Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt Verbraucher vor Angeboten auf der Website capitalx.markets. Nach Angaben der Finanzaufsicht besteht der Verdacht, dass die unbekannten Betreiber ohne die erforderliche Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen in Deutschland anbieten.
Verdacht auf Identitätsmissbrauch
Besonders brisant: Nach Erkenntnissen der BaFin besteht kein Zusammenhang zwischen der Website capitalx.markets und der in Dublin ansässigen CapitalX Market LTD. Vielmehr geht die Behörde von einem mutmaßlichen Identitätsmissbrauch aus. Kriminelle könnten den Namen eines tatsächlich existierenden Unternehmens nutzen, um Anlegern Seriosität vorzutäuschen.
Solche Fälle nehmen nach Einschätzung der Aufsichtsbehörden seit geraumer Zeit zu. Betrüger verwenden häufig bekannte Unternehmensnamen oder täuschend ähnliche Internetadressen, um Vertrauen zu schaffen und Anleger zu Einzahlungen zu bewegen.
Erlaubnis der BaFin erforderlich
Wer in Deutschland Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen sowie Dienstleistungen rund um Kryptowerte anbieten möchte, benötigt grundsätzlich eine Erlaubnis beziehungsweise Zulassung der BaFin. Fehlt diese, dürfen entsprechende Geschäfte hierzulande nicht erbracht werden.
Die BaFin weist darauf hin, dass Verbraucher vor einer Geldanlage überprüfen sollten, ob ein Anbieter tatsächlich beaufsichtigt wird. Hierfür steht die Unternehmensdatenbank der Finanzaufsicht zur Verfügung.
Anleger sollten besonders wachsam sein
Gerade im Bereich Online-Trading und Krypto-Investments werben unseriöse Anbieter häufig mit hohen Renditeversprechen, professionell gestalteten Internetseiten und angeblichen persönlichen Anlageberatern. Nicht selten werden Interessenten telefonisch kontaktiert oder über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste angesprochen.
Experten raten deshalb, Angebote kritisch zu hinterfragen, keine Zahlungen unter Zeitdruck vorzunehmen und persönliche Daten nur an nachweislich regulierte Unternehmen weiterzugeben.
BaFin stützt Warnung auf gesetzliche Grundlage
Die Veröffentlichung der Warnung erfolgt auf Grundlage von § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz (KWG) sowie § 10 Absatz 7 Kryptomärkteaufsichtsgesetz. Mit solchen Bekanntmachungen informiert die BaFin regelmäßig über Anbieter, die möglicherweise unerlaubte Finanz- oder Kryptodienstleistungen anbieten.
Fazit: Die aktuelle Warnung zeigt erneut, wie professionell Betrüger inzwischen auftreten. Anleger sollten insbesondere bei Online-Investments und Kryptogeschäften sorgfältig prüfen, ob ein Anbieter über die erforderliche BaFin-Zulassung verfügt. Bereits geringe Zweifel an der Identität oder Seriosität eines Unternehmens sollten Anlass sein, keine Überweisung vorzunehmen und das Angebot kritisch zu hinterfragen.