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Thamm & Partner unter Druck: Luxus-Leerstand in Leipzig sorgt für Kritik und verunsicherte Anleger

geralt (CC0), Pixabay

Ein aktueller Fernsehbericht von SPIEGEL TV rückt den Leipziger Immobilienentwickler Thamm & Partner in den Mittelpunkt. Während in Leipzig bezahlbarer Wohnraum vielerorts knapp ist, stehen in mehreren hochwertigen Neubauprojekten zahlreiche Wohnungen seit Jahren leer. Gleichzeitig warten Anleger nach eigenen Angaben auf zugesagte Auszahlungen und Renditen.

Wohnungen bleiben trotz hoher Nachfrage unvermietet

Im Mittelpunkt der Recherche stehen mehrere Wohnanlagen von Thamm & Partner in Leipzig, darunter ein mehrfach ausgezeichnetes Neubauprojekt am Lindenauer Hafen. Nach den Recherchen des Fernsehteams sind dort zahlreiche Wohnungen bis heute unvermietet, obwohl die Gebäude bereits vor Jahren fertiggestellt wurden. Als Ursache werden unter anderem sehr hohe Mietforderungen genannt, die deutlich über dem örtlichen Mietniveau liegen.

Experten weisen darauf hin, dass sich der Markt für hochpreisige Neubauten deutlich verändert habe. Während günstiger und mittlerer Wohnraum weiterhin stark nachgefragt werde, seien Luxuswohnungen zu Spitzenmieten vielerorts erheblich schwieriger zu vermieten.

Anleger warten auf Auszahlungen

Neben dem Leerstand beleuchtet der Bericht die Situation von Investoren, die Geld in Immobilienprojekte von Thamm & Partner investiert haben. Mehrere Anleger berichten, dass sie seit Jahren auf vertraglich erwartete Auszahlungen warten. Nach ihren Angaben erhielten sie nur wenige Informationen über den aktuellen Stand ihrer Beteiligungen.

Nach Angaben des Beitrags vertreten inzwischen Rechtsanwälte zahlreiche Investoren, die ihre Ansprüche prüfen lassen oder bereits rechtliche Schritte eingeleitet haben. Aus juristischer Sicht werde die Rückzahlung der Einlagen einschließlich der ursprünglich erwarteten Renditen als schwierig eingeschätzt. Dabei handelt es sich um eine rechtliche Einschätzung und nicht um eine gerichtliche Entscheidung.

Unternehmen weist Vorwürfe zurück

Thamm & Partner weist den Vorwurf eines bewusst herbeigeführten Leerstands zurück. Nach Angaben des Unternehmens liege eine erfolgreiche Vermietung im eigenen wirtschaftlichen Interesse. Ein künstlicher Leerstand sei weder beabsichtigt noch wirtschaftlich sinnvoll.

Zugleich verweist das Unternehmen darauf, Immobilien nicht unter ihrem Wert veräußern zu wollen, um die wirtschaftlichen Interessen der Anleger zu wahren. Nach den Angaben im Fernsehbericht sollen die bislang leerstehenden Wohnungen inzwischen verkauft werden.

Experten sehen strukturelles Marktproblem

Wohnungsmarktexperten sehen in dem Fall auch ein Symptom einer breiteren Entwicklung auf dem Immobilienmarkt. Während in vielen Städten dringend bezahlbarer Wohnraum gesucht wird, entstehen gleichzeitig hochpreisige Neubauten, deren Miet- oder Kaufpreise für viele Haushalte kaum finanzierbar sind.

Nach Einschätzung eines im Beitrag befragten Stadtforschers könnten allein in Leipzig zwischen 1.000 und 1.500 neu errichtete Wohnungen leer stehen, weil die verlangten Mieten über der Zahlungsbereitschaft vieler Interessenten liegen.

Was bedeutet das für Anleger?

Für Investoren verdeutlicht der Fall mehrere Risiken langfristiger Immobilieninvestitionen:

  • Die wirtschaftliche Entwicklung hängt wesentlich von einer erfolgreichen Vermietung oder dem Verkauf der Immobilien ab.
  • Längerer Leerstand kann die Einnahmen erheblich beeinträchtigen.
  • Verzögerungen bei der Vermarktung können Ausschüttungen an Anleger verschieben.
  • Veränderungen am Immobilienmarkt können ursprünglich kalkulierte Renditen deutlich reduzieren.

Gerade bei langfristigen Beteiligungen sollten Anleger deshalb nicht nur auf prognostizierte Renditen achten, sondern auch Vermietungsquote, Marktumfeld, Finanzierungsstruktur und Liquidität des Projekts berücksichtigen.

Fazit

Der Fall um Thamm & Partner zeigt die Herausforderungen des aktuellen Immobilienmarktes. Einerseits besteht insbesondere in Ballungsräumen weiterhin ein erheblicher Bedarf an Wohnraum, andererseits lassen sich hochpreisige Wohnungen nicht immer wie geplant vermieten oder verkaufen.

Für Anleger können daraus finanzielle Risiken entstehen, wenn kalkulierte Einnahmen ausbleiben und Ausschüttungen verzögert werden. Ob die angekündigten Verkäufe der Wohnungen zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entspannung führen und offene Ansprüche der Investoren erfüllt werden können, wird sich erst im weiteren Verlauf zeigen.

https://www.spiegel.de/panorama/spiegel-tv-vom-13-07-2026-anti-kriegs-demo-immobilienleerstand-infrastrukturdesaster-a-210faa4a-17f3-4c1e-a382-2cdff5c46976?sara_ref=re-so-app-sh

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