Die Windpark Unseburg Süd GmbH & Co. Betriebs-KG mit Sitz in Itzehoe hat ihren Jahresabschluss 2024 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen eine deutliche Bilanzverkürzung, Fortschritte beim Schuldenabbau – aber weiterhin strukturelle Schwächen im Eigenkapital.
Bilanzsumme schrumpft deutlich
Die Bilanzsumme sinkt von 2,16 Mio. Euro auf 1,56 Mio. Euro. Das entspricht einem Rückgang von rund 28 Prozent.
Hauptursache ist der starke Rückgang des Anlagevermögens:
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Sachanlagen fallen von 424.597 Euro auf 101.656 Euro
Das deutet auf weit fortgeschrittene Abschreibungen der drei Windenergieanlagen hin. Der Park befindet sich offenbar in einer späten Phase des Projektlebenszyklus.
Liquidität stabil, aber begrenztes Substanzpolster
Das Umlaufvermögen bleibt mit rund 1,42 Mio. Euro nahezu stabil.
Die liquiden Mittel steigen leicht auf 1,27 Mio. Euro. Das ist positiv für die kurzfristige Zahlungsfähigkeit.
Allerdings steht dieser Liquidität ein sehr niedriges bilanzielles Eigenkapital gegenüber.
Eigenkapital weiterhin faktisch aufgezehrt
Das ausgewiesene Eigenkapital beträgt lediglich 1.487,50 Euro – der Kapitalanteil der persönlich haftenden Gesellschafterin.
Die Kommanditisten weisen weiterhin einen negativen Kapitalanteil aus:
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2023: –291.473 Euro
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2024: –24.859 Euro
Das ist eine deutliche Verbesserung. Der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil wurde stark reduziert.
Gleichzeitig wird ein „nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag“ von 24.859 Euro ausgewiesen. Formal liegt damit weiterhin bilanziell eine Überschuldung vor, auch wenn sie deutlich geringer ist als im Vorjahr.
Die Geschäftsführung verweist auf nachhaltige positive Jahresergebnisse und einen Rangrücktritt nahestehender Unternehmen über 150.000 Euro. Dieser Rangrücktritt ist bilanziell wichtig, da er das Insolvenzrisiko reduziert, weil diese Forderungen im Krisenfall nachrangig behandelt werden.
Schulden deutlich reduziert
Die Verbindlichkeiten sinken erheblich:
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2023: 1,80 Mio. Euro
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2024: 1,18 Mio. Euro
Besonders bemerkenswert ist die Reduzierung der langfristigen Verbindlichkeiten.
Die Struktur:
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686.000 Euro kurzfristig
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489.000 Euro langfristig (über fünf Jahre)
Das spricht für konsequente Tilgung der Projektfinanzierung.
Banken weiterhin umfassend abgesichert
Die Kreditverbindlichkeiten sind umfangreich besichert durch:
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Sicherungsübereignung der drei Windenergieanlagen
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Abtretung der Einspeisevergütungen
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Verpfändung von Reserve- und Rückbaukonten
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Abtretung wesentlicher Vertragsansprüche
Das ist im Projektfinanzierungsbereich üblich, bedeutet aber: Die wirtschaftliche Substanz ist stark kreditgebergebunden.
Pachtverpflichtungen beachten
Es bestehen feste Pachtverpflichtungen in Höhe von 253.000 Euro bis 2029 sowie variable, umsatzabhängige Pachtanteile.
Das bedeutet:
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Ein fixer Kostenblock bleibt bestehen
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Sinkende Windjahre würden direkt auf die Ertragslage durchschlagen
Gesamtbewertung aus Anlegersicht
Positiv:
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Deutlicher Schuldenabbau
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Starke Reduzierung des bilanziellen Fehlbetrags
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Solide Liquiditätsausstattung
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Rangrücktritt stärkt Fortführungsprognose
Kritisch:
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Eigenkapital weiterhin faktisch nicht vorhanden
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Anlagevermögen nahezu abgeschrieben
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Projekt in fortgeschrittener wirtschaftlicher Phase
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Hohe Sicherheiten zugunsten der Banken
Insgesamt zeigt sich eine operative Stabilisierung nach einer bilanziell schwierigen Phase. Die Gesellschaft scheint ihre Finanzierung geordnet zurückzuführen und die Überschuldung deutlich reduziert zu haben.
Langfristig bleibt jedoch entscheidend, wie nachhaltig die positiven Jahresergebnisse sind – insbesondere im Hinblick auf Restlaufzeiten der Anlagen, Pachtverträge bis 2029 und mögliche Rückbauverpflichtungen.