nicht beurteilen, wie hoch die operative Rendite des Windparks war oder welche Ausschüttungen an Anleger wirtschaftlich erwirtschaftet wurden.
Fazit: Viel Liquidität – Gesellschafterforderungen im Blick behalten
Die Bilanz der Windpark Völschow GmbH & Co. Erste Betriebs KG zeigt für 2025 zwei gegenläufig interessante Entwicklungen: Auf der einen Seite verfügt die Gesellschaft zum Jahresende über knapp 840.000 Euro liquide Mittel und damit deutlich mehr als zwölf Monate zuvor. Die Eigenkapitalquote liegt rechnerisch bei soliden rund 38 Prozent.
Auf der anderen Seite sind die Verbindlichkeiten gegenüber den Kommanditisten auf mehr als 761.000 Euro gestiegen. Gerade dieser Posten dürfte für Anleger interessant sein, weil er gegenüber dem Vorjahr um mehr als ein Viertel zugelegt hat.
Für eine vollständige wirtschaftliche Bewertung fehlen jedoch entscheidende Informationen: Umsatz, Jahresergebnis, Cashflow und Ausschüttungen gehen aus den hier vorliegenden Angaben nicht hervor.