Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld haben Trickbetrüger in den vergangenen Tagen mehrfach versucht, ältere Menschen mit sogenannten Schockanrufen zu täuschen. Nach Angaben der Polizei blieb die Betrugsserie diesmal jedoch ohne Erfolg: Die angerufenen Senioren erkannten die Masche rechtzeitig und legten auf.
Mehrere Betrugsversuche an einem Tag
Wie die Polizei mitteilte, gingen allein am Montag fünf Anzeigen wegen Schockanrufen ein. Die Täter hatten gezielt ältere Menschen angerufen und versucht, sie mit dramatischen Geschichten zu Geldzahlungen zu bewegen.
Doch in allen Fällen reagierten die Angerufenen richtig. Sie ließen sich nicht unter Druck setzen und beendeten die Gespräche sofort. Damit gingen die Betrüger leer aus.
Dramatische Lügen sollen Opfer unter Druck setzen
Besonders perfide war ein Fall in der Stadt Zerbst. Dort riefen die Täter einen 86-jährigen Mann an und behaupteten, seine Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht.
Um eine angebliche Haftstrafe abzuwenden, müsse sofort eine Kaution von 80.000 Euro gezahlt werden.
Der Senior erkannte jedoch schnell, dass es sich um einen Betrugsversuch handelte – und legte auf.
Typische Masche der „Schockanrufe“
Schockanrufe gehören seit Jahren zu den häufigsten Betrugsformen am Telefon. Die Täter setzen ihre Opfer gezielt unter emotionalen Druck.
Typische Geschichten lauten etwa:
-
Ein Angehöriger habe einen schweren Unfall verursacht
-
Ein Familienmitglied sitze im Gefängnis
-
Nur eine hohe Geldzahlung könne eine Haftstrafe verhindern
Die Betrüger geben sich dabei oft als Polizisten, Staatsanwälte oder Anwälte aus. Ziel ist es, die Opfer so zu verunsichern, dass sie hohe Bargeldsummen oder Wertgegenstände übergeben.
Polizei lobt besonnenes Verhalten
Die Polizei wertet die aktuellen Fälle als positives Beispiel. Dass die Senioren die Masche sofort durchschauten, zeige, wie wichtig Aufklärung über solche Betrugsformen sei.
Immer wieder gelingt es den Tätern dennoch, Opfer um große Geldsummen zu bringen. Erst kürzlich hatte ein 88-jähriger Mann in Halle (Saale) nach einem Schockanruf 230.000 Euro an Betrüger übergeben.
Polizei rät zu Vorsicht bei solchen Anrufen
Die Ermittler geben deshalb erneut klare Verhaltenshinweise:
-
keine Geldforderungen am Telefon akzeptieren
-
Gespräch sofort beenden, wenn Druck aufgebaut wird
-
Angehörige oder Polizei selbst kontaktieren
-
niemals Bargeld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben
Wer einen solchen Anruf erhält, sollte die Polizei informieren. Jeder gemeldete Fall hilft den Ermittlern, Betrugsnetzwerke aufzudecken.
Betrüger setzen weiter auf Telefonmaschen
Trotz zunehmender Aufklärung versuchen kriminelle Gruppen weiterhin, mit solchen Methoden an Geld zu gelangen. Besonders ältere Menschen stehen häufig im Fokus der Täter.
Der aktuelle Fall im Kreis Anhalt-Bitterfeld zeigt jedoch: Aufmerksame Bürger können die Betrugsmasche durchkreuzen – und den Tätern das Geschäft vermasseln.