Vor der Küste Kubas ist es zu einem bewaffneten Zwischenfall mit einem Motorboot aus dem US-Bundesstaat Florida gekommen. Nach Angaben der kubanischen Behörden starben vier Menschen bei einem Schusswechsel mit Sicherheitskräften. Havanna spricht von einer „bewaffneten Provokation“, Washington weist bislang jede Beteiligung zurück.
Kubanische Behörden: Bewaffnete Exilkubaner an Bord
Nach Darstellung der kubanischen Regierung näherte sich das Schnellboot in den frühen Morgenstunden der Nordküste der Insel. An Bord sollen sich bewaffnete Exilkubaner befunden haben. Sicherheitskräfte hätten das Boot abgefangen, woraufhin es zu einem Schusswechsel gekommen sei.
Den Angaben zufolge wurden auf dem Boot Sprengstoff, Schusswaffen sowie Tarnkleidung gefunden. Vier Insassen seien dabei ums Leben gekommen. Weitere Details zur Identität der Getöteten oder zu möglichen Verletzten wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Washington bestreitet Kenntnis
US-Außenminister Marco Rubio sprach von einem „höchst ungewöhnlichen“ Vorfall. Die US-Regierung habe keinerlei Kenntnis von einer staatlich unterstützten Operation oder einem offiziellen Einsatz in der Region gehabt.
Auch andere US-Behörden erklärten, man prüfe derzeit die Hintergründe. Es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass staatliche Stellen involviert gewesen seien.
Spannungen zwischen Havanna und Washington
Die Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten sind seit Jahrzehnten angespannt. Immer wieder kommt es zu Vorwürfen wegen Unterstützung oppositioneller Gruppen oder mutmaßlicher subversiver Aktivitäten.
Havanna sprach im Zusammenhang mit dem aktuellen Vorfall von einem „Akt der Aggression“ und kündigte weitere Ermittlungen an. Ob es sich um eine privat organisierte Aktion radikaler Exilgruppen oder um eine andere Form der Operation handelte, ist bislang unklar.
Die US-Seite betonte, man wolle mit den kubanischen Behörden kommunizieren, um die Umstände des Zwischenfalls aufzuklären.