Die Windpark Borne UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG aus Düsseldorf hat ihren Jahresabschluss für 2025 vorgelegt. Die Zahlen zeigen ein Unternehmen mit einem weiterhin hohen Schuldenstand. Gleichzeitig ging das Anlagevermögen deutlich zurück und in der Bilanz steht ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten von rund 4,2 Millionen Euro.
Zum 31. Dezember 2025 weist das Unternehmen eine Bilanzsumme von 12,27 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 14,46 Millionen Euro. Damit ist die Bilanzsumme innerhalb eines Jahres um rund 2,19 Millionen Euro beziehungsweise etwa 15 Prozent gesunken.
Anlagevermögen sinkt um fast zwei Millionen Euro
Besonders deutlich fällt die Entwicklung beim Anlagevermögen aus. Ende 2024 standen hier noch 8,79 Millionen Euro in der Bilanz. Ende 2025 waren es nur noch 6,81 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von knapp zwei Millionen Euro.
Das Anlagevermögen besteht vollständig aus Sachanlagen. Die technischen Anlagen werden laut Jahresabschluss über eine Nutzungsdauer von 16 Jahren linear abgeschrieben.
Die liquiden Mittel entwickelten sich dagegen positiv. Die Guthaben bei Kreditinstituten sowie der Kassenbestand erhöhten sich von 532.073 Euro auf 682.312 Euro. Gleichzeitig gingen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von knapp 596.000 Euro auf rund 439.000 Euro zurück.
Fast zwölf Millionen Euro Verbindlichkeiten
Auf der Passivseite fallen insbesondere die hohen Verbindlichkeiten auf. Zum Jahresende 2025 beliefen sie sich auf 11,998 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es allerdings noch 14,171 Millionen Euro. Damit konnten die ausgewiesenen Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um rund 2,17 Millionen Euro reduziert werden.
Von den Verbindlichkeiten haben laut Anhang 2,249 Millionen Euro eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Weitere 2,773 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind vollständig durch branchenübliche Sicherheiten abgesichert. Dazu gehören insbesondere Pfandrechte an den Windkraftanlagen sowie die Abtretung von Forderungen aus abgerechneten Stromlieferungen.
Auffälliger Millionenbetrag auf der Aktivseite
Besonders erklärungsbedürftig ist ein weiterer Bilanzposten: Unter den Aktiva wird ein „nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil Kommanditisten“ von 4.199.837 Euro ausgewiesen.
2024 hatte dieser Betrag sogar bei 4.378.040 Euro gelegen. Er verringerte sich damit um rund 178.000 Euro.
Der Posten sollte allerdings nicht mit einem Jahresverlust von 4,2 Millionen Euro verwechselt werden. Aus den vorgelegten Angaben lässt sich nicht ableiten, dass das Unternehmen allein 2025 einen Verlust in dieser Höhe erwirtschaftet hat. Es handelt sich um einen bilanziellen Posten für nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteile der Kommanditisten.
Auch ein klassischer Eigenkapitalbetrag wird in der veröffentlichten Bilanz nicht ausgewiesen: Beim Eigenkapital stehen 0 Euro.
Schwestergesellschaften können bei Liquiditätsproblemen helfen
Interessant ist zudem ein Hinweis im Anhang. Sollte es zu Liquiditätsengpässen kommen, können laut Jahresabschluss zwei Schwestergesellschaften in Anspruch genommen werden: die Windpark Zöthen UG & Co. KG sowie die Windpark Nauen UG & Co. KG, beide mit Sitz in Düsseldorf.
Das bedeutet nicht, dass aktuell ein Liquiditätsengpass besteht. Der Jahresabschluss nennt lediglich diese Möglichkeit für den Fall entsprechender Engpässe.
Wer den Windpark führt
Die Geschäftsführung erfolgt über die persönlich haftende Gesellschafterin VC Energy IV UG (haftungsbeschränkt) aus Düsseldorf. Deren gezeichnetes Kapital beträgt 5.000 Euro.
Als Geschäftsführer der Komplementärgesellschaft werden Andreas Ehrbar und Sebastian Wolber genannt. Wolber ist den Angaben zufolge seit dem 23. Juli 2024 Geschäftsführer.
Der Jahresabschluss wurde am 27. Februar 2026 festgestellt und am 13. August 2026 veröffentlicht.
Die wichtigsten Zahlen
Unterm Strich zeigt die Bilanz zwei gegenläufige Entwicklungen: Einerseits wurden die Verbindlichkeiten von 14,17 auf knapp 12 Millionen Euro reduziert und die liquiden Mittel erhöht. Andererseits stehen weiterhin sehr hohe Verbindlichkeiten, kein ausgewiesenes Eigenkapital und ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten von rund 4,2 Millionen Euro in den Büchern.
Ob und wie profitabel der Windpark 2025 tatsächlich gearbeitet hat, lässt sich aus den hier vorgelegten Bilanzangaben allein allerdings nicht zuverlässig beurteilen. Dafür wären insbesondere detaillierte Angaben aus der Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise zu Umsatz, Erträgen und Jahresergebnis erforderlich.