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670.000 Euro treiben vor Sizilien im Meer – Polizei stellt Bargeld nach spektakulärem Einsatz sicher

Alexas_Fotos (CC0), Pixabay

Ein außergewöhnlicher Polizeieinsatz hat sich an der Südküste Siziliens ereignet. Vor dem Badeort Santa Croce Camerina in der Provinz Ragusa trieben plötzlich zahlreiche Bündel mit Geldscheinen im Meer. Badegäste sprangen ins Wasser, sammelten die Pakete ein und steckten sie zunächst ein. Insgesamt handelte es sich um rund 670.000 Euro.

Auslöser des Vorfalls war nach bisherigen Erkenntnissen ein Motorboot aus Malta, das wegen eines Motorschadens vor der Küste liegen geblieben war. Besorgte Badegäste verständigten die Küstenwache, weil sie zunächst von einem Seenotfall ausgingen. Einsatzkräfte brachten einen Mann und einen achtjährigen Jungen in Sicherheit.

Während der Rettungsaktion entdeckten die Beamten jedoch zwei weitere Männer, die sich offenbar unter Deck versteckt hatten. Einer von ihnen warf eine Kühltasche mit Bargeld ins Meer und sprang anschließend selbst ins Wasser. Sein Begleiter folgte ihm. Beide versuchten schwimmend das Ufer zu erreichen. Einen der Männer konnten die Einsatzkräfte festnehmen, der zweite konnte fliehen und wird weiterhin gesucht.

Die Geldpakete wurden durch die Wellen an den Strand gespült. Zahlreiche Badegäste sammelten die Bündel ein und nahmen sie an sich. Kurz darauf rückten Küstenwache, Finanzpolizei, Carabinieri und weitere Polizeikräfte an. Sie forderten die Urlauber auf, das Bargeld herauszugeben. Nach Angaben der Ermittler konnte nahezu die gesamte Summe von rund 670.000 Euro sichergestellt werden.

Bei den identifizierten Verdächtigen handelt es sich um zwei maltesische Staatsangehörige im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Gegen sie wird unter anderem wegen des Verdachts der Hehlerei ermittelt. Zusätzlich verhängte die italienische Finanzpolizei ein Bußgeld wegen der mutmaßlich unerlaubten Einfuhr einer hohen Bargeldsumme. Das Boot sowie das gesamte sichergestellte Geld wurden beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft in Ragusa führt die weiteren Ermittlungen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt auch dem achtjährigen Jungen, der sich an Bord befand. Nach Angaben der Behörden spricht das Kind kein Italienisch und ist offenbar nicht mit den festgenommenen Männern verwandt. Es wurde dem Sozialdienst übergeben. Die Jugendstaatsanwaltschaft versucht nun, seine Eltern oder Erziehungsberechtigten zu ermitteln.

Die Herkunft der 670.000 Euro ist bislang ungeklärt. Die Ermittlungsbehörden prüfen mehrere Möglichkeiten. Im Raum stehen unter anderem Geldwäsche, Drogengeschäfte oder der Verdacht, dass es sich um Falschgeld handeln könnte. Bislang gibt es dafür jedoch keine abschließenden Beweise.

Der ungewöhnliche Vorfall sorgte nicht nur bei den Badegästen für großes Aufsehen, sondern löste auch einen umfangreichen Polizeieinsatz aus. Die Ermittlungen dauern an.

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