Autofahrer in Deutschland können zu Beginn der neuen Woche etwas günstiger tanken. Nach Angaben des ADAC sind die Preise für Benzin und Diesel leicht gesunken. Der Rückgang fällt jedoch bislang nur gering aus, obwohl der Ölpreis auf den Weltmärkten zuletzt deutlich nachgegeben hat.
Im bundesweiten Durchschnitt kostete ein Liter Super E10 zuletzt 2,157 Euro, während für einen Liter Diesel durchschnittlich 2,21 Euro bezahlt werden mussten. Damit liegen beide Kraftstoffsorten rund einen Cent unter dem Niveau der vergangenen Woche. Nach Einschätzung des ADAC kommt der sinkende Rohölpreis nun langsam auch an den Zapfsäulen an.
Hintergrund der Entwicklung ist die Entspannung an den internationalen Ölmärkten. Nachdem die Sorgen über mögliche Störungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zuletzt für einen kräftigen Anstieg des Ölpreises gesorgt hatten, hat sich die Lage inzwischen etwas beruhigt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent ist daraufhin deutlich gefallen.
Allerdings wirken sich Veränderungen beim Rohölpreis nicht sofort auf die Kraftstoffpreise aus. Neben den Rohölkosten beeinflussen auch Raffineriekapazitäten, Transportkosten, Steuern sowie Wechselkurse den Preis an der Zapfsäule. Deshalb reagieren Benzin- und Dieselpreise häufig zeitverzögert auf die Entwicklung an den internationalen Märkten.
Der ADAC kritisiert, dass sich die Kraftstoffpreise bereits seit mehreren Wochen auf einem aus seiner Sicht zu hohen Niveau bewegen. Der Automobilclub erwartet, dass sich der jüngste Rückgang des Ölpreises in den kommenden Tagen und Wochen deutlicher bemerkbar machen könnte. Ob die Mineralölunternehmen diese Entwicklung vollständig an die Verbraucher weitergeben, bleibt jedoch abzuwarten.
Trotz des leichten Preisrückgangs müssen Autofahrer weiterhin deutlich mehr bezahlen als noch vor Beginn der jüngsten Eskalation im Nahen Osten. Ein Liter Super E10 kostet derzeit rund 38 Cent mehr als zuvor, Diesel ist sogar um etwa 46 Cent je Liter teurer geworden. Für eine Tankfüllung von 50 Litern bedeutet das Mehrkosten von rund 19 Euro bei Benzin beziehungsweise 23 Euro bei Diesel.
Gerade während der Sommerferien, in denen viele Menschen mit dem Auto verreisen, dürfte jeder Cent Preisunterschied spürbar sein. Wer beim Tanken sparen möchte, kann laut ADAC weiterhin von Preisvergleichen zwischen verschiedenen Tankstellen und den günstigeren Abendstunden profitieren. Sollte der Ölpreis auf dem derzeit niedrigeren Niveau bleiben, könnten die Kraftstoffpreise in den kommenden Tagen weiter leicht sinken.