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Ölpreise ziehen kräftig an: Iran-Krieg und Straße von Hormus treiben Brent nach oben

Alexey_Hulsov (CC0), Pixabay

Die angespannte Lage im Nahen Osten sorgt erneut für kräftige Bewegungen am Ölmarkt. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent ist im Wochenverlauf deutlich gestiegen. Am Freitag wurde ein Barrel Brent zur Lieferung im Oktober zeitweise für 93,22 US-Dollar gehandelt. Gegenüber dem Vortag bedeutete dies zwar einen leichten Rückgang von rund einem halben Prozent, auf Wochensicht steht jedoch weiterhin ein kräftiges Plus.

Andere Marktberechnungen fallen je nach Handelszeitpunkt sogar noch deutlicher aus. Reuters zufolge bewegte sich Brent am Freitag um 93,44 Dollar und steuerte auf den zweiten Wochengewinn in Folge zu. Die Nachrichtenagentur beziffert das Wochenplus zeitweise auf mehr als sieben Prozent.

Straße von Hormus bleibt entscheidender Risikofaktor

Hauptgrund für die hohen Preise ist weiterhin der ungelöste Iran-Konflikt. Besonders aufmerksam verfolgen Händler die Situation an der Straße von Hormus. Die Meerenge gehört zu den wichtigsten Transportwegen für Öl und Flüssigerdgas weltweit.

Der Schiffsverkehr bleibt erheblich beeinträchtigt. Nach aktuellen Angaben passierten am Donnerstag lediglich sieben Frachter die Meerenge. Vor dem Krieg lief ein erheblicher Teil der weltweiten Öl- und LNG-Transporte über diese Route.

Damit bleibt das Risiko bestehen, dass Öl aus wichtigen Förderstaaten der Golfregion nicht in gewohntem Umfang auf den Weltmarkt gelangt. Von den Störungen sind unter anderem Lieferungen aus Saudi-Arabien, dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait betroffen.

Ölpreis innerhalb weniger Wochen stark gestiegen

Wie nervös der Markt inzwischen reagiert, zeigt ein Blick auf die vergangenen Wochen. Mitte August wurde Brent noch bei rund 88,50 Dollar gehandelt. Am 19. August lag der Schlusskurs bereits bei 91,62 Dollar. Nun bewegt sich die Nordseesorte oberhalb von 93 Dollar.

Damit rückt auch die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel wieder näher. Ob sie erreicht wird, hängt maßgeblich davon ab, wie sich der Konflikt und insbesondere der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus entwickeln.

Versorgungssorgen überwiegen

Für den Ölmarkt entsteht damit eine schwierige Gemengelage. Einerseits können hohe Lagerbestände und eine schwächere Nachfrageentwicklung die Preise bremsen. Andererseits reicht bereits die Aussicht auf weitere Lieferausfälle, um eine erhebliche geopolitische Risikoprämie im Ölpreis zu halten.

Solange eine dauerhafte Lösung für die Straße von Hormus ausbleibt und der Iran-Konflikt ungelöst bleibt, dürfte deshalb mit starken Preisschwankungen zu rechnen sein. Für Verbraucher ist die Entwicklung ebenfalls relevant: Bleibt Rohöl dauerhaft teuer, kann sich dies mit Verzögerung unter anderem bei Benzin, Diesel und Heizöl bemerkbar machen.

Die aktuelle Entwicklung macht deutlich, wie stark der Ölmarkt derzeit von politischen und militärischen Nachrichten bestimmt wird. Schon Meldungen über eine mögliche Öffnung der Meerenge oder neue Angriffe können die Notierungen innerhalb kurzer Zeit erheblich bewegen.

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