Verbraucherschützer warnen derzeit vor betrügerischen Inkassoschreiben, die unter dem Namen „Bundes-Finanzservice“ verschickt werden. Die Schreiben wirken auf den ersten Blick offiziell und setzen Empfänger mit angeblichen Forderungen sowie kurzen Zahlungsfristen unter Druck. Betroffene sollten jedoch keinesfalls Geld überweisen oder persönliche Daten preisgeben.
Nach den vorliegenden Informationen treten die Absender unter der Bezeichnung „Bundes-Finanzservice, Finanzdienstleistungen, Inkasso, Forderungsmanagement“ auf. Als Anschriften werden unter anderem der Grünwalder Weg 28D in 82041 Oberhaching sowie die Wilhelmstraße 97 in 10117 Berlin genannt. Außerdem wird auf die Internetseite bundes-finanzservice.de verwiesen.
Offizieller Name soll Vertrauen schaffen
Die Täter nutzen einen Namen, der bewusst an staatliche Behörden oder öffentliche Einrichtungen erinnert. Ziel ist es, den Schreiben einen amtlichen Eindruck zu verleihen und die Empfänger zu einer schnellen Zahlung zu bewegen.
Typischerweise enthalten die Schreiben angebliche offene Forderungen, Inkassokosten oder Mahngebühren. Nicht selten wird mit gerichtlichen Schritten, einer Zwangsvollstreckung, einer Kontopfändung oder negativen Folgen für die Bonität gedroht, falls die geforderte Summe nicht innerhalb kurzer Zeit überwiesen wird.
Genau dieser psychologische Druck gehört zu den typischen Merkmalen unseriöser Inkassoschreiben. Auch Behörden warnen regelmäßig davor, dass Kriminelle zunehmend offiziell wirkende Namen und Formulierungen verwenden, um Verbraucher zu täuschen.
Forderungen sollten sorgfältig geprüft werden
Wer ein solches Schreiben erhält, sollte zunächst prüfen, ob die behauptete Forderung überhaupt nachvollziehbar ist. Häufig fehlen konkrete Vertragsgrundlagen oder nachvollziehbare Angaben darüber, weshalb Geld verlangt wird.
Verbraucherschützer empfehlen, keine Zahlung allein aufgrund eines Inkassoschreibens zu leisten. Stattdessen sollte überprüft werden, ob tatsächlich ein Vertrag oder eine offene Forderung besteht. Im Zweifel kann außerdem kontrolliert werden, ob das angebliche Inkassounternehmen im Rechtsdienstleistungsregister eingetragen ist.
Kein Geld überweisen und keine Daten herausgeben
Empfänger sollten auf ein verdächtiges Schreiben nicht reagieren, keine persönlichen Daten übermitteln und insbesondere keine Überweisung auf das angegebene Konto veranlassen.
Wer bereits gezahlt hat, sollte sich umgehend mit seiner Bank in Verbindung setzen, um zu prüfen, ob die Überweisung noch gestoppt werden kann. Außerdem empfiehlt es sich, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten und sämtliche Unterlagen als Beweismittel aufzubewahren.
Betrüger setzen verstärkt auf amtlich wirkende Schreiben
Die aktuelle Masche reiht sich in eine Serie von Betrugsversuchen ein, bei denen Kriminelle Namen staatlicher Behörden oder offiziell klingender Einrichtungen missbrauchen. Bereits in den vergangenen Monaten hatten unter anderem das Bundesministerium der Finanzen und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor gefälschten Schreiben mit Zahlungsaufforderungen gewarnt. Ziel der Täter ist es stets, durch den Anschein behördlicher Autorität Vertrauen zu schaffen und Betroffene zu einer schnellen Zahlung zu bewegen.
Verbraucher sollten daher bei unerwarteten Inkassoforderungen stets aufmerksam bleiben. Seriöse Zahlungsaufforderungen sind nachvollziehbar begründet und lassen sich überprüfen. Bei Zweifeln gilt: lieber nachfragen als vorschnell überweisen.