Die Windpark Andrup GmbH & Co. KG aus Haselünne weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 10,11 Millionen Euro aus. Im Vorjahr waren es noch 10,69 Millionen Euro.
Den größten Vermögensposten bilden die Sachanlagen mit 8,47 Millionen Euro. Gegenüber 2024 ging deren Buchwert um rund 738.000 Euro zurück. Der Abschluss erläutert wegen des Anhangverzichts nicht, welche Anlagen sich dahinter im Einzelnen verbergen oder wie hoch die Abschreibungen waren.
Anders als bei kleinen Beteiligungsgesellschaften zeigt die Größenordnung aber, dass hier erhebliche Sachwerte bilanziert werden.
Schulden sinken um rund 610.000 Euro
Besonders interessant ist die Entwicklung der Verbindlichkeiten. Sie reduzierten sich innerhalb eines Jahres von 10,53 Millionen auf 9,92 Millionen Euro – ein Rückgang um rund 610.000 Euro beziehungsweise 5,8 Prozent.
Ob es sich dabei hauptsächlich um Bankkredite zur Finanzierung des Windparks handelt und wie hoch die jährlichen Tilgungen sind, geht aus dem veröffentlichten Abschluss nicht hervor.
Die Größenordnung der Verbindlichkeiten zeigt jedoch, dass die Gesellschaft weiterhin stark fremdfinanziert ist.
Liquidität steigt auf mehr als 450.000 Euro
Gleichzeitig hat sich die finanzielle Liquidität deutlich verbessert. Die Bank- und Kassenbestände stiegen von lediglich 60.623 Euro auf 454.017 Euro.
Das entspricht einem Plus von mehr als 393.000 Euro innerhalb eines Jahres.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen dagegen von rund 699.000 auf 496.693 Euro zurück. Insgesamt erhöhte sich das Umlaufvermögen von 759.613 auf 950.710 Euro.
Warum steht das Eigenkapital bei null?
Auf den ersten Blick ungewöhnlich ist das ausgewiesene Eigenkapital von 0 Euro. Zwar bestehen Kapitalanteile der Kommanditisten von 2,56 Millionen Euro. Gleichzeitig werden jedoch nicht eingeforderte ausstehende Einlagen von ebenfalls minus 2,56 Millionen Euro ausgewiesen. Dadurch beträgt das eingeforderte Kapital bilanziell null.
Auch ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird mit null ausgewiesen.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Windpark wertlos oder wirtschaftlich überschuldet ist. Gerade bei einer GmbH & Co. KG müssen gesellschaftsrechtliche Struktur und Ergebnisverteilung berücksichtigt werden. Der stark verkürzte veröffentlichte Abschluss liefert dafür keine ausreichenden Einzelheiten.
Entscheidende Information fehlt: Wie profitabel ist der Windpark?
Die Bilanz zeigt eine Gesellschaft mit Millionenvermögen und sinkenden Verbindlichkeiten. Sie verrät aber nicht, wie viel Strom der Windpark produziert, welche Umsätze erzielt wurden und welchen Gewinn oder Verlust das operative Geschäft 2025 erwirtschaftete.
Eine Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorliegenden veröffentlichten Angaben nicht enthalten. Zudem heißt es ausdrücklich, dass aufgrund eines Anhangverzichts keine weiteren Angaben gemacht werden.
Damit lässt sich die Rentabilität des Windparks aus diesem Abschluss allein nicht seriös bestimmen.
Die Entwicklung der Bilanz liefert dennoch ein interessantes Signal: Während der Buchwert der Sachanlagen erwartungsgemäß zurückgeht, wurden gleichzeitig rund 610.000 Euro Verbindlichkeiten abgebaut und der Kassenbestand um mehr als 393.000 Euro erhöht. Ob diese Entwicklung aus einem starken laufenden Windparkgeschäft, zusätzlichen Finanzierungsmaßnahmen oder anderen Vorgängen resultiert, lässt der verkürzte Jahresabschluss allerdings offen.