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Windpark Brest zweite GmbH: Millioneninvestitionen bei minimalem Eigenkapital

geralt (CC0), Pixabay

Der veröffentlichte Jahresabschluss der Windpark Brest zweite GmbH zeigt für das Geschäftsjahr 2024 eine weiterhin stark fremdfinanzierte Projektstruktur. Obwohl die Gesellschaft Vermögenswerte in Millionenhöhe ausweist, bleibt das Eigenkapital äußerst gering.

Bilanzsumme leicht gesunken

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 weist das Unternehmen eine Bilanzsumme von 7,85 Millionen Euro aus. Im Vorjahr lag diese noch bei 8,04 Millionen Euro. Damit ist das Gesamtvermögen leicht zurückgegangen.

Den größten Anteil bildet das Anlagevermögen mit 5,06 Millionen Euro. Es besteht überwiegend aus Sachanlagen, die typischerweise Windenergieanlagen, technische Infrastruktur oder projektspezifische Anlagen umfassen. Finanzanlagen spielen mit 14.800 Euro eine untergeordnete Rolle.

Liquidität und Forderungen steigen

Während das Anlagevermögen leicht gesunken ist, zeigt das Umlaufvermögen eine positive Entwicklung. Forderungen sowie liquide Mittel summieren sich auf 2,08 Millionen Euro, nach 1,83 Millionen Euro im Vorjahr.

Davon entfallen:

  • 1,26 Millionen Euro auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

  • 811.000 Euro auf Bankguthaben und liquide Mittel

Hinzu kommen aktive Rechnungsabgrenzungsposten von rund 716.000 Euro.

Eigenkapital weiterhin extrem niedrig

Wie bei vielen Projektgesellschaften im Bereich erneuerbare Energien ist die Eigenkapitalbasis sehr gering. Das Eigenkapital beträgt lediglich 21.466 Euro.

Dieses setzt sich zusammen aus:

  • 25.000 Euro gezeichnetem Stammkapital

  • 3.533 Euro Verlustvortrag

Ein Jahresüberschuss wurde im Geschäftsjahr 2024 nicht ausgewiesen.

Gemessen an der Bilanzsumme ergibt sich eine Eigenkapitalquote von deutlich unter einem Prozent.

Verbindlichkeiten dominieren die Finanzierung

Der größte Teil der Finanzierung erfolgt über Fremdkapital. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 7,81 Millionen Euro.

Davon entfallen:

  • 2,23 Millionen Euro auf kurzfristige Verbindlichkeiten

  • 5,58 Millionen Euro auf langfristige Verpflichtungen

Ein Teil der Schulden besteht gegenüber Gesellschaftern. Diese Verbindlichkeiten liegen bei 1,10 Millionen Euro und sind damit gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Darüber hinaus sind Darlehen in Höhe von 6,06 Millionen Euro durch Sicherheiten abgesichert. Dazu zählen unter anderem Pfandrechte an Vermögensgegenständen und Sicherungsabtretungen von Forderungen.

Projektgesellschaft ohne eigene Beschäftigte

Die Windpark Brest zweite GmbH beschäftigt laut Jahresabschluss keine eigenen Mitarbeiter. Diese Struktur ist im Windenergiesektor typisch, da Planung, Betrieb und Wartung häufig von spezialisierten Dienstleistern oder verbundenen Unternehmen übernommen werden.

Gewinnabführungsvertrag innerhalb der Unternehmensgruppe

Die Gesellschaft ist Teil einer größeren Projektstruktur. Es besteht ein Gewinnabführungsvertrag mit der Dezentrale Energie Anlagen Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Neustadt am Rübenberge.

Durch solche Verträge werden Gewinne und Verluste innerhalb der Unternehmensgruppe gebündelt.

Einordnung aus wirtschaftlicher Sicht

Der Jahresabschluss zeigt eine typische Struktur für Projektgesellschaften im Bereich erneuerbarer Energien: hohe Investitionen in Infrastruktur bei gleichzeitig sehr geringer Eigenkapitalbasis und starker Fremdfinanzierung.

Die wirtschaftliche Stabilität der Gesellschaft hängt daher maßgeblich von den langfristigen Einnahmen aus dem Windparkbetrieb sowie von der Finanzierungsstruktur innerhalb der Unternehmensgruppe ab.

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