Die angeschlagene Deko- und Einrichtungskette Depot steckt erneut in einer schweren Krise. Die zur Unternehmensgruppe gehörende GDC Deutschland GmbH hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Damit gerät einer der bekanntesten deutschen Anbieter für Wohnaccessoires und Dekorationsartikel erneut massiv unter Druck.
Besonders brisant: Nach Angaben der Unternehmensführung könnten weitere Filialschließungen bevorstehen.
Zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit
Bereits im Jahr 2024 hatte Depot ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Dass nun erneut ein Insolvenzantrag gestellt werden musste, zeigt, wie angespannt die wirtschaftliche Lage im stationären Einzelhandel weiterhin ist.
Geschäftsführer Christian Gries erklärte laut dpa, dass unter anderem steigende Kosten, internationale Zölle, die starke Konkurrenz durch Onlinehändler sowie eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher zu den Problemen beigetragen hätten.
Die Kombination aus schwacher Konsumlaune und wachsendem Preisdruck setzt derzeit zahlreiche Handelsunternehmen unter Druck.
Weitere Filialschließungen möglich
Für viele Beschäftigte und Kunden dürfte vor allem die Aussicht auf weitere Standortschließungen besorgniserregend sein. Bereits im Zuge des ersten Sanierungsverfahrens wurden zahlreiche Filialen geschlossen oder wirtschaftlich überprüft.
Nun könnte sich dieser Prozess fortsetzen.
Wie viele Standorte konkret betroffen sein könnten, ist bislang noch offen. Beobachter rechnen jedoch damit, dass das Filialnetz erneut deutlich verkleinert werden könnte, um Kosten zu senken und die Wirtschaftlichkeit zu stabilisieren.
Einzelhandel kämpft mit strukturellen Problemen
Die erneute Krise von Depot gilt als weiteres Beispiel für die tiefgreifenden Veränderungen im Einzelhandel. Besonders Unternehmen mit vielen stationären Geschäften leiden unter:
- steigenden Miet- und Energiekosten,
- zurückhaltendem Konsumverhalten,
- wachsendem Wettbewerbsdruck durch Online-Plattformen,
- sowie internationalen Liefer- und Zollproblemen.
Vor allem im Bereich Dekoration und Wohnaccessoires reagieren Verbraucher in wirtschaftlich unsicheren Zeiten häufig besonders sensibel auf Preise und verzichten eher auf nicht notwendige Ausgaben.
Eigenverwaltung soll Sanierung ermöglichen
Das beantragte Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung bedeutet, dass die Geschäftsführung zunächst weiterhin im Amt bleibt und die Restrukturierung selbst steuern kann. Ziel ist es, das Unternehmen zu sanieren und möglichst viele Bereiche fortzuführen.
Allerdings zeigt die erneute Insolvenz auch, wie schwierig nachhaltige Sanierungen im aktuellen Marktumfeld geworden sind.
Unsicherheit für Mitarbeiter und Innenstädte
Die Entwicklung bei Depot dürfte auch Auswirkungen auf viele Innenstädte haben. Die Kette zählt seit Jahren zu den bekannten Einzelhändlern in Einkaufszentren und Fußgängerzonen.
Weitere Schließungen könnten den Leerstand in Innenstädten zusätzlich verschärfen und erneut Fragen zur Zukunft des stationären Handels aufwerfen.
Für Mitarbeiter, Vermieter und Kunden beginnt damit erneut eine Phase der Unsicherheit. Ob Depot langfristig stabilisiert werden kann, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob das Unternehmen sein Geschäftsmodell an die veränderten Marktbedingungen anpassen kann.