Die Masche ist nicht neu, wird jedoch immer professioneller. Die Schreiben wirken häufig seriös gestaltet, enthalten vermeintliche Aktenzeichen, Forderungsaufstellungen und Fristen. Ziel der Betrüger ist es, Empfänger durch Zeitdruck und die Androhung weiterer Kosten oder rechtlicher Konsequenzen zu einer schnellen Zahlung zu bewegen.
Typische Merkmale betrügerischer Inkassoschreiben
Viele gefälschte Inkassoforderungen weisen ähnliche Merkmale auf. Häufig werden angebliche Vertragsabschlüsse, Gewinnspiele, Internetdienstleistungen oder kostenpflichtige Mitgliedschaften als Grundlage der Forderung genannt. Betroffene können sich oftmals nicht erinnern, jemals einen entsprechenden Vertrag abgeschlossen zu haben.
Verdächtig kann insbesondere sein:
- Fehlende oder unklare Angaben zum ursprünglichen Gläubiger
- Allgemein gehaltene Forderungsbegründungen
- Aufforderungen zur schnellen Zahlung innerhalb weniger Tage
- Hoher Druck durch Mahngebühren oder angedrohte Gerichtsverfahren
- Bankverbindungen, die nicht plausibel erscheinen
- Fehlende Nachweise über die angebliche Forderung
Kontoangaben sollten sorgfältig geprüft werden
Verbraucherschützer empfehlen grundsätzlich, bei unerwarteten Inkassoschreiben keine Überweisungen vorzunehmen, bevor die Forderung vollständig geprüft wurde. Insbesondere dann nicht, wenn Zweifel an der Existenz der Forderung oder an der Seriosität des Unternehmens bestehen.
Wer ein Inkassoschreiben erhält, sollte die angegebenen Kontoverbindungen kritisch hinterfragen und niemals allein aufgrund eines Mahnschreibens Geld überweisen. Betrüger wechseln ihre Konten häufig, weshalb einzelne Bankverbindungen oftmals nur für kurze Zeit genutzt werden.
So können Verbraucher reagieren
Wer ein verdächtiges Schreiben erhält, sollte:
- Ruhe bewahren und sich nicht unter Druck setzen lassen.
- Die Forderung schriftlich bestreiten, wenn kein Vertragsverhältnis bekannt ist.
- Nachweise über die angebliche Forderung verlangen.
- Prüfen, ob das Inkassounternehmen im Rechtsdienstleistungsregister eingetragen ist.
- Bei Unsicherheiten Verbraucherzentralen oder einen Rechtsanwalt kontaktieren.
- Keine persönlichen Daten oder Bankdaten preisgeben.
- Keine Zahlung leisten, solange die Forderung ungeklärt ist.
Behörden warnen regelmäßig vor Inkassobetrug
Inkassobetrug gehört seit Jahren zu den häufigsten Betrugsformen im Verbraucherbereich. Die Täter nutzen dabei die Sorge vieler Menschen vor negativen Schufa-Einträgen, Gerichtsverfahren oder Pfändungen aus. Gerade ältere Menschen werden häufig gezielt angesprochen.
Dabei gilt: Ein Mahnschreiben allein bedeutet nicht automatisch, dass eine Forderung berechtigt ist. Seriöse Inkassounternehmen müssen nachvollziehbar darlegen können, wer der ursprüngliche Gläubiger ist, auf welcher Grundlage die Forderung entstanden sein soll und wie sich die Forderung zusammensetzt.
Fazit
Verbraucher sollten bei unerwarteten Inkassoschreiben grundsätzlich vorsichtig sein. Wer ein Schreiben der angeblichen „Newtown Forderungsmanagement GmbH“ oder eines anderen unbekannten Inkassounternehmens erhält, sollte die Forderung gründlich prüfen und sich nicht von Zahlungsfristen oder Drohungen einschüchtern lassen.
Der wichtigste Grundsatz lautet: Keine Überweisung ohne vorherige Prüfung der Forderung. Im Zweifel können Verbraucherzentralen, Rechtsanwälte oder die zuständigen Behörden helfen, betrügerische Forderungen zu erkennen und finanzielle Schäden zu vermeiden.